Freenet
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Bärenstarker Auftritt

Solide Bilanz, überzeugendes Geschäftsmodell und eine fette Dividende: Diese Aktie besitzt noch jede Menge Luft.

Der Verdienst von Christoph Vilanek zeigt sich nicht auf den ersten Blick. Unter seiner Ägide sind die Er­löse bei Freenet (WKN A0Z 2ZZ), dem größten unabhängigen Telekomunternehmen hierzulande, nämlich konstant ge­sunken: von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2009 bis auf geschätzte drei Milliarden 2011. Im gleichen Zeitraum wurde die Ergebnisqualität aber deutlich verbessert. Nach Einschätzung von Analysten dürfte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 ein EBIT von 150 bis 155 Millionen Euro erwirtschaftet haben, unter dem Strich sollen 110 Millionen Euro hängen bleiben.

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26.01.2012

Auf Qualität getrimmt

Vilaneks Erfolgsstrategie: Der Manager hat frühzeitig damit begonnen, den Kun­denstamm auf Qualität zu trimmen. Dabei wurden nicht nur die „Karteileichen" aussortiert, auch neue attraktive Tarife und Programme zur bes­seren Kundenbindung wurden ein­ge­­führt und die Schuldenlast gedrückt. Die vielfältigen Restrukturierungs­maß­nah­­men haben unter anderem dazu ge­führt, dass der Kundenverlust im wichtigen Vertragssegment - die Sparte steuert den Löwenanteil zu den Erlösen bei - zwar nicht gestoppt, aber auf ein vertretbares Maß reduziert werden konnte. UniCredit rechnet für 2011 mit einem Minus von 401.000 Verträgen. 2012 dürfte sich das Minus auf 50.000 weiter verbessern.

Spieglein, Spieglein, ...

Unter der Führung von Christoph Vilanek hat Freenet nicht nur im opera­tiven Geschäft zurück in die Spur gefunden. Auch auf dem Kurszettel spiegelt sich der Erfolg wider. Der TecDAX-Titel koppelte sich insbesondere seit Sommer 2011 völlig vom Gesamtmarkt ab und entwickelte sich bis Ende De­zember um mehr als 35 Prozentpunkte besser als die Benchmark. Aufs Jahr gerechnet verbuchte Freenet sogar ein kräftiges zweistelliges Kursplus. Anleger honorierten dabei nicht nur die Fortschritte im Kerngeschäft, die günstige fundamentale Bewertung mit KGV 9 auf Basis der für 2012 erwarteten Gewinne und die latent vorhandene Über­nah­me­fantasie durch Drillisch sondern auch die aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik des Unternehmens.

Für das zurückliegende Geschäftsjahr hat Freenet eine Dividende von mindestens 0,80 Euro je Anteil in Aussicht gestellt. Analysten rechnen sogar mit einem Wert von 1,00 Euro. Auf dem aktuellen Kursniveau errechnet sich damit eine Dividendenrendite von bis zu zehn Prozent.

Aktie mit reichlich Luft

Freenet startet bärenstark ins neue Jahr. Die Bilanz ist solide und das Geschäftsmodell endlich auf Erfolg getrimmt. Setzen sich die positiven Trends aus den letzten Quartalen fort, bieten die bislang gültigen Prog-
nosen für 2012 zudem Spielraum nach oben.

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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