STRATEC BIOMEDICA...
- Michael Schröder - Redakteur

"Sehr guter Start ins Jahr 2014"

STRATEC Biomedical hat seinen Platz im TecDAX erfolgreich behauptet und will nach der im Juli 2013 erfolgten Prognoseanpassung im laufenden Jahr wieder durchstarten. Neben neuen Entwicklungsaufträgen sorgt auch das wieder anziehende Serviceteilegeschäft für positive Impulse und steigende Margen. die Die Gesellschaft plant am Freitag, 28. März 2014 vor Eröffnung des Börsenhandels in Deutschland vorläufige, ungeprüfte Konzernzahlen für das Geschäftsjahr 2013 zu veröffentlichen.

DER AKTIONÄR sprach mit STRATEC-Vorstandschef Marcus Wolfinger über das erste Quartal 2014, weitere bevorstehende Projektabschlüsse und das Nachholpotenzial der Aktie.

STRATEC BIOMEDICA...
32,30 €
40,00 €
29,00 €
27.03.2014

Herr Wolfinger, zuletzt gab es Spekulationen, wonach STRATEC Biomedical seinen Platz im TecDAX bald verlieren würde. Bei der aktuellen Indexanpassung muss jedoch der Telekomausrüster ADVA Optical seinen Platz räumen. Befürchten Sie, dass STRATEC bei der nächsten Indexanpassung ein ähnliches Schicksal droht?

Marcus Wolfinger:
Der nächste reguläre Termin zur Indexanpassung des TecDAX ist im September 2014, bis dahin könnten nur die enger gefassten Fast-Exit-/Fast-Entry-Regeln zur Anwendung kommen. Neben dem Handelsumsatz ist für den Verbleib im TecDAX die Höhe der Marktkapitalisierung des Streubesitzes ausschlaggebend, die sich bei STRATEC durch den unveränderten Freefloat direkt durch den Aktienkurs bestimmt. Nachdem die STRATEC-Aktie in den vergangenen neun Monaten nach dem Verlust eines wichtigen Entwicklungsauftrages mehr oder weniger seitwärts gelaufen ist, während andere TecDAX-Aktien gestiegen sind, haben wir im Ranking sicherlich an Boden verloren. Ausgehend von einer guten operativen Performance im vierten Quartal 2013 und im ersten Quartal 2014 und angesichts einer attraktiven Pipeline bin ich jedoch zuversichtlich, dass unsere Aktie in den kommenden Monaten zu den Outperformern im TecDAX gehören und damit auch die „Abstiegszone“ wieder verlassen wird.

Sie sprechen es an, die STRATEC-Aktie ist in den vergangenen Monaten deutlich hinter dem TecDAX zurückgeblieben. Warum sollten Anleger gerade jetzt in STRATEC investieren?

Die Hintergründe für die im direkten Vergleich schwächere Performance der STRATEC-Aktie im Jahr 2013 sind ja bekannt. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass der Verlust des Auftrages, der zu einer Gewinnwarnung im Juli 2013 geführt hat, nichts mit unserer Performance zu tun hatte, sondern eine strategische Entscheidung des Kunden war. Da ist es ganz natürlich, dass Investoren zunächst abwarten, ob es sich dabei um eine einmalige Belastung handelt und welche Auswirkungen diese auf das Unternehmen hat. Ich gehe jedoch davon aus, dass mit Vorlage der nächsten Geschäftszahlen auch das Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit wieder spürbar ansteigt. Unsere mittelfristige Finanzprognose zeigt, dass STRATEC ein wachstumsstarkes Unternehmen mit überdurchschnittlichen Margen ist. Im Vergleich mit dem TecDAX verfügt die STRATEC-Aktie über deutliches Nachholpotenzial. Das aktuelle Kursniveau bietet auch für neue Anleger eine interessante Einstiegschance.

Kommen wir auf das laufende Geschäftsjahr zu sprechen: Mit welchen Erwartungen sind Sie ins Geschäftsjahr 2014 gestartet?

Die Vorschaurechnungen, die uns unsere Kunden für 2014 gegeben haben, waren sehr positiv und entsprechend optimistisch sind wir auch in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Für 2014 haben wir noch keine konkrete Prognose veröffentlicht, unsere Mittelfristprognose sieht für den Zeitraum 2014 bis 2017 jedoch ein jährliches Umsatzwachstum von acht bis zwölf Prozent vor – bei einer leicht zunehmenden Profitabilität. Wir hatten einen sehr guten Start ins Jahr 2014 und der Verlauf des ersten Quartals stimmt mich zuversichtlich, dass STRATEC im laufenden Jahr ein ordentliches Wachstum ausweisen kann.

Sie sprechen das erste Quartal an: Waren Sie in den ersten Wochen des Jahres mit der Auslastung Ihrer im Einsatz befindlichen Analysensysteme zufrieden?

Mit der Auslastung sind wir zunehmend zufriedener. Allerdings möchte ich betonen, dass die Volatilität nach wie vor überdurchschnittlich hoch ist. Die Auslastung im Januar und Februar lag leicht oberhalb unserer Erwartungen, allerdings wäre es noch zu früh, diese Entwicklung auf das Gesamtjahr 2014 fortzuschreiben. Im Vergleich zum Vorjahr rechnen wir 2014 jedoch mit einer verbesserten Auslastung.

Welchen Einfluss hat das Serviceteilegeschäft auf Ihre Ergebnismarge?

Eine Sensitivitätsanalyse hat gezeigt, dass in einem gewissen Korridor eine Veränderung des Umsatzanteils des Serviceteilegeschäfts um einen Prozentpunkt eine Veränderung der EBIT-Marge um 80 Basispunkte ausmacht. Nach dem in 2012 der Anteil des Serviceteilegeschäfts am Gesamtumsatz deutlich rückläufig war, sollte sich dieser Anteil in 2013 erholt haben und sich nahe der 21 Prozent-Marke befinden. Für 2014 peilen wir einen weiteren Anstieg an – mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Gewinnmarge.

In den vergangenen Monaten haben Sie bedeutende Erfolge mit neuen Entwicklungsprojekten bekannt gegeben. Wie sieht Ihre Entwicklungspipeline nun konkret aus?

Unsere im Juli 2013 veröffentlichte Mittelfristprognose bis 2017 war auf Basis der damals bekannten Entwicklungsprojekte gefasst, die uns das angesprochene durchschnittliche Wachstum von 8 bis 12 Prozent pro Jahr erwarten lassen. I Dezember 2013 und Januar 2014 haben wir zwei weitere Entwicklungsverträge abgeschlossen, die sich ab dem Jahr 2016 beschleunigend auf unser Wachstum auswirken werden. Dabei geht es um zwei sehr komplexe Geräte, wobei eines in sehr hohen Stückzahlen geliefert werden soll.

Weitere Projekte befinden sich nach Unternehmensangaben in fortgeschrittenen Entwicklungs- und Verhandlungsstadien. Rechnen Sie damit, im laufenden Jahr weitere Projektabschlüsse vermelden zu können?

Auf jeden Fall. Man muss hier differenzieren zwischen der Entwicklungspipeline, bei der wir bereits konkrete Verträge mit unseren Kunden haben inklusive der entsprechenden Markteinführungs- und Zulassungsplanungen für die in der Entwicklung befindlichen Geräte, und der Dealpipeline, bei der wir uns in unterschiedlichen Verhandlungsstadien befinden – von der Idee über Machbarkeitsstudien bis hin zum eigentlichen Vertragsabschluss mit dem Kunden. Aufgrund der gut gefüllten Dealpipeline rechne ich mit weiteren Vertragsabschlüssen im laufenden Jahr.

Die Entwicklung in der In-vitro-Diagnostik-Industrie, Instrumentierungslösungen an spezialisierte Entwicklungs- und Fertigungspartner wie STRATEC outzusourcen, nimmt weiter an Geschwindigkeit zu. Wie hart ist der Wettbewerb in diesem Bereich?

STRATEC hat sich in den vergangenen Jahren einen Spitzenplatz in der Branche erarbeitet. Wir sind nun auf einem Niveau aktiv, in dem nur sehr wenige Wettbewerber überhaupt technologisch mithalten können. Der wachsende Outsourcing-Markt lässt genügend Raum für diejenigen Firmen, die sich dort mittlerweile etabliert haben. Zudem möchte ich an dieser Stelle einen unserer Kunden zitieren, der gesagt hat, wenn man Produkte in bestimmten Technologien entwickeln will, dann kann man eigentlich nur mit STRATEC zusammenarbeiten. Bereits heute zählen 10 Gesellschaften der Top15 der weltweiten Diagnostikbranche zu unseren Kunden. Aber wir werden uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen.

Kommen wir abschließend noch auf einen kritischen Punkt zu sprechen: Branchenexperten warnen vor einem zu erwartenden, anhaltend hohen Preisdruck auf Labore und Krankenhäuser. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie diese Entwicklung kompensieren?

Diese Entwicklung ist nicht von der Hand zu weisen. Man muss jedoch sehen, dass es derartige Entwicklungen bereits in der Vergangenheit gab und diese stets positiv für uns waren. In der Regel bedeutet Kostendruck einen höheren Grad der Automatisierung und diese Entwicklung spielt uns in die Karten. Wenn wir uns weiterhin an der oberen Grenze des technologisch Machbaren bewegen, dann laufen auf unseren Geräten nicht die Massentests, die unter Preisdruck stehen, sondern spezielle Tests, die nach wie vor überdurchschnittliche Margen ermöglichen.

STRATEC hat sich in der Vergangenheit auch durch die zügige und erfolgreiche Integration von Zukäufen einen Namen gemacht. Im vergangenen Jahr haben Sie sich mit Zukäufen jedoch zurückgehalten. Wann werden Sie an der Akquisitionsfront wieder Gas geben?

In der Vergangenheit haben wir in der Tat eine Reihe von Unternehmen akquiriert, die heute integraler Bestandteil von STRATEC sind und deren Technologie inzwischen in STRATEC-Produkten Anwendung findet. Allerdings ist die erfolgreiche Integration von neuen Tochtergesellschaften kein Selbstläufer, sie bindet vielmehr ein großes Maß an Managementkapazitäten. Insofern galt unser Schwerpunkt im vergangenen Jahr der Weiterentwicklung unserer Technologie und dem Ausbau unserer Entwicklungs- und Dealpipeline. Aktuell ist keine Transaktion geplant. Wir schauen uns aber nach geeigneten Kandidaten um, mit dem Ziel Technologie und/oder Marktzugang zu akquirieren. Allerdings werden wir nur zugreifen, wenn letztendlich auch die Bewertung angemessen ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: