DMG MORI SEIKI
- Michael Schröder - Redakteur

Antizyklisch handeln

Hohe Nachfrage, boomende Branche, gute Zahlen und Wiederaufnahme der Dividendenzahlung sorgen für Fantasie.

Der weltweite Markt für Werkzeugmaschinen entwickelt sich im Jahr 2011 positiv. Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) geht in seiner Prognose (Stand: April 2011) von einem Wachstum des Weltverbrauchs um 19,6 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro aus. In Asien soll die Nachfrage um 18,1 Prozent wachsen, in Amerika um 26 Prozent und in Europa soll das Wachstum 20,8 Prozent betragen. Starke Verbrauchsimpulse kommen aus den BRIC-Staaten: China, Brasilien, Indien und Russland. In Deutschland wird mit einem Wachstum von 30,5 Prozent gerechnet.

DMG MORI SEIKI
12,25 €
17,00 €
10,80 €
02.08.2011

Gute Zahlen

Von diesem Trend profitiert auch die Gildemeister AG (WKN 587 800). Das belegen die Zahlen des Werkzeugmaschinenbauers zum zweiten Quartal. Zwischen April und Juni sprang der Auftragseingang um mehr als 50 Prozent auf 525,7 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 40 Prozent auf 397,2 Millionen Euro zu. Das EBIT vervielfachte sich von 1,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 22,1 Millionen. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,2 Millionen Euro. Zum Vergleich: Vor einem Jahr stand hier noch ein Verlust von 4,3 Millionen Euro in den Büchern. Die im Vorfeld befragten Analysten rechneten für das zweite Quartal mit einer Auftragssteigerung von 37 Prozent auf 478 Millionen Euro. Den Umsatz sahen die Experten sogar um 39 Prozent auf 395,9 Millionen Euro klettern. Unter dem Strich sollte ein Gewinn von 2,1 Millionen Euro stehen. Hierbei gingen die Schätzungen weit auseinander: Von einem Verlust von 0,3 Millionen Euro bis zu einem Gewinn von 5,6 Millionen Euro war alles dabei.

Ertragsstärke zurückerlangt

"Neben der Neuordnung unserer Finanzstruktur mit dem Ziel der deutlichen Reduzierung unserer hohen Zinsbelastungen haben wir insbesondere im Kernsegment Werkzeugmaschinen unsere Ertragsstärke zurückerlangt", erklärt Vorstand Dr. Rüdiger Kapitza. Auch wenn der Konzernchef 2011 weiterhin als Übergangsjahr sieht, bleibt er insgesamt zuversichtlich: "Die Rahmenbedingungen haben sich weiter verbessert." Das zweite Halbjahr steht dabei im Zeichen der EMO in Hannover. Die weltweit bedeutendste Messe für Werkzeugmaschinen hat für die Branche eine zukunftsweisende Bedeutung.

Hoher Auftragsbestand

Ausgehend von dem hohen Auftragsbestand und dem zu erwartenden "EMO-Effekt" will Gildemeister den Umsatz im Gesamtjahr auf über 1,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,38 Milliarden Euro) steigern. "Mit dem Emissionserlös aus den Kapitalmaßnahmen haben wir die Finanzverbindlichkeiten maßgeblich reduziert, was sich zukünftig positiv auf unseren Geschäftsverlauf auswirken wird", so Kapitza. "Im Gesamtjahr rechnen wir beim EBIT, EBT und auch beim Jahresüberschuss mit deutlichen Zuwächsen", führt der Konzernchef aus. Beim operativen Gewinn soll dabei die Marke von 100 Millionen Euro übersprungen werden. Im vergangenen Jahr kam der MDAX-Konzern hier mit 44,7 Millionen Euro gerade mal auf gut die Hälfte des Werts. Bislang hatte der Konzern keine konkrete Zahl genannt und lediglich deutliche Steigerungen in Aussicht gestellt. Zudem soll für 2011 eine Dividende gezahlt werden.

Konsolidierung vor dem Ende

Mit einem 2012er-KGV von 9 ist der Titel angesichts der guten Aussichten absolut günstig bewertet. Im Bereich um zwölf Euro dürfte sich der Kurs daher wieder stabilisieren. DER AKTIONÄR erwartet, dass der Wert - in einem ruhigeren Marktumfeld und begleitet von einem anhaltend positiven Newsflow - im Anschluss wieder nach oben dreht und mittelfristig die Höchststände aus dem Mai ansteuern. Risikobewusste Anleger können daher bei Kursen um zwölf Euro antizyklisch eine Position aufbauen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Michael Schröder | 0 Kommentare

Roter Oktober: Bei BMW, Commerzbank, Cancom, C.A.T. Oil, Drillisch, Nordex, HeidelbergerDruck und Co drohen massive Verkaufssignale – Hält die 9.000 im DAX?

Während viele europäische Länder in den vergangenen Monaten einen Schwächeanfall nach dem anderen erlebten, zeigte sich die deutsche Wirtschaft zuletzt robust. Doch nun wendet sich das Blatt. Die Börse reagiert verschnupft. Enttäuschende Nachrichten zur Industrieproduktion haben DAX und Co heute … mehr