Cewe
- Markus Bußler - Redakteur

Bilderbuch-Unternehmen

Immer profitabel, weitsichtiges Management und attraktive Dividenden: Diese Unternehmen ist ein Investment wie es im Buche steht.

Kaum eine Branche hat sich seit der Jahrtausendwende so stark verändert wie die Fotobranche. In wenigen Jah­ren ist die analoge Fotografie nahezu in der Bedeutungslosigkeit versunken. Wäh­rend dieser Wandel Branchengrößen wie Agfa, Kodak oder Polaroid reihenweise in den Ruin getrieben hat, ist Cewe Color heute gesünder denn je.

Cewe
30,28 €
40,00 €
23,50 €
24.09.2012

Digitalwandel geschafft

Das Oldenburger Unternehmen hat früh die mit der Digitalfotografie verbundenen Chancen erkannt und 1994 erste Digitalinvestitionen getätigt. Obwohl auch bei Cewe Color die Umwandlung nicht schmerzfrei verlief, hat man in keinem Jahr Verlust gemacht und schüttet stets eine Dividende aus. Derzeit beträgt die Dividendenrendite attraktive fünf Prozent. Der Digital-Umstieg ist im Grunde abgeschlossen. Rund 90 Prozent der 2,5 Milliarden Fotoabzüge, die Cewe Color jährlich produziert, sind digitalen Ursprungs. Mit einem Marktanteil von über 40 Prozent ist Cewe Color der klare Marktführer in Europa.

Starke Partner

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Kooperation mit Einzelhändlern wie dm, Edeka, Müller oder Rewe. Insgesamt kooperiert Cewe Color mit etwa 33.000 Handelspartnern. Diese versorgt Cewe Color nicht nur mit Fotos, sondern mit einem umfangreichen Service-Angebot, von Druckterminals über Logistik bis hin zum Internetauftritt. Die Einzelhändler locken so mit wenig Aufwand viele Kunden in die Filialen. Cewe Color bietet seinen Kunden dadurch wiederum eine bequeme und kostenlose Abholmöglichkeit.

Buch des Erfolges

Doch rein mit Fotos lässt sich auch trotz erfolgreicher Digitalisierung kaum noch Wachstum erzielen. Auch das hat Cewe Color frühzeitig erkannt und Mehr­wertprodukte wie bedruckte Tassen, Leinwände und vor allem Fotobücher gestartet. Im November 2005 führte der Konzern das CEWE Fotobuch ein, das sich schnell zum Verkaufsschlager schlechthin entwickelt hat. 2011 verkaufte Cewe Color bereits über fünf Millionen Stück. Vor allem im Weihnachtsgeschäft brummt das Geschäft. Wegen der höheren Margen als bei klassischen Fotoabzügen trägt das vierte Quartal mittlerweile sogar über 85 Prozent zum Jahresgewinn bei.

Neues Standbein

Das leicht negative Ergebnis im ersten Halbjahr sollte Anleger deshalb nicht verunsichern. Zumal es durch Einmalfaktoren wie die Schlecker-Pleite und Anlaufkosten wegen der Übernahme von Saxoprint belastet wurde. Letzteres dürfte sich mehr als auszahlen. Experten erwarten, dass der Jahresumsatz des neuen Geschäftsfelds schon in zwei bis drei Jahren von 40 auf 100 Millionen Euro steigen wird.

Mit Viaprinto.de war Cewe Color zwar bereits zuvor in den Online-Markt für Drucksachen wie Flyer, Postkarten, Kalender und Visitenkarten eingestiegen, doch diese wurden zuvor über Digitaldrucker gefertigt, die nur bei Auflagen bis 500 Stück preislich mit klassischen Offset-Druckern mithalten können.

Neue Konkurrenzfähigkeit

Durch die Übernahme von Saxoprint und dessen modernen Parks an Offset-Druckern ist Cewe Color nun auch bei höhervolumigen Angeboten konkurrenzfähig. „Unsere Kompetenzen in der Produktion, in der Logistik und nicht zuletzt im Marketing werden einen Beitrag leisten, ein hohes, wertorientiertes Wachstumstempo zu gehen", erläuterte Konzernchef Rolf Hollander die Ziele der Übernahme. Da Cewe Color finanziell bestens aufgestellt ist, war sie ohne größere Probleme finanzierbar. Das abgelaufene Geschäftsjahr hat der Konzern mit einem Nettocash von fast sieben Millionen Euro und damit quasi schuldenfrei abgeschlossen.

Beweisführung abgeschlossen

Cewe Color hat sich mehrfach erfolgreich an neue Rahmenbedingen angepasst und sollte das auch in Zukunft schaffen. Entsprechende Zuversicht verbreitet auch Finanzchef Olaf Holzkämper im Exklusiv-Interview mit DER AKTIONÄR. Mit der Saxoprint-Übernahme ist der nächste Erfolg versprechende Schritt bereits vollzogen worden. Die Aktie ist trotz der positiven Entwicklung bei Cewe Color in diesem Jahr noch nicht in Gang gekommen und mit einem KGV von 10 viel zu günstig. Da sie zudem traditionell gegen Ende des Jahres sowie nach der, in der Vorwoche abgehaltenen, Fachmesse photokina anzieht, ist der Einstiegszeitpunkt geradezu ideal.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: