BMW
- Jochen Kauper - Redakteur

Die elektrische Revolution

Norbert Reithofer gilt als Visionär, als Vordenker. Über zwei Milliarden hat Reithofer in sein Elektroprojekt, den i3 gepumpt. Floppt der neue Elektroflitzer, steht sogar das gute Image von BMW auf dem Spiel. Auf der Hauptversammlung kritisierte der BMW-Vorstand erst wieder die übertriebene Skepsis in Deutschland gegenüber Elektroautos. "Wenn es darum geht, grundlegende Veränderungen einzuleiten, dann wird hierzulande erst einmal lang und ängstlich diskutiert", sagte Reithofer.

Gelungen
Zugegeben, der i3 ist ein Hingucker, ein kleine Revolution in der Autobranche. Von Grund auf als Elektroauto aufgebaut und dennoch ohne Kompromisse: Mit wuchtigen Rädern versehen, 170 PS unter der Haube, 140 Kilometer Reichweite und eine Karosserie aus Carbon. „Jetzt gilt Vorsprung durch Technik nicht mehr in Ingolstadt, sondern ist in München zu Hause“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Niemand weiß genau zu sagen, wann der Markt für Elektroautos richtig ins laufen kommt. Sicher, Kanzlerin Angela Merkel wird nicht müde immer und immer wieder zu betonen, dass in Deutschland im Jahr 2020 rund eine Millionen Elektroautos auf Deutschlands Strassen flitzen sollen. Von diesem Ziel ist man noch meilenweit entfernt. Im Jahr 2012 wurden nur 3.438 Elektroautos neu zugelassne. Insgesamt flitzen rund 7.500 Stromer auf Deutschlands Straßen umher. „BMW hat sich mit dem Ansatz neues Auto, neue Produktion sehr viel vorgenommen“, sagt Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe.

BMW
81,33 €
100,00 €
75,00 €
13.11.2013


Neue Zielmärkte
Wer soll diesen Stromer für 40.000 Euro überhaupt kaufen? Wird der Elektroflitzer i3 gar ein Flop und ist es überhaupt die richtige Strategie die BMW eingeschlagen hat?
Reithofer hat mit BMW einen völlig anderen Weg eingeschlagen wie VW oder Daimler. Zum Vergleich: VW steckt seinen Elektroantrieb in den bereits erprobten VW up, setzt einfach ein „e“ in den Schriftzug und schon haben Winterkorn und Co einen Elektroflitzer im Portfolio.
Daimler hat den smart kurzerhand zum Elektroauto umgebaut. Die Elektro-B-Klasse kommt im Frühjahr in den USA auf den Markt. Soll heißen: Reithofer ist der Konkurrenz vorerst weit davongeeilt. Zielmärkte des i3 sind ohnehin Megacitys wie Shanghai, New York oder Delhi, nicht unbedingt also Hamburg oder München. Denn: Große Städte in China haben zwischen 12 und 24 Millionen Einwohner. Da bekommt ein Auto wie ein i3 eine enorme Bedeutung, gerade wenn es in ein Mobilitätskonzept mit anderen Verkehrsmitteln eingebunden ist.

Gute Position

Der i3 könnte also  genau zur richtigen Zeit kommen. Das Produkt Auto befindet sich im Wandel. Technisch sind die Fahrzeuge der Premiumhersteller zu einem großen Teil austauschbar. Reithofer trifft den Nerv der Zeit. „Mit einem sehr auf  Lifestyle-Faktoren setzenden Auto wie dem i3, dürfte man sicherlich erfolgreich sein, wenn sich die E-Mobilität bald durchsetzen sollte“, sagt Analyst Ludwig.

Zukunftsmusik
Mit den neuen Modellen will BMW vor allem in den Wachstumsmärkten glänzen, allen voran in China. Dagegen sieht Reithofer in den USA nur ein begrenztes Wachstum von rund zwei Prozent. In Europa bleibt der Automarkt dagegen schwierig, jedoch zeigen die letzten Absatzzahlen, dass es in den nächsten Monaten durchaus wieder bergauf gehen könnte. „China läuft prima, in Russland und Südamerika sind die richtigen Weichen gestellt und in Ost-Europa ist der Wunsch nach Autos nach wie vor hoch. Das sind die Wachstumstreiber für BMW“ sagt Dudenhöffer. Reithofer und Co fahren derzeit Renditen um 11 Prozent ein, macht im Schnitt rund 3.500 Euro Gewinn pro Auto. Damit verdienen die Münchener zwar weitaus mehr als Konkurrent Daimler (2.012 Euro pro Auto), fährt aber Konkurrent Audi (3.821 Euro pro Auto) hinterher.


Die-E-Aktie

BMW ist hervorragend positioniert, die Produktpipeline ist gut gefüllt. Umsätze und Gewinne werden in den nächsten Jahren weiter steigen. Und was das Thema Elektromobilität sowie Leichtbau betrifft, steht BMW aktuell auf der Pole Position der Autobauer. Der Weg für die Aktie ist nach oben hin frei. Zudem ist das Papier mit einem KGV von neun für das Jahr 2014 noch immer günstig bewertet.




Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: