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Reiff für die Börse

Jochen Kauper

Die Reiff-Gruppe ist Deutschlands größter unabhängiger Reifenhändler. Die Zahlen für die ersten sechs Monate lagen im Rahmen der Erwartungen. Attraktive Firma – aussichtsreiche Anleihe.

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Reifen soweit das Auge reicht. Die Lager der Reiff-Gruppe sind gigantisch. Auf über 130.000 Quadratmetern lagern in Spitzenzeiten bis zu 1,8 Millionen Reifen. Im Minutentakt verlassen Pakete auf dem Weg zum Kunden das Firmengelände, in Spitzenzeiten bis zu 60.000 Reifen am Tag. Es ist eine logistische Meisterleistung.

Konstant

Insgesamt setzte Reiff im Jahr 2011 565,3 Millionen Euro um. Ein Plus von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern stieg um 120 Prozent auf 12,8 Millionen Euro. Von Krise keine Spur. Kein Wunder, dass die Reiff-Anleihe bei der Emission im Mai 2011 weg ging wie warme Semmeln. Innerhalb von nur zwei Stunden war das Papier mehr als dreifach überzeichnet. Auch die Zahlen für das erste Halbjahr 2012 können sich sehen lassen. Der Umsatz ging zwar um 2,5 Prozent auf 248,6 Millionen Euro zurück, aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds aber kein Beinbruch. „2011 war für die Unternehmen der Reiff-Gruppe ein außerordentliches Wachstumsjahr. Wir liegen im ersten Halbjahr zwar knapp unter Vorjahr; in unserem Geschäft war es aber schon immer so, dass das zweite Halbjahr den größeren Anteil brachte und hier sind wir sehr zuversichtlich", so Geschäftsführer  Eberhard Reiff

Volle Kraft ins Internet

Rund 72 Prozent der Umsätze macht die Reiff-Gruppe mit dem Reifenhandel. Immerhin 25 Prozent wurden mit Teilen und Komponenten für den Maschinen- und Anlagenbau umgesetzt. Auch liefert Reiff Dichtungen sowohl für die Automobilindustrie als auch für die Medizintechnik. Hier handelt es sich allerdings noch um einen sehr kleinen und noch unbedeutenden Geschäftsbereich. Getragen wurde die gute Umsatz- und Gewinnentwicklung vor allem durch den Zukauf der Firma Reifen Krupp. Hierfür wurde auch der Grossteil des Erlöses aus der Anleihe verwendet. Durch die Übernahme baut die Reiff-Gruppe gleichzeitig den Verkauf von Reifen und Rädern via Internet weiter aus. „2012 ist für den Geschäftsbereich Reifen und Autotechnik vor allem ein E-Commerce-Jahr. Wir werden die technische Logistik verfeinern und Prozesse optimieren", so Eberhard Reiff optimistisch.

Bodenhaftung

Das Unternehmen macht einen fitten Eindruck. Nicht zu übersehen werden dürfen Investoren allerdings die Tatsache, dass das Geschäft konjunkturabhängig ist. Schwächere Phasen müssen also mit eingeplant werden. Mit einem Kupon von 7,25 Prozent ist die Anleihe im Segment der Mittelstandspapiere attraktiv ausgestattet. Die Reiff-Anleihe bekommt gegenüber dem Autozulieferer Uniwheels den Vorzug.

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