Softing
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Das Wachstum hält an

Softing Dr. Trier

Für das Jahr 2013 rechnen die Analysten von Warburg Research mit einer Ergebnissteigerung (EBIT) von 4,9 Millionen Euro auf 6,1 Millionen Euro. Für das laufende Jahr soll sich das Ergebniswachstum auf sieben Millionen Euro fortsetzen. Das wäre immerhin ein Gewinnplus von 15 Prozent. DER AKTIONÄR wollte von Aktionär und CEO Dr. Wolfgang Trier wissen, woraus sich die guten Perspektiven für das Umsatz- und Gewinnwachstum 2014 speisen.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Trier, wie sind Sie mit dem zu Ende gegangenen Jahr zufrieden?

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18.02.2014

Dr. Wolfgang Trier: Sie können sich vorstellen, dass wenige Wochen nach Bilanzstichtag noch keine detaillierten Auskünfte erteilt werden können. Aber ich habe mit gut 50 Millionen Euro Umsatz und sechs Millionen Euro EBIT für 2013 ein gutes Gefühl. Sechs Millionen Euro EBIT würden einen Gewinn je Aktie von 0,70 Euro entsprechen und im Vergleich zum Vorjahr knapp 20 Prozent Ergebnissteigerung bedeuten.

Im vergangenen Jahr gab es einige Lieferrückstände bei Hardware für den Automobilbereich. Wie sieht die Lage derzeit aus?

Gut. Wir konnten in der Tat die kurzfristige Verdopplung der Lieferplanung eines Großkunden Ende 2013 nicht mehr bedienen. Nun liefern wir in diesem Quartal 2.000 bis 3.000 Geräte pro Monat aus. In den letzten Jahren haben wir an die Kunden monatlich etwa 800 Stück verladen. Die Geschäftsführung unseres Kunden ist Softing sehr dankbar, die auch für sie unerwartet große Nachfrage schnell und zuverlässig liefern zu können. Das schafft neben Umsatz auch Vertrauen für die Zukunft.

Kurz vor Weihnachten haben Sie mit der Übernahme der Psiber Data GmbH mit Hauptsitz in Krailling bei München Ihre Expansion gestartet. Warum haben Sie gerade diese Gesellschaft gekauft?

Der Kauf betraf zwei Gesellschaften, eine in Krailling mit Fokus auf das Europa Geschäft und eine in Singapur mit Fokus auf rasant wachsende Asiengeschäft . Mit dem Erwerb der Psiber Data GmbH werden wir unserem Angebot von Messgeräten zur Diagnose von Netzwerken in der Industrieautomatisierung eine bedeutende strategische Lücke schließen. Softing ist Marktführer bei der Diagnose von PROFIBUS Netzwerken, den zumindest in Europa mit Abstand am weitesten verbreiteten Standard. Neuinstallationen werden heute aber in hohem Anteil auf Basis von Echtzeit Ethernet durchgeführt. Hier hatte Softing zur mobilen Diagnose bisher kein Gerät im Portfolio. Psiber verfügt heute über die technisch mit deutlichem Abstand führenden Geräte zur Diagnose von Ethernet-Verkabelungen bei Büroinstallationen und Rechenzentren, dem sogenannten „Enterprise“ Markt. Die technischen Anforderungen liegen dort weit über denen der Industrieautomation. Wir werden daher technologisch daher „von oben kommend“ passende Geräte für die Echtzeit Ethernet Diagnose entwickeln. Dies gibt uns einen weiten Vorsprung vor allen Mitbewerbern in einem sehr profitablen Markt. Zusätzlich öffnen wir uns den Zugang zum Enterprise Markt, der auf über 100 Mio. EUR jährlich taxiert wird. Hier werden wir schon in 2014 die Nummer zwei am Markt sein. Damit öffnet sich in wenigen Jahren ein Umsatzpotential in zweistelliger Millionenhöhe, dass aufgrund der kompletten Wertschöpfung in der Softing Gruppe eine weit überdurchschnittliche Profitabilität darstellt. Damit haben wir einen weiteren Treibsatz für unser Wachstum geschaffen.

Herr Dr. Trier, mit welchem Ergebnis rechnen Sie bei dieser Tochter im Jahr 2014?

Aufgrund von Einmalaufwendungen zur Integration können wir für 2014 noch keine Aussage zum zusätzlichen EBIT-Beitrag gemacht werden. Den bilanziellen Regeln folgend muss erst noch die PPA (Purchase Price Allocation) erfolgen. Den großen Schub auf das EBIT sehen wir ab 2015. Dies auch deshalb, da wir in 2014 den bisher unterentwickelten US-Markt für Psiber aufbauen werden.

Wie läuft das USA-Geschäft bei Softing insgesamt?

Alles zusammen werden wir 2013 in den USA voraussichtlich einen Jahresumsatz von rund fünf Millionen Dollar eingefahren haben. Durch die Vertriebsoffensive in 2014 mit einem neuen Standort in Dallas und einem zusätzlichen Team von Top-Leuten wird das US-Volumen deutlich zulegen. Es könnte sich 2015 gut verdoppeln. Die Produkte sind griffbereit, nun muss die Straße zum Kunden ausgebaut werden. Mit steigendem Umsatzvolumen werden natürlich die Skaleneffekte und damit die Profitabilität zulegen, aber zunächst steht für uns das Wachstum an erster Stelle.

Softing in der Zwischenzeit einen Börsenwert von knapp 100 Millionen Euro erreicht. Spüren Sie davon etwas auf der Nachfrageseite von institutionellen Investoren?

Sicher. Wir hatten uns bisher etwas zurückgehalten, da wir und ich unsere Aufgabe in erster Linie im Liefern eines nachhaltigen Umsatz- und Ergebniswachstums sehen. Die Bewertung der Softing am Kapitalmarkt kommt für uns erst an zweiter Stelle. Allerdings konnten wir uns in 2013 den Anfragen nicht länger verschließen und waren nicht nur in allen europäischen Finanzmetropolen auf Roadshow. Wir haben auf Wunsch der Investoren auch Fonds in den USA besucht, bei denen wir auch auf lebhaftes Interesse gestoßen sind. Die Aktionärsstruktur wurde damit ganz sicher mit einigen professionellen Investoren angereichert.

Was ist Ihr Ziel für das laufende Jahr 2014 hinsichtlich der Börsenkapitalisierung?

Wie schon eingangs gesagt, forciert der Vorstand die Anstrengungen, das Unternehmen operativ und strategisch gut aufzustellen. Die Bewertung der Märkte ist eine Folge davon, die wir nicht direkt beeinflussen können. Allerdings erwarte ich, ein weiterhin mindestens stabiles Börsenumfeld vorausgesetzt, dass wir infolge unseres Wachstums bei Umsatz und EBIT steigende Kurse sehen werden. Ich meine, dass weitere 20 Millionen Euro in der Marktkapitalisierung 2014 schon machbar sein sollten. Dies wäre dann ein Kurs von etwa 20 Euro je Aktie. Und bevor jemand wieder Spekulationen anstellt: Nein, das heißt nicht, dass ich dann meine Aktien verkaufen will. Der Kursaufschwung wird in den nächsten Jahren noch weit mehr gehen.

Und wie wollen Sie sich verhalten, nachdem jetzt alle persönlichen Ziele im Hinblick auf Softing erreicht worden sind?

Ich habe mir noch einiges auf die Fahne geschrieben. Die nächsten und wichtigsten Punkte sind Softing bei steigender und nachhaltiger Profitabilität auf 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr zu bringen. Ferner möchte ich unseren „Footprint“ in den USA wie auch in Asien deutlich aus- und damit die konjunkturelle Abhängigkeit von Europa abbauen. Das sind zwei Punkte, die mich in den nächsten Jahren noch gut beschäftigen werden.

Herr Dr. Trier, vielen Dank für das Interview.

Korrektur nutzen

Die Softing-Aktie hat im Zuge der Korrektur in den vergangenen Wochen vom Hoch zwischenzeitlich knapp 25 Prozent verloren, schickt sich jedoch schon wieder an, den Rekordkurs bei 17,21 Euro in Angriff zu nehmen. Mit Blick auf das Wachstum 2014 und insbesondere das zu erwartende erste Quartal dürfte sich ein Einstieg auf dem aktuellen Niveau auszahlen. DER AKTIONÄR sieht auf Jahressicht ein Kurspotenzial von rund 30 Prozent. Ein Stopp sollte knapp unter der Unterstützung bei 12,50 Euro platziert werden.

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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