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René Lezard-Anleihe: Genügend Sexappeal?

Jochen Kauper

René Lezard hat eine schicke Anleihe gestrickt: Der Zinssatz beträgt attraktive 7,25 Prozent, die Laufzeit fünf Jahre. Die Eigenkapitalquote beträgt jedoch magere 14 Prozent. Kommt die Anleihe als Depotbeimischung in Frage?

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Die Idee kam Thomas Schäfer im Urlaub in Frankreich. René Lezard soll sein Modekonzern heißen. Seitdem wird Schäfer auch schon mal als Monsieur Lezard angesprochen. Vor rund 35 Jahren gründete der Sohn eines Strickwarenherstellers das Unternehmen. Seitdem hat sich viel getan. Produziert wird mitten in der Provinz: in Schwarzach am Main rund 20 Kilometer von Würzburg entfernt. Verkauft wird in erster Linie in Großstädten wie Berlin oder Düsseldorf oder Hamburg. Im Ausland ist René Lezard in Metropolen wie New York, London oder auch Moskau vertreten. Die Shops sind hipp. Genauso wie die Mode selbst. Zu verdanken hat dies René Lezard sicherlich auch dem zuletzt eingekauften Designer Matthias Heitzler.

Kaufkräftig

Zielgruppe von René Lezard sind in erster Linie Frauen und Männer zwischen 35 und 50 Jahre. Also, die so genannte Kaufkräftige Kundschaft. Verkauft werden Textilien im Hochpreissegment, in erster Linie Damenoberbekleidung, Herrenbekleidung. Accesoires spielen was den Umsatz betrifft nur eine kleine Rolle. Was die Umsatzverteilung betrifft, so haben die Damen hier die Oberhand, sorgen diese doch für knapp 60 Prozent der Erlöse. Auf die Herren entfallen knapp 37 Prozent.

Zahlen im Aufwind

Vertrieben wird der feien Zwirn aus dem Hause René Lezards via Wholesale-Geschäft (40 Prozent) sowie durch den Eigenvertrieb (60 Prozent). Im Wholesale-Geschäft verkauft René Lezard die Produkte an den Einzelhandel, dabei handelt es sich hauptsächlich um Damen- und Herrenausstatter im gehobenen Fachhandel. Im Eigenvertrieb wird die Ware in eigenen Stores angeboten. Dabei allen voran in den deutschen Großstädten. Die Zahlen können sich sehen lassen. Im Geschäftsjahr 2010/11 erzielte René Lezard einen Umsatz von 48,9 Millionen Euro. „In den letzten Jahren haben wir René Lezard konsequent strategisch neu ausgerichtet. Als nächstes Ziel wollen wir uns breiter finanzieren und den eingeschlagenen Wachstumspfad nachhaltig weiterführen. Die Begebung einer Anleihe ist für uns die ideale Möglichkeit hierzu", so Heinz Hackl, Sprecher der Geschäftsführung. 

Anziehend

Die Anleihe  war in nur wenigen Stunden vergriffen. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir einen so breiten Kreis von Anlegern von unserem Weg, den wir seit 2008 konsequent und erfolgreich beschreiten, überzeugen konnten. Diesem Vertrauen in uns und unser Geschäftsmodell wollen wir nachhaltig in den kommenden fünf Jahren gerecht werden. Dies wird sich auch in der Kommunikation mit dem Kapitalmarkt widerspiegeln", so Heinz Hackl, Sprecher der Geschäftsführung. Der Emissionserlös in Höhe von 15 Millionen Euro soll zunächst mit einem Betrag von bis zu 7,5 Millionen Euro für die Umstellung auf eine langfristigere und ausgewogenere Finanzierungsbasis verwendet werden. Rund vier Millionen Euro fließen in die Stärkung der Marke. Drei Millionen werden investiert um die Expansion im Ausland zu forcieren. Neben Investitionen in eigene Geschäfte sind auch Shop-Modernisierungen, die Stärkung des Wholesale sowie der Ausbau des Online-Shops geplant.

Nicht sexy genug

René Lezard hat eine schicke Anleihe gestrickt: Der Zinssatz beträgt attraktive 7,25 Prozent, die Laufzeit fünf Jahre. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens fällt mit 14 Prozent allerdings noch sehr mager aus. Zwar sollte René Lezard in Zukunft in der Lage sein, die Zinsen zu bedienen, jedoch gibt es interessantere Mittelstandsanleihen.

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