ECOMMERCE ALLIANC...
- Michael Schröder - Redakteur

Auf Wachstumskurs

Das Umsatzwachstum dürfte weiter hoch bleiben. Ab 2013 sollten auch unterm Strich Gewinne stehen – und die Aktie deutlich höher notieren.

"Wir wollen ein Schwergewicht im deutschen E-Commerce-Markt werden", lautet die Kampfansage von Daniel Wild. Dafür hat der Vorstand der Ecommerce Alliance AG (WKN A1C 9YW) in den letzten Monaten einige Hebel in Bewegung gesetzt.

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27.09.2012

Nach dem Verkauf des ehemaligen Kerngeschäftes Getmobile und der anschließenden Umfirmierung, hat sich die Ecommerce Alliance völlig neu positioniert. Die veränderten Strukturen basieren auf drei Säulen: Im Bereich "Ecommerce Brands" sind unter anderem Töchter wie Shirtinator, Posterjack.com, 52weine.de und Pauldirekt zusammengefasst. Letzterer ist mit 1,3 Millionen registrierten Kunden einer der führenden Online-Shopping-Clubs Deutschlands - Tendenz steigend! Wild strebt stets eine Mehrheitsbeteiligung an: "Bei gut laufenden Unternehmen wie beispielsweise Shirtinator wollen wir mehr haben und versuchen, auf 100 Prozent aufzustocken", erklärt der Firmenlenker gegenüber dem AKTIONÄR. Die ideale Ergänzung zu den handelnden Firmen bildet der Bereich "Ecommerce Services". Hier verfügt der Konzern mit Getlogics über eine Logistik-Einheit und mit Getperformance über einen Werbespezialisten, der günstig hohe Bestellvolumina bei den einzelnen Brands erzeugen kann.

Klarer Wettbewerbsvorteil

Die Synergien zwischen den einzelnen Töchtern sind für Wild auch einer der entscheidenden Wettbewerbsvorteile. "Das Geschäftsfeld Ecommerce Services dient der Verlängerung der Wertschöpfungskette und ermöglicht den Ecommerce-Brands ein kosteneffizientes und professionelles Marketing und Fulfilment", erklärt der Vorstand. "Getperformance ermöglicht als integrierte Internet- und TV-Marketingagentur die kostengünstige Erzeugung hoher Bestellvolumina für die E-Commerce-Unternehmen", führt Wild aus.

Neue Töchter

Passend dazu wurde zudem im Februar 2012 die Mailcommerce GmbH gegründet. Die Firma ist spezialisiert auf Vermarktung, digitalen Dialog und Beratung im Onlinemarketing. "Die Mailcommerce GmbH erschließt zusätzliche Ertragsquellen für Firmen der Gruppe durch intensives Bestandskundenmanagement", erklärt der Firmenlenker. Abgerundet wird das Bild durch weitere Medienfirmen ("Ecommerce Media"), die ebenfalls der Kundengewinnung dienen. Doch damit nicht genug: Vor wenigen Tagen ist mit der Gründung der Axxamo GmbH (Anteil: 35 Prozent) der Einstieg in das Smartphone- und Tablet E-Commerce-Business gelungen. "Die Kombination von Smartphone-Markt und E-Commerce ist besonders attraktiv und schnell wachsend", erklärt Vorstand Wild im Interview.

Beliebte Tochter

Bereits Ende Mai hat sich die German Media Pool GmbH (GMPVC) an der Ecommerce-Alliance-Tochter Pauldirekt beteiligt. Über Deutschlands ersten unabhängigen Media-for-Equity-Investor läuft eine TV-Werbekampagne für Pauldirekt auf N24, die die Bekanntheit des Online-Shopping-Clubs, der rund die Hälfte des Umsatzes der Gruppe generiert, noch weiter steigern sollte. "Damit erzeugen wir einen deutlichen Anstieg der Visits und somit der Mitgliederzahlen auf Pauldirekt", erklärt Wild die Hintergründe des Abschlusses. 2012 wird die Tochter zwar noch rote Zahlen schreiben. Auf Monatsbasis könnten im Weihnachtsgeschäft jedoch schwarze Zahlen erreicht werden.

Werthaltige Beteiligungen

Bleibt die Frage, wann der Vorstand bei Pauldirekt Kasse macht. "Wir verkaufen dann, wenn wir einen wirklich attraktiven Kaufpreis erzielen können", erklärt der Unternehmenslenker. Und dies dürfte für den signifikanten Umsatzbringer laut Wild "ein deutlich zweistelliger Millionenbetrag" sein. Beim Blick auf die aktuelle Marktkapitalisierung der Ecommerce Alliance von rund 16 Millionen Euro wird schnell klar, welches Potenzial in der Pauldirekt-Beteiligung und damit auch in der gesamten Gruppe schlummert.

Fairer Wert 16 Euro

Die Unterbewertung der Gesellschaft wird auch durch ein anderes Rechenbeispiel deutlich: Analysten haben den anteiligen Wert von Pauldirekt mit 8,20 Euro je Aktie ermittelt. Addiert man die 2,00 Euro je Aktie von Shirtinator, das auf die personalisierte Bedruckung von Textilien und Accessoires spezialisiert ist, hat man den aktuellen Aktienkurs nahezu komplett abgedeckt. Hinzu kommt der Cashbestand von gut drei Euro je Anteilschein und eine Reihe von anderen lukrativen Beteiligungen mit einem Wert von rund drei Euro je Aktie. Das Ergebnis dieser Sum-of-the-parts-Analyse ist ein fairer Wert der Aktie von mindestens 16 Euro.

Explosive Mischung

Bei der Ecommerce Alliance wächst etwas Großes zusammen. Das Zusammenspiel der Töchter ermöglicht ein rasches Umsatzwachstum, Kostenkontrolle und einen gesicherten Marktzugang. 2012 ist bei einem zweistelligen Umsatzwachstum mit einem positiven operativen Ergebnis (EBITDA) zu rechnen. Spätestens ab 2013 dürften auch unter dem Strich schwarze Zahlen stehen. Mit den Maßnahmen zur Wertsteigerung der einzelnen Beteiligungen und dem Eintritt in den Smartphone-Bereich dürfte die Wahrnehmung der Aktie und damit auch deren Aktienkurs nachhaltig steigen. Zudem hat Vorstand Wild mit Pauldirekt noch ein Ass im Ärmel.

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