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Laurèl -Anleihe: Sexy Zinsen für modische Anleger

Jochen Kauper

Vor rund drei Jahren noch gehörte Laurèl zur Modefirma Escada. Während sich Escada aber nach Pleite und der Übernahme durch die Inderin Megha Mittal von der Börse zurückzog, greift die ehemalige Untermarke Laurèl an. Die Anleihe ist einen Blick wert.

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Taktgeber und Visionär von Laurèl ist Dirk Reichert. Reichert selbst stammt aus einer Modefamilie, das Gen wurde ihm sozusagen schon mit in die Wiege gelegt. Durch die Krise der letzten drei Jahre hat Reichert die Firma Laurel gut manövriert. Und das obwohl die Konsumausgaben in den USA sowie in Europa ja noch immer unter der schwierigen wirtschaftlichen Situation ächzen. Und trotzdem hat es Reichert immer wieder durch seinen Antrieb geschafft, Umsatz und Ertrag zu verbessern. Zu Verdanken hat Reichert die gute Entwicklung sicherlich auch den stabilen Wachstumsmärkten in Asien und dort insbesondere China.

Laufsteg über den großen Teich
Ein Teil des Emissionserlöses aus der Anleihe soll auch genau in diese Länder fließen. Daneben haben sich Reichert und Co auch Europa für ihre Expansion ausgesucht. Neue Verkaufsstores werden bis Ende 2013 unter anderem in Amsterdam, Wien, Shanghai, Berlin, und Düsseldorf entstehen. Beabsichtigt ist ein Wachstum von derzeit zehn auf über 40 eigene Stores bis zum Geschäftsjahresende 2016/17. „Wir werden uns aber auch mit dem amerikanischen Markt beschäftigen. Dort ist nächsten Jahr geplant eine Tochtergesellschaft zu gründen", so Reichert gegenüber dem AKTIONÄR. Auch Zukäufe in Europa könnte sich der Firmenlenker vorstellen. „Wir bekommen jede Woche neue Angebote auf dem Tisch. Es könnte durchaus sein, dass man einen strategischen Zukauft tätigt, entweder über eine Zweitmarke oder einen Accessoire-Lieferanten der komplementär unser Angebot stützen würde", so Reichert weiter. Weitere Mittel aus der Emission sollen in die IT-Optimierung und den Aufbau des Lizenzgeschäfts, beispielsweise für Parfüms und Sonnenbrillen, fließen.

Gut im Geschäft
Laurèl erwirtschaftete im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr 2011/12, das sechs Monate bis zum 30. April 2012 umfasste, einen Umsatz von 17,1 Millionen Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag bei 2,3 Millionen Euro. Das entspricht einer EBIT-Marge von 13,4 Prozent. Dennoch, das kommende Geschäftsjahr 2012/13 ist insgesamt schwer einschätzbar. Das Management wird mit der notwendigen Sorgfalt und einem entsprechendem Risikomanagement Laurèl steuern. Ziel ist es die Umsätze bis zum Ende des Geschäftsjahres 2016/17 auf rund 80 Millionen Euro zu steigern.

Schicke Sache

Die Eigenkapitalquote von Laurèl lag zum 30. April bei soliden 69 Prozent und sinkt mit der Anleihe-Emission auf etwa 35 Prozent. Das Unternehmen ist gut positioniert und hat mit Dirk Reichert einen starken Mann an der Spitze. Aufgrund deutlicher Überzeichnung bereits am ersten Tag der Angebotsfrist wurde das Angebot der 20 Millionen Euro-Anleihe bereits nach wenigen Stunden vorzeitig beendet. Ursprünglich war für die Zeichnung ein Zeitraum bis zum 14. November vorgesehen. Ab heute startet daher der Handel im Open Market der Deutsche Börse AG im Segment Entry Standard für Anleihen. Ausgabe- und Valutatag ist der 16. November. Das Papier hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Von der Creditreform Rating AG erhielt Laurèl die Rating-Note BBB. Die Anleihe mit einem Kupon von 7,125 Prozent verleiht dem Depot einen modischen Touch.

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