GAMELOFT
- Michael Schröder - Redakteur

Bang Boom Bang

Boommarkt Smartphone-Spiele. Diese Aktie ist nach oben ausgebrochen.

Weißes Hemd, Anzug und akkurate Krawatte: Alexandre de Rochefort, Finanzvorstand bei Gameloft (WKN 939 155), sieht friedlich aus. Doch manchmal überkommt es ihn. Dann rennt er mit einer "Born to kill"-bestickten roten Baseballkappe durch Hollywood - und schießt einem sabbernden Zombie nach dem anderen den grünen Kopf von den Schultern...

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22.11.2012

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De Rochefort ist nicht der einzige, der hin und wieder dem Alltag entflieht und in Spiele auf seinem Smartphone eintaucht. Mittlerweile zählt der weltgrößte Anbieter von Games für mobile Endgeräte sagenhafte 56 Millionen Nutzer, die mindestens einmal im Monat eines der mehr als 100 Gameloft-Spiele zocken.

Das bedeutet Spaß für die Spieler - und mindestens so viel Vergnügen für die Aktionäre von Gameloft. Denn das Geschäft mit Smartphone-Spielen ist überaus lukrativ. Für großes Wachstum sorgt dabei vor allem das neue Freemium-Geschäftsmodell. Das heißt, jeder kann sich Spiele wie "Zombiewood" kostenlos auf sein Smartphone downloaden. Sobald das Spiel dann Spaß macht und die Nutzer in den Bann zieht, sind sie gerne bereit, für echtes Geld größere virtuelle Waffen oder Ausrüstung dazuzukaufen. Ein Konzept, welches natürlich auch bei Sportspielen wie "Real Football 2013" oder Rennsimulationen wie "Asphalt Heat 7" bestens funktioniert.

Die größte Aufmerksamkeit erfahren Titel von Gameloft, die an Kino-Kassenschlager angelehnt sind. So wurde etwa das Spiel "The Amazing Spider-Man" parallel zum Film in 72 Ländern veröffentlicht. Mit großem Erfolg: Vom Start weg war es eines der umsatzstärksten Downloads in den App-Stores von Apple und Android.

37 Prozent Wachstum

Von einer Wirtschaftskrise spürt Gameloft nichts, im Gegenteil. Die Umsätze des Konzerns stiegen im dritten Quartal 2012 um dynamische 37 Prozent auf 55 Millionen Euro. Die Erlöse mit Spielen auf Smartphones und Tablets kletterte dabei im Vergleich zum Vorjahr sogar um 124 Prozent und macht mittlerweile 56 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Schon über 60 Prozent des Umsatzes auf Smartphones und Tablets entstammen dabei "In-App-Käufen" und Werbeeinnahmen. Und der Höhenflug geht weiter. Im laufenden Geschäftsjahr will Gameloft nun um satte 25 Prozent wachsen.

Kooperation mit Facebook und Co

Beim weltweiten Vertrieb der Spiele setzen die Franzosen dabei nicht nur auf klassische App-Stores, sondern auch auf soziale Netzwerke. So wurde etwa das Rennspiel "GT Racing: Motor Academy" auf der Social-Media-Plattform Google+ veröffentlicht. Natürlich ist der Anbieter von Videospielen und Online-Games mit seinen Produkten längst auch im Facebook-Netzwerk vertreten. Langweilig wird der Spiele-Community dabei nie. Gameloft hat für das vierte Quartal zahlreiche neue Blockbuster in der Pipeline. Dazu zählen neben Zombiewood Modern Combat 4, My Little Pony, Playmobil Piraten und UNO & Friends.

Spielerisch zu neuen Höhen

Gameloft ist der Pionier im schnell wachsenden Markt für Smartphone-Spiele und dürfte seine Spitzenposition in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Daher ist ein 2013er-KGV von 17 eine attraktive Bewertung für den Marktführer, zumal das Gewinnwachstum im Jahr 2013 deutlich über 20 Prozent liegen dürfte. Auch ein Aktienrückkaufprogramm könnte für wichtige Impulse sorgen. Charttechnisch wurde mit einem neuen Jahreshoch ein klares Kaufsignal geliefert. Kaufen!

Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 47/2012 erschienen.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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