Continental
- Jochen Kauper - Redakteur

Continental: Einsteigen und anschnallen - die 200-Euro-Marke wartet

Elmar Degenhart überrascht seine Zuhörer schon mal mit ungewöhnlichen, dafür aber kreativen und fesselnden Einstiegen. Eine Pressekonferenz begann Degenhart mit einer Taktiktafel, auf der die Laufwege der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf einem Spielfeld markiert waren. Der Chef von Continental wollte damals ausdrücken, dass man innovativ und immer und überall präsent sein müsse, um schneller zu wachsen als der Markt. Degenharts Strategie geht auf.

Technologische Revolution

Continental
187,65 €
220,00 €
150,00 €
03.04.2014

Der Autoabsatz klettert weltweit. Experten erwarten bis 2016 ein Wachstum zwischen fünf und sechs Prozent pro Jahr. Neben den Autobauern profitiert allen voran Continental – und das gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen als Reifenhersteller. Die Reifen werden unter dem gleichnamigen Label sowie den Untermarken Uniroyal, Gislaved und Viking verkauft. Vom Hochpreis- bis ins Niedrigpreissegment deckt Conti so alle Marktsegmente ab. Die Mischung macht’s: In der Reifensparte fährt Conti knackige Margen ein. Rund 18 Prozent waren es im Jahr 2013. Kein Wunder, dass Conti die Kapazitäten der Reifenproduktion in den Emerging Markets deutlich ausgebaut hat. 39 Prozent trug die Reifensparte 2013 zum Gesamtumsatz bei. 61 Prozent kamen aus dem Bereich Automotive. Hier steckt jede Menge Fantasie drin. Denn das Auto, das Fahren an sich, steht vor einem radikalen Wandel, ja fast einer kleinen technologischen Revolution. „Heute haben wir Assistenzsysteme, wie etwa Notbremsassistent oder Spurhalteassistent, die isoliert einzelne Aufgaben übernehmen beziehungsweise bei diesen unterstützen. Morgen werden diese Assistenten ‚verbunden‘ und wir können – sicher zuerst auf Autobahnen – automatisch Fahren. Einer der Effekte wird die deutliche Reduzierung der Unfallzahlen sein, denn 99 Prozent der Fahrfehler macht der Mensch“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut.

Neue Wachstumsmärkte

Kurzum: Elektronische Bauteile wie Bremssysteme oder automatische Abstandswarner, sogar die Kommunikation, die Vernetzung der Autos untereinander rücken mehr und mehr in den Vordergrund. Und gerade Conti wird von diesem Zukunftstrend profitieren. „Die Firma liefert bereits heute die allermeisten der benötigen Sensoren, um autonomes Fahren technisch darstellen zu können. Das im Sommer bekannt gegebene Joint Venture mit IBM für die Datenverarbeitung ist ein Schritt, um auch im Big-Data-Thema entsprechend positioniert zu sein“, sagt Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe. Das passt.

Ohnehin ist Conti gut in das laufende Jahr 2014 gestartet. Sogar besser als erwartet, wie Finanzvorstand Wolfgang Schäfer durchblicken ließ. Conti-Chef Degenhart bleibt dennoch seiner Linie treu. Der Ausblick für 2014 fiel gewohnt konservativ aus: Der Umsatz soll um fünf Prozent auf 35 Milliarden Euro klettern, bei einer EBIT-Marge von zehn Prozent. Analyst Ludwig legt noch einen drauf: „Mittelfristig gehen wir von einem Umsatz über 40 Milliarden Euro aus.“

Mit Bremsassistent einsteigen

Conti ist gut gerüstet, auch in Zukunft besser als der Gesamtmarkt abzuschneiden. Das Reifengeschäft läuft klasse, neue Fahrassistenz-Systeme werden das Wachstum sogar noch beschleunigen. Das KGV für 2015 beträgt 12, nicht billig, aber Markt- und Innovationsführer wie Conti haben durchaus eine satte Prämie verdient.

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