Caroline Scherr - New York
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Moody's sorgte vor dem Wochenende für Aufregung, nicht nur in Europa, sondern auch an der Wall Street. Die Analysten der Ratingagentur korrigierten die Kreditwürdigkeit Irlands um fünf Stufen nach unten und sprachen von einem schwachen wirtschaftlichen Ausblick. Der Beschluss der EU-Länder, künftig einen ständigen Rettungsfonds in der Hinterhand zu haben, kam dagegen besser am US-Markt an. Die Reaktionen auf den Kompromiss der Staatschefs blieben aber zurückhaltend.
Dieselbe Zurückhaltung zeigte auch der Dow Jones (11.491,98 Punkte, -0,06 Prozent), der im Tagesverlauf meist mit leichten Verlusten notierte. Auch Konjunkturdaten konnten daran nichts ändern. Die Frühindikatoren stiegen im November um 1,1 Prozent, der größte Zuwachs seit letztem März. Ein Ökonom des Conference Board meinte dazu, dass zu der anhaltende Stärke der Indikatoren nun auch Gewinne im Industrie- und Verbraucherbereich kommen, der Immobiliensektor aber schwach bleibe.
Gute Quartalszahlen halfen zumindest dem Technologieindex Nasdaq (2.218,29 Punkte, +0,01 Prozent) weiter. Oracle verzeichnete schon am Vorabend ein Gewinnplus von 28 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Dieser Wert übertraf die Erwartungen deutlich. Der Umsatz des Computerkonzerns legte um 47 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar zu. Die Verkäufe neuer Software-Lizenzen liefen im zweiten Geschäftsquartal rund und erreichten ein Plus von 21 Prozent. Die Aktie erhielt am Freitag Flügel und kletterte teilweise über fünf Prozent aufwärts.
Auch Research in Motion konnte mit der letzten Zwischenbilanz überzeugen. Der Gewinn stieg im dritten Quartal um 45 Prozent auf 911 Millionen Dollar. Der Umsatz des Blackberry-Herstellers legte um 40 Prozent auf rund 5,5 Milliarden Dollar zu. Der Ausblick auf das laufende Quartal fiel zudem über den Erwartungen aus. Die Analysten hielten sich trotzdem mit positiven Bewertungen zurück. Ein Teil von ihnen sieht das Blackberry angesichts hoher Konkurrenz im Abflauen. Die Investoren lobten die Zahlen trotzdem, Titel von Research in Motion legten am Nachmittag über drei Prozent zu.
In der Handelswoche vor Weihnachten kommen noch einmal einige wichtige Konjunkturdaten an der Wall Street an. Zum Beispiel werden das Bruttoinlandsprodukt aus dem dritten Quartal, die bestehenden und neuen Hausverkäufe, die persönlichen Einkommen und Ausgaben und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche veröffentlicht. Adobe Systems, Walgreens und Micron werden Zahlen vorlegen.