Pfeiffer Vacuum
- Michael Schröder - Redakteur

120 Jahre und doch sexy

Der Vakuumpumpen-Hersteller ist ein echtes Urgestein. Die Aktie ist derzeit attraktiv wie selten zuvor.

Manche Menschen erreichen ein wahrhaft biblisches Alter. Das hält einige von ihnen allerdings nicht davon ab, wirklich Unglaubliches zu leis­ten. Erst vor wenigen Monaten lief bei­spielsweise der Brite Fauja Singh mit 100 Jahren in Toronto die Marathon-Strecke über 42 Kilometer. Der Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum (WKN 691 660) übertrumpft Fauja Singh beim Alter sogar noch um zwei Jahrzehnte. Dennoch: Die Aktie war selten so attraktiv wie heute. Für Anleger ergibt sich nach dem jüngsten Kursrückgang eine gute Kaufgelegenheit.

Seit dem Allzeithoch Anfang März letzten Jahres bei rund 100 Euro ist die Ak­tie des Anbieters von Vakuumlösungen, die beispielsweise in der Umwelttechnik, der Chemie sowie der Halbleiter- und der Automobilindustrie im Einsatz zu finden sind, zeitweise um rund 40 Prozent eingebrochen.
Zugegebenermaßen hat das Unternehmen seine Umsatzprognose für das ab­gelaufene Geschäftsjahr 2011 Anfang November um 30 Millionen Euro auf 520 Millionen Euro gesenkt. Konzernlenker Manfred Bender verwies dabei auf eine Abschwächung der Nachfrage in den Bereichen Halbleiter und Photovoltaik. Gleichzeitig betonte Pfeiffer Vacuum allerdings, dass sich die anderen Märkte stabil darstellen.

Pfeiffer Vacuum
75,50 €
95,00 €
55,00 €
19.01.2012

Günstige Bewertung
Außerdem soll die prognostizierte Betriebsmarge von rund 15 Prozent erreicht werden. Nach der Übernahme des Geschäftsbereichs Vakuumtechnologie adixen von Alcatel-Lucent (per 31. Dezember 2010) dürfte das EBIT 2011 auf rund 78 Millionen Euro angeschwollen sein - ein stattliches Plus von knapp 50 Prozent. Für 2012 rechnen die Analysten hingegen mit einem leichten Umsatz- und EBIT-Rückgang um sieben Prozent auf 485 Millionen Euro beziehungsweise um zehn Prozent auf 70 Millionen Euro. Unter dem Strich dürften rund 47 Millionen Euro oder 4,73 Euro pro Aktie hängenbleiben. Nach dieser kleinen Wachstumsdelle soll es aber schon 2013 wieder aufwärts gehen und der Um­satz auf rund 520 Millionen Euro klettern. Der Nettogewinn dürfte dabei um rund 16 Prozent auf gut 54 Millionen Euro oder 5,50 Euro pro Aktie anziehen. Damit errechnet sich für 2013 ein moderates KGV von 12.  

Starke Kennzahlen
Auch bei genauerer Betrachtung  anderer wichtiger Kennzahlen steht Pfeiffer Vacuum gut da. So ist das Unternehmen mit einer Ei­gen­kapitalquote von rund 61 Prozent äußerst solide finanziert. Die hohe Dividendenrendite spricht ebenfalls für die Aktie. Nach einer Ausschüttung von 2,90 Euro dürfte die Dividende für 2011 auf 3,50 Euro pro Aktie steigen. Die Di­vi­dendenrendite beliefe sich damit auf rund fünf Prozent. Dabei wird es aber wohl nicht bleiben, schließlich haben Dividendenanhebungen Tradition bei Pfeiffer Vacuum.   

Asien im Blick
Auch operativ kann Pfeiffer Vacuum punkten. Mit der Übernahme von adixen haben sich die Hessen in eine neue Liga katapultiert und insbesondere in Asien Fuß gefasst. So stiegen die Erlöse in den ersten neun Monaten 2011 in Asien kräftig von 26 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro. Die Region trug damit bereits 37 Prozent zum Gesamtumsatz von 406 Millionen Euro bei.
Im Gegenzug ist die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa gesunken. Der Konzern erzielt nunmehr nur noch 45 Prozent (Vorjahr: 58 Prozent) seiner Erlöse im "alten Kontinent" - ein klarer Vorteil angesichts der schwelenden Schuldenkrise. Zudem dürften die Synergieeffekte aus der adixen-Übernahme zunehmend wirksam werden, so die Berenberg Bank, die Pfeiffer Vacuum derzeit zum Kauf mit einem Kursziel von 84 Euro empfiehlt. Die Privatbank ist damit in bester Gesellschaft. So raten derzeit 15 Analysten zum Kauf des Titels. Sieben Experten sprechen eine Halten-Empfehlung aus. Da­gegen liegt lediglich eine Verkaufsempfehlung vor. 



Den Boden gefunden
Auch aus charttechnischer Sicht spricht einiges für einen Einstieg bei Pfeiffer Vacuum. Die Aktie hat in den letzten Monaten bei 60 Euro einen Boden ausgebildet und befindet sich seit Mitte November in einem aufsteigenden Dreieck. Nach dem Überwinden der 70-Euro-Marke liekgt das erste Kursziel nun bei 80 Euro.   

Schnäppchenkurse locken
Die Aktie von Pfeiffer Vacuum ist derzeit ein Schnäppchen. Der Auftragsbestand von 89 Millionen Euro (per 30. September 2011) und die hohe Eigenkapitalquote dürften den Konzern selbst im Falle einer konjunkturellen Abkühlung die eine oder andere Klippe umschiffen lassen. Der jüngste Kursrückgang preist die negativen Erwartungen für 2012 bereits ausreichend ein. Zudem lockt die attraktive Dividendenrendite.  

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