ASUSTEK CO.GDR 20...
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Das Beste der Welt?

Überraschungserfolg Google Nexus – diese Aktie profitiert.

Ist dies das beste Android-Tablet der Welt?", fragt das Branchenportal PC-Games. Tatsächlich gibt es keinen Touchscreen-Computer, der das von Asustek produzierte Google Nexus 7 im Preis-Leistungs-Check schlagen kann. Obwohl es nur 249 Euro kostet, punktet es mit einer hohen Auflösung und unzähligen Extras. „Für preisbewusste Menschen ist das Nexus 7 derzeit der beste Deal - mit großem Abstand", so auch das US-Tech-Portal DigiTimes. Die Kunden teilen diese Meinung: Das im Juli vorgestellte 7-Zoll-Tablet war blitzschnell ausverkauft - Asustek (kurz: Asus, WKN A1C04V) musste Sonderschichten einlegen, um die Nachfrage zu bedienen. Statt des erhofften Jahresabsatzes von drei Millionen Stück erwarten Experten 2012 nun bis zu acht Millionen verkaufter Einheiten. Jüngste Messungen des Internet-Traffics von Nexus-Geräten zeigen, dass selbst der erfolgreiche Amazon Kindle Fire überholt wurde.

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22.10.2012

Asus befindet sich dank des Google-Nexus-Überraschungserfolgs auf der Überholspur. Der taiwanesische Hersteller von Motherboards, Laptops und Netbooks steigerte seine Absatzahlen im Monat August gegenüber dem Juli um 15 Prozent - dies ist das zweitstärkste Monatswachstum in der jüngeren Firmengeschichte.

150 Prozent Tablet-Wachstum

Asus erwartet, dass der Absatz von Tablets von 0,8 Millionen im zweiten Quartal um mehr als 150 Prozent auf mehr als 2,0 Millionen im dritten Quartal zulegt. Damit wird die Stagnation der Netbook-Absätze - Asus hatte die kleinen Notebooks 2007 erfunden - bei einer Million Stück mehr als egalisiert. Die Lieferung von Motherboards und Grafikkarten an andere Hersteller soll mit sieben Prozent wachsen. Interessant: Der größte Kunde von Asus, der PC-Fertiger Pegatron, ist einer der größten Partner von Apple. Auch mit Apple direkt erzielt Asus Umsätze.

Überraschend stark entwickelt sich auch der Laptop-Bereich. Die Verkäufe sollen innerhalb eines Quartals um mehr als zehn Prozent auf 4,8 Millionen Stück anwachsen.

Innovations-Führer

Es verwundert auf den ersten Blick: Obwohl der allgemeine Notebook-Markt durch die Tablet-Konkurrenz schwächelt, zeigt Asus hier Dynamik. Der Grund ist die außergewöhnliche Innovationskraft der Taiwaner. Während Massenhersteller wie Acer nur 0,2 Prozent ihrer Umsatzerlöse in Forschung investieren, wendet Asus rund zwei Prozent auf.

Und die Entwickler waren fleißig: Asus hat Notebooks mit zwei Bildschirmen, mit abnehmbaren Touchscreens und mit dem Padfone eine Kombination aus Smartphone und Tablet im Programm. Dank dieser Differenzierung gelingt es Asus, höhere Preise durchzusetzen und auch mit geringeren Stückzahlen als mit dem Google Nexus positive Margen zu erzielen.

Ziel: Immer vorne

Schon der Name der 1990 gegründeten Asus zeigt die Gier der Taiwaner, vorne zu stehen. Aus „Pegasus", dem fliegenden Pferd, wurde die Kurzform „Asus", um im Alphabet als Erster genannt zu werden. Auch die Tablet-Ziele sind groß: Asustek will die Nummer 1 der Android-Hersteller werden und künftig zu den Top 3 der Anbieter von Geräten mit Windows 8 gehören.

Gleich zur Windows-8-Vorstellung Ende Oktober bietet Asus daher entsprechende Tablets an. Es werden drei solcher Touchscreen-Tablets zu Preisen von 599 bis 1.200 Dollar erwartet. Das High-End-Gerät punktet dabei einem zweiten Rückseiten-Bildschirm und Audiotechnik von Bang & Olufsen.

Fusion mit Acer?

Derzeit ist Asus der innovativste Computer-Massenhersteller - aber nicht der größte. Gemessen am Vorjahresumsatz lagen HP, Lenovo, Dell und Acer noch vorne. Doch Asus ist auf dem Vormarsch. Das spiegelt sich auch an der Börse wider. So hat sich der Asus-Aktienkurs seit 2010 um 50 Prozent verbessert, während die Acer-Notierung vom Hoch um 70 Prozent gefallen ist. Diese Schwäche des Konkurrenten könnte eine Chance für Asus sein: Durch eine Fusion mit der nur mit einem KUV von 0,18 bewerteten Acer stiege Asus mit einem Schlag zum weltgrößten Hersteller von Computern auf. Analysten gefiele an einem solchen Schritt, dass Asus durch weitere Fabriken besser skalieren beziehungsweise die Stückkosten senken könnte. Gleichzeitig würde das Unternehmen von zusätzlichen Vertriebskanälen profitieren, um seine innovativen Produkte abzusetzen. Asus hat bislang einen solchen Schritt dementiert, doch Analysten halten ihn weiterhin für möglich.

Attraktive Bewertung

Doch Asus hat die finanzielle Potenz, auch allein weiterhin stärker als der Markt zu wachsen. So liegt die Eigenkapitalquote mit 63 Prozent deutlich über den Werten der Konkurrenz. Dies ermöglicht dem Computerbauer zudem, die Aktionäre am Erfolg teilhaben zu lassen: Die Dividendenrendite des Wachstumswerts liegt bei fast fünf Prozent.

Auch charttechnisch ragt der Nexus-Hersteller aus der Peergroup heraus. Während HP, Dell und Acer mit langwierigen Abwärtstrends kämpfen, schickt sich Asus gerade an, ein neues Jahreshoch zu erklimmen.

Preis-Leistungs-Sieger

Die Erfolgsgeschichte von Asus und des Google Nexus dürfte sich fortsetzen. So wird das Erfolgstablet etwa erst jetzt in Japan eingeführt. Zudem machen Gerüchte über weitere Modellvarianten die Runde. Doch auch die mit „Asus" gebrandeten Produkte könnten sich zu Rennern im Weihnachtsgeschäft entwickeln. Das Google Nexus ist vielleicht nicht das schnellste Tablet der Welt - doch das Gesamtpaket ist unerreicht. Auch die taiwanesische Asus hat kleine Makel wie etwa das schwächelnde Netbook-Geschäft. Doch insgesamt läuft das Geschäft so stabil und flott wie ein Nexus-Tablet. Beides sind Kaufempfehlungen - gerade zu diesem Preis.

(Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 42/2012 erschienen.)

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