Caroline Scherr - New York
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Die Wall Street hatte am Mittwochmorgen ermutigende Nachrichten aus Europa erhalten. Eine Auktion von portugiesischen Staatsanleihen ging mit Erfolg über die Bühne und nahm etwas Druck vom Markt, insbesondere von den Bankenwerten. Dow Jones (10.394,84 Punkte, +0,52 Prozent) und Nasdaq (1.881,30 Punkte, +1,34 Prozent) starteten eine erneute Erholungsrallye, die gegen Nachmittag wieder etwas abflachte.
Das Beige Book, der Konjunkturbericht der US-Notenbank, lieferte ein ernüchterndes Ergebnis. In fünf von zwölf Distrikten fand die Fed im Spätsommer gemischte oder sich verschlechternde Bedingungen vor. Betroffen sind die Gebiete New York, Philadelphia, Richmond, Atlanta und Chicago. Im letzten Bericht hatten nur zwei Distrikte diese Schwierigkeiten. Auch wenn die US-Wirtschaft in der letzten Zeit weiter wuchs, sprach die Fed von „weit gestreuten Zeichen einer Verlangsamerung“.
BP veröffentlichte einen Ursachenbericht zur Ölkatastrophe im Golf von Mexico und räumte Fehler ein. Zum Beispiel sei ein Drucktest von Mitarbeitern des Ölkonzerns falsch bewertet worden. Auch andere beteiligte Firmen sollen allerdings Fehler gemacht haben. Die Analysten von Fitch sehen BP inzwischen wieder in einem besseren Licht. Nachdem die Ratingagentur ihre Empfehlung im Juni zweimal herabgesetzt hatte, gab es jetzt eine Heraufstufung von „BBB“ auf „A“. Das langfristige Rating hält Fitch inzwischen ebenso wieder für stabil.
Phillips-Van Heusen, Mutterkonzern von Marken wie Calvin Klein oder Timberland, präsentierte Quartalszahlen über den Erwartungen. Der Gewinn stieg auf 72 Cents je Aktie, der Umsatz konnte sich mehr als verdoppeln auf 1,1 Milliarden Dollar. Für noch größere Freude sorgte die Prognose für das Gesamtjahr 2011. Phillips-Van Heusen kalkuliert den Gewinn je Aktie auf 3,70 bis 3,80 Dollar. Die Erträge sollen 4,44 bis 4,47 Milliarden Dollar betragen. Im Tagesverlauf gewannen diese Zahlen immer mehr Anhänger. Aktien des Konzerns legten am Nachmittag über acht Prozent zu.
Am Donnerstag gibt das Arbeitsministerium die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche bekannt. Der Markt wartet außerdem auf die Handelsbilanz aus dem Juli und die Rohöllagerbestände. National Semiconductor wird Quartalszahlen vorlegen, im Vorfeld spekulieren die Analysten durchschnittlich auf einen Gewinn von 34 Cents je Anteil.