- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Die Aktie für die Gigafabrik?

Sie ist gigantisch – und heißt auch so. Tesla-Chef Elon Musk plant eine Gigafactory. Ab 2020 sollen jährlich 500.000 Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos vom Band laufen. Das ist mehr als die Produktionskapazität aller Hersteller der Welt zusammen! Gebaut wird Teslas Gigafabrik in den USA. Dass dort trotzdem die günstigsten Batterien der Welt produziert werden, wird Hunderten hocheffizienten Maschinen und Robotern zu verdanken sein.

Die Gesamtkosten der Gigafabrik: vier bis fünf Milliarden US-Dollar. Und es geht bereits los: Tesla-Chef Elon Musk verbringt viel Zeit damit, sich mit Ausrüsterfirmen zu treffen, die seiner Fabrik Leben einhauchen sollen. Die große Frage dabei ist: Wie gut sind die Kontakte zum deutschen Maschinenbauer Manz (WKN A0J Q5U)?

Grundsätzlich bringt Manz die besten Referenzen mit. DER AKTIONÄR geht davon aus, dass Manz bereits eng mit Daimler zusammengearbeitet hat, um die Produktion von Elektroauto-Batterien zu optimieren. Auch Apple ist Musk bekannt. Und auch Apple – DER AKTIONÄR hatte Mitte 2013 das erste Mal über dieses offene Geheimnis berichtet – setzt auf Maschinen von Manz. Und diese laufen auf Hochtouren: Gerüchteweise kommt Apple bald mit einem nur 5,6 Millimeter dünnen Topmodell iPhone 6 in die Läden – da passt es ins Bild, dass Manz-Maschinen hauchdünne Glassubstrate von 0,3 Millimeter bearbeiten können.

Tesla: ja oder nein?

Tesla setzt seit Beginn darauf, die Batteriezellen zu wickeln, was die Produktion günstig macht. Manz hingegen konzentrierte sich bislang auf Maschinen, welche bei der Zell-Herstellung stapeln. Doch wenn der deutsche Maschinenbauer eines bewiesen hat, dann ist dies seine enorme Flexibilität. Die Manz AG ist das Chamäleon unter den Maschinenbauern: Einst war das Hauptgeschäft die Lieferung von Solarmaschinen. Nach der Krise und dem Ausbleiben der Bestellungen von Solarherstellern hat Manz seine Roboter und Maschinen kurzerhand angepasst – Greifarme, die zuvor Solarglas gegriffen und bearbeitet hatten, haben ihre Finger nun bei Smartphone-Displays im Spiel.

Neuigkeiten stehen an

DER AKTIONÄR geht davon aus, dass Manz schnell und flexibel genug ist – das Know-how ist ohnehin sehr groß – auch für Tesla die richtigen Produkte anzubieten. Noch diese Woche dürfte eine interessante Übernahme im Bereich Batterie veröffentlicht werden.

Zumal die Bandbreite der verschiedenen Maschinen schon jetzt groß ist: Manz-Equipment kann Zellen herstellen, diese dann auf Fehler prüfen oder etwa durch die Anbringung von Kontakten für den Stromdurchfluss in den Batterien sorgen.

Analyst: "Tesla setzt auf Manz"

Er könnte es wissen: Analyst und Berater Gerard Reid ist sehr gut vernetzt. Im Hintergrundgespräch mit dem AKTIONÄR verriet er: „Ich gehe stark davon aus, dass Tesla auch auf Maschinen von Manz setzt. In welchem Umfang ist nicht klar. Aber ein Auftrag von Tesla – 2015 startet bereits die Produktion der Batterien – ist sehr gut schon in der zweiten Jahreshälfte 2014 möglich.“

Das wäre eine große Überraschung. Denn zuletzt hatte die Dynamik im Geschäftsbereich Batterie nachgelassen – insbesondere deutsche Hersteller investieren weniger als gedacht. Tesla käme zur richtigen Zeit, die Wachstumsfantasie neu aufleben zu lassen.

Batterie-Boost fürs Smartphone?

Batterien sind nicht nur ein Thema für die Autobranche. Jeder Smartphone-Besitzer kennt das Problem: Aufgrund größerer Displays macht das Handy oft nach weniger als einem Tag schlapp. Manz-Maschinen könnten helfen, das Problem zu lösen: Manz steht in intensiven Verhandlungen mit Smartphone-Herstellern, welche die Batterien leistungsfähiger machen und dafür in neue Fertigungsverfahren investieren wollen.

Manz: Wette auf Apple und Tesla

Die AKTIONÄR-Altempfehlung bleibt ein klarer Kauf. Aufgrund seiner Flexibilität bedient Manz Wachstumsthemen wie Smartphone, Tablet oder jetzt Elektroauto. Es ist eine Wette mit guten Quoten: Die mit einem 2015er-KGV von 12 bewertete Aktie wird durch die Tesla-Gigafabrik Impulse erhalten. Zudem trägt die Nähe zu Apple dazu bei, dass sich auch internationale Anleger für den TecDAX-Neuling interessieren.

Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 14/2014 erschienen und wurde aktualisiert.

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