- Sebastian Schinhammer - Redakteur

Ausgeliefert! Delivery Hero gibt sein China-Geschäft auf

Der Kampf um das Milliardengeschäft Food Delivery ist auf der ganzen Welt in vollem Gange: Nun wird sich Delivery Hero vom chinesischen Markt zurückziehen. Das Berliner Unternehmen, an dem Rocket Internet mit 38 Prozent beteiligt ist, gibt als Grund den aggressiven Wettbewerb an. Delivery Hero will seine chinesische Tochter Waimai Chaoren in den nächsten Monaten schließen oder verkaufen, schreibt das Magazin TechCrunch. 400 Mitarbeiter vor Ort sind davon betroffen. “Wir bewerten alle Optionen.”, sagt Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg. 

Die chinesische Konkurrenz sei sehr rustikal zu Werke gegangen: Laut Östberg hätten sie Kunden kostenloses Essen geliefert und auf eine Kommission bei den Restaurants verzichtet. Damit seien Gewinne auf lange Sicht nicht sichergestellt und somit würden die Investmentkriterien nicht erfüllt. 

Delivery Hero hat 2012 in China angefangen, sein Geschäft zu entwickeln. Unter der Führung von Lukas Englehardt hat das Unternehmen von Shanghei aus in 19 Städte expandiert.

Rückt der IPO näher?

TechCrunch vermutet, dass dieser Rückzug auch strategische Gründe hat: So würde sich Delivery Hero im Hinblick auf einen nahestehenden IPO die Bücher schönen und kein weiteres Geld in solch einem harten Wettbewerb verbrennen. DER AKTIONÄR berichtete bereits im Januar, dass Delivery Hero schon Banken mit einem Börsengang beauftragt hätte.

Mehr zu Rocket Internet und Delivery Hero gibt es im aktuellen Heft (Ausgabe 10/16).

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  • Margin Call -
    Mit "rustikalem" Vorgehen kennt sich das Unternehmen anscheinend ja auch gut aus: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Strafbefehle-gegen-Lieferdienst-Startup-1776645.html und http://www.deutsche-startups.de/2015/11/09/delivery-hero-laesst-food-express-einfach-fallen/

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