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Mittelstandsanleihen: Lukrativer Sixpack

Jochen Kauper

Kaum hat das Jahr begonnen, stürmen die Menschen auch schon wieder die Geschäfte. Dabei sollte man doch gerade in dieser Zeit mal zur Ruhe kommen, einfach mal innehalten. Schließlich trifft man genau dann auch als Anleger die besten Investment-Entscheidungen. Und vielleicht ist für den ein oder anderen Anleger sogar aus dem Bereich der Mittelstandsanleihen etwas dabei.

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Das Familienunternehmen Seidensticker ist in den letzten Jahren zu Europas größtem Hemdenhersteller aufgestie­gen. Durch Marken wie Jacques Britt, Lo­renzo Calvino oder Redford hat sich Sei­densticker weltweit sogar bis auf Platz 3 vorgearbeitet. Mit dem Geld aus der Anleihe will Geschäftsführer Gerd Oliver Seidensticker das internationale Wachstum forcieren. Derzeit liegt die Exportquote bei über 40 Prozent. Bei einem Umsatz von 190 Millionen Euro im laufenden Jahr strebt das Unternehmen ein operatives Ergebnis von 13 Millionen Euro an. Fazit: Maßgeschneidert fürs Depot!

Eterna: Bügel- und sorgenfrei

Zugegeben, es ist schon wirklich eine feine Sache, wenn man seine Hemden nicht mehr bügeln muss. Raus aus der Waschmaschine, aufhängen, trocken, an­ziehen. Knitterfalten sind Schnee von gestern. Einwandfrei, die Hemden von Eterna. Mit den 35 Millionen Euro aus der An­leihe will Eterna die Anzahl der Retail-Stores erhöhen und das lukrative On­linegeschäft ausbauen. Ziel ist es, langfristig die begehrteste Hemdenmarke Europas zu werden. Bislang verfügt Eterna über 43 eigene Stores und neun Franchise-Filialen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Zudem beliefert Eterna weltweit rund 5.000 Fachhandelspartner in 44 Ländern. Von 2009 bis 2011 erhöhten sich die Umsatzerlöse jährlich um 3,5 Prozent. Die EBITDA-Marge liegt derzeit bei rund 14,5 Prozent. Fazit: Die Zeichen stehen auf Expansion, der Kupon liegt bei rekordverdächtigen acht Prozent. Passt wie angegossen.

Scholz: Schrott bringt Kohle

Kontinuität ist für Berndt-Ulrich Scholz Trumpf. Der Geschäftsführer der Scholz AG ist ein alter Hase im Geschäft. Seit mehr als 30 Jahren schwingt er er­folg­­reich das Zepter bei der Scholz AG. Die Firma gehört zu den weltweit führenden Unternehmen im Recycling von Stahl­schrott und Buntmetall. Das Unternehmen ist ein echter Zykliker. Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise haben die Umsätze einen ordentlichen Dämpfer bekommen. Im Jahr 2009 erwirtschaftete Scholz rund 2,39 Milliarden Euro. Im Jahr darauf waren es bereits wie­der 4,49 Milliarden Euro. 2012 setzte Scholz in den ersten neun Monaten 3,7 Milliarden Euro um. Das EBITDA betrug 164,9 Millionen Euro. Fazit: Mit einem Ku­pon von 8,50 Prozent ist die Anleihe ein heißes Eisen fürs Depot!

MS Spaichingen: Läuft wie geschmiert

MS steht für die beiden Kerngeschäftsfelder „Motorentechnik" und „Schweiß­tech­­nik". Das Unternehmen profitiert von der starken Nachfrage aus dem Bereich der Nutzfahrzeuge. Im Geschäftsfeld Motorentechnik sind Daimler, die Daimler-Tochter Detroit Diesel Corporation sowie MAN die größten Kunden. Mitt­lerweile beliefert MS Spaichingen auch die Verpackungsindustrie. Hier zählen unter anderem Beiersdorf oder Zip-Pak zu den Kunden. Die Geschäfte laufen wie geschmiert: Umsatz und EBIT wachsen konstant. Fazit: Mit einem Kupon von 7,25 Prozent hat die Anleihe mächtig PS unter der Haube.

Dürr: Sensationell

Für die Entwicklung der Dürr AG gehen einem fast schon die Superlative aus. Der Anlagen- und Maschinenbauer hat in den letzten Monaten zahlreiche neue Aufträge an Land gezogen. Und auch in Zukunft kann der Hersteller von Lackieranlagen auf eine rege Nachfrage aus der Autoindustrie setzen. Die Auslastung von Dürr ist bis weit in das Jahr 2013 hinein gesichert. Damit untermauerte Dürr einmal mehr seine derzeitige Ausnahmestellung im Bereich der Anlagenbauer. Fazit: Die Dürr-Anleihe bietet konservativen Investoren bei den derzeit niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt  eine attraktive Rendite.

Freenet: Begehrte Braut

Freenet ist in einem hart umkämpften Markt einer der letzten unabhängigen Mobilfunkprovider in Deutschland.  Und das sehr erfolgreich. Der Umsatz betrug in den ersten neun Monaten 2,3 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis kletterte um fast 70 Prozent auf 131 Millionen Euro. Die Zahl der Vertragskunden im dritten Quartal 2012 stieg um 31.000 auf 5,7 Millionen. Als Sahnehäubchen obendrauf gibt es noch die immer wieder aufkeimende Übernahmefantasie durch den Konkurrenten Drillisch. Bislang hält Drillisch ein Aktienpaket an Freenet in Höhe von rund 22 Prozent. Fazit: Die Freenet-Anleihe funkt weiterhin positive Signale.     

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