- Andreas Deutsch - Redakteur

Bezahlen 2.0

Milliarden Menschen teilen eine Leidenschaft: Shoppen. Davon profitiert Mastercard. Das Unternehmen punktet mit einem neuen System. Die Aktie ist ein klarer Kauf.

Nur noch ein paar Wochen, dann sieht man in den Warenhäusern vor lauter Kunden die Waren nicht mehr. Man wird es den Leuten wieder ansehen: Was schenke ich bloß der Oma, meinem Sohn, meiner Frau zu Weihnachten? Nicht nur bei Karstadt, Kaufhof und Amazon werden laut die Kassen klingeln. Auch die Kreditkartenanbieter reiben sich die Hände. Alles deutet darauf hin, dass das vierte Quartal nahtlos an die hervorragenden Quartale zuvor anschließen wird.

Der Billionenmarkt

Mastercard hat im dritten Quartal den Gewinn im Vergleich zum dritten Quartal 2012 um 14 Prozent auf 879 Millionen Dollar gesteigert. Die Einnahmen summierten sich auf 2,2 Milliarden Dollar – ein Zuwachs von 16 Prozent. Das Unternehmen verbuchte Kreditkarten-Zahlungen über seine Systeme von über einer Billion Dollar, ein Plus von 15 Prozent. "Wir hatten ein weiteres gutes Quartal mit Wachstum in allen Regionen", erklärte Firmenchef Ajay Banga.

Mastercard und der Konkurrent Visa wickeln die Zahlungen nur ab, sie verdienen an den Transaktionsgebühren. American Express hingegen vergibt auch den eigentlichen Kredit. Bei Mastercard und Visa handelt es sich nicht um Finanz-, sondern um Technologieunternehmen. Von den konjunkturellen Schwankungen sind die beiden Konzerne deutlich weniger abhängig als American Express, das in schlechten Zeiten mit Kreditausfällen kämpfen muss.

Megatrend Konsum

Die Aussichten für Mastercard und Visa sind glänzend. Seit einiger Zeit wächst in weiten Teilen der Welt die kaufkräftige Mittelschicht rasant. Die Weltbank erwartet, dass sich die Zahl derjenigen, die zur globalen Mittelschicht gerechnet werden, von 430 Millionen im Jahr 2000 auf 1,2 Milliarden im Jahr 2030 mehr als verdoppeln wird. Der Löwenanteil dieses Wachstums entfällt auf China und Indien. Die chinesische Regierung versucht händeringend, die Binnenkonjunktur anzukurbeln, um endlich unabhängiger vom Export zu werden.

Bezahlt wird in den Schwellenländern zunehmend elektronisch. Rund 300 Millionen Inder besitzen bereits eine Bankkarte – Tendenz stark steigend. Mastercard-Chef Banga hat das Potenzial der Emerging Markets längst erkannt. Vor Kurzem übernahm der Konzern den türkischen Marktführer Provus. Ein logischer Schritt, schließlich sind die Türken auf dem besten Weg zum Shopping-Europameister. Mit 71 Prozent ist der Anteil des privaten Konsums am türkischen Bruttoinlandsprodukt überdurchschnittlich hoch.

Mobiles Bezahlen auf dem Vormarsch

Sowohl in den Emerging Markets als auch in den Industrienationen freuen sich die Konsumenten darüber, dass elektronisches Bezahlen immer bequemer wird. Experten bescheinigen dem Mobile Payment, dem Bezahlen via Smartphone und Tablet, riesiges Potenzial. Die Analysten von Gartner erwarten in diesem Jahr ein Transaktionsvolumen beim mobilen Bezahlen von 178 Milliarden Euro – eine Steigerung von 44 Prozent gegenüber 2012. "Bis 2017 erwarten wir ein Volumen von 530 Milliarden Euro. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 35 Prozent", sagt Sandy Sheen von Gartner. "450 Millionen Menschen werden dann ihre Einkäufe mobil bezahlen."

Mastercard reagiert auf den Wandel mit dem Masterpass. Mit dem elektronischen Zahlungsdienst, der 2014 in Deutschland eingeführt wird, greift Mastercard Paypal an. Masterpass-Kunden können online einkaufen, ohne Versand- und Zahlungsdaten eingeben zu müssen. Die Daten werden online auf gesicherten Servern gespeichert.

"Es ist sinnlos für einen Internethändler, 25 verschiedene Zugänge zu haben", sagt Pawel Rychlinski, General Manager Deutschland bei Mastercard. "Besser ist eine Lösung, die sicherstellt, dass Verbraucher schnell bezahlen können." Bis heute leidet der Online-Handel an zu vielen Kaufabbrüchen, die auch mit einem unbequemen Zahlungsvorgang zusammenhängen.

Nicht nur online, auch für den stationären Handel bedeutet mobiles Bezahlen eine Revolution. In Deutschland ist diese Entwicklung noch nicht weit fortgeschritten. In Polen ist man da schon viel weiter. Dort sind bereits rund 40 Prozent der Kartenterminals in Handel und Gastronomie mit der NFC-Technik für kontaktlose Datenübertragung ausgestattet. Verständlich, bietet das Bezahlen per Smartphone doch viele Vorteile. Zum Beispiel geht es viel schneller, als wenn man mit EC-Karte oder Bargeld bezahlt. Außerdem müssen die Terminals sehr selten gewartet werden.

Diese Aktie bringt mehr Geld

Die Mastercard-Aktie befindet sich in einem intakten Aufwärtstrend und nichts deutet auf dessen baldiges Ende hin. Der Titel eignet sich perfekt für konservative Anleger.

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