Steffen Eidam
Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Donnerstag mit Gewinnen in den Handel starten. Rückenwind kommt vor allem aus den Vereinigten Staaten, wo die Wall Street am Vorabend deutlich zulegen konnte. Kräftige Kursgewinne feierten darüber hinaus die wichtigsten asiatischen Indizes. Der Blick der Investoren richtet sich weiter auf die Lösungsvorschläge zur Rettung der hochverschuldeten Euroländer. Spanien und Italien platzieren heute weitere Anleihen am Markt, in Griechenland stehen Verhandlungen um einen Schuldenschnitt auf der Agenda. Am Nachmittag könnte vor allem der Philly-Fed-Index für neue Impulse sorgen.
Höherer Gewinn bei Aurubis
Der Kupfererzeuger Aurubis hat im Geschäftsjahr 2010/2011 seinen Umsatz um 35 Prozent auf 13,34 Milliarden Euro gesteigert. Gleichzeitig zog das operative Vorsteuerergebnis (EBT) um 84 Prozent auf 292 Millionen Euro an. Die Schätzungen der Analysten konnten somit übertroffen werden. Der Konzern will die Dividende um 20 Prozent auf 1,20 Euro je Aktie erhöhen. "Wir werden angesichts der unsicheren Entwicklungen im Umfeld unsere Strategie weiter verfolgen und an unserem Ziel, die Stärken im Unternehmen auszubauen, Chancen zu nutzen und die Widerstandsfähigkeit zu verbessern, festhalten", erklärte der neue Vorstandsvorsitzende Peter Willbrandt.
Wirbel um Commerzbank
Die Commerzbank bestimmt erneut die Schlagzeilen. So hieß es, das Institiut konnte die EU-Kommission davon überzeugen, dass ein vollständiger Verkauf der Immobilientochter Eurohypo momentan nicht möglich ist. Ein Teilverkauf rücke somit immer näher. Das Handelsblatt wiederum geht von einer zeitnahen Genehmigung der Europäischen Kommission für die Integration der Tochter Eurohypo in den Konzern aus. Indes berichtete die Financial Times Deutschland, dass die EU-Bankenaufsicht bezweifelt, dass die Commerzbank die Refinanzierungspläne rechtzeitig einreichen wird. Somit wären weitere Staatshilfen "fast unumgänglich". Die Frist läuft am morgigen Freitag ab.
USA genehmigt Fusion der Deutschen Börse
Die US-Börsenaufsicht SEC hat die Fusion von Deutscher Börse und NYSE endgültig genehmigt. Das Zustandekommen des 17 Milliarden Dollar schweren Zusammenschlusses obliegt jetzt einzig der Entscheidung der EU-Kommission. Die EU-Wettbewerbshüter hatten sich zuletzt aber gegen die geplante Fusion ausgesprochen. Knackpunkt sei eine zu befürchtende Dominanz auf dem Gebiet des börsengebundenen Derivatehandels. Eine endgültige Entscheidung trifft die Kommission am 9. Februar.
Kontron verkauft Geschäftssparte
Kontron verkauft seine Malaysia-Fertigung, Kontron Design Manufacturing Services (KDMS), an Plexus. Somit fließen dem Hersteller von Kleincomputern 35,2 Millionen Dollar in die Kasse. KDMS wird sich künftig den Bereichen Forschung, Entwicklung und strategischen Einkauf widmen. Kontron bezeichnete den Verkauf als weiteren wichtigen Schritt hinsichtlich der strategischen Fokussierung auf die Kernkompetenzen.