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Ekosem-Agrar-Anleihe: Almrausch in Woronesch

Jochen Kauper

Die Milch macht’s: Ekosem-Agrar zapft erneut den Kapitalmarkt an. 60 Millionen Euro wollen Geschäftsführer Stefan Dürr und seine Mannschaft einnehmen. Die Anleihe ist mit einem attraktiven Kupon von 8,5 Prozent ausgestattet.

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Stefan Dürr liebt das Abenteuer. Deshalb verschlug es ihn vor rund 20 Jahren nach Russland. Als Trainee arbeitete er in der sowjetischen Landwirtschaft. Dürr importierte gebrauchte Landmaschinen oder handelte mit Saatgut. Im Jahr 2003 widmete er sich dann der Milchproduktion. Mittlerweile zählt Dürr fast 14.000 Milchkühe zu seinem Imperium.

Nummer drei im Riesenreich

Der modernste Betrieb von Stefan Dürr ist in Woronesch. Andere sind in Kursk oder Novosibirsk. Im Gegensatz zu den deutschen Landwirten gibt's für Dürr nämlich 44 Cent pro Liter Milch. Zum Vergleich: In Deutschland bekommen die Landwirte lediglich 30 Cent je Liter. Da ist es auch kein Wunder, dass Dürr seine „Kuh-Flotte" in Russland weiter ausbauen will. „Allein im letzten halben Jahr haben wir unsere Eigentumsfläche um 12.500 Hektar und unsere Herde um rund 20 Prozent auf 36.500 Rinder - davon 13.850 Milchkühe - ausgebaut", sagt Stefan Dürr. 80 Millionen Liter Milch wird der Betrieb von Stefan Dürr aller Voraussicht nach im Jahr 2012 produzieren. Damit ist Ekosem-Agrar in den letzten Jahren zum drittgrößten Milchproduzenten in Russland aufgestiegen. „Unsere Unternehmensgruppe befindet sich voll auf Wachstumskurs. Der russische Milchmarkt ist nach wie vor in hohem Maße von Importen abhängig und die Milchpreise liegen deutlich über dem deutschen Niveau. Das verschafft uns ideale Bedingungen, um unser Geschäft auszubauen", erklärt Dürr.

Noch mehr Kühe

Insgesamt nutzt Ekosem-Agrar eine Gesamtfläche von 173.000 Hektar Land - das entspricht mehr als zwei Dritteln der Fläche des Saarlands. Neben der Milchproduktion zählt die Firma auch zu den größten Saatgutherstellern des Landes. Zudem bauen Dürr und Co das dritte Standbein, die Herstellung von Premium-Rindfleisch, weiter aus.

Gute Geschäfte

Die hohen Milchpreise bescheren Dürr und seiner Mannschaft in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres ein Umsatzwachstum von 34 Prozent auf 53,8 Millionen Euro. Das EBIT lag mit 9,7 Millionen Euro um 174 Prozent über den Vorjahreszeitraum. „Wir ernten jetzt die Früchte unserer Investitionen der vergangenen Jahre und werden unsere Ertragskraft weiter ausbauen", sagt Ekosem-Finanzvorstand Wolfgang Bläsi. Die Weichen dafür will Ekosem mit der Ausgabe einer zweiten Anleihe stellen. 60 Millionen Euro wollen Dürr und Co damit einnehmen. Mit dem Erlös soll ein Darlehen in Höhe von 40 Millionen Euro getilgt werden, der Rest wird investiert. Dürr will die Nutzfläche bis zum Jahr 2015 auf rund 238.000 Hektar ausbauen. Dann will er Herr über 30.000 Milchkühe sein.

Aussichtsreich

Die zweite Anleihe von Ekosem-Agrar (WKN: A1R 0RZ) ist mit einem attraktiven Kupon von 8,5 Prozent ausgestattet. Zeichnungsstart ist der 26. November. Fazit: Pack die Milchkuh ins Depot.

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