Manuel Koch
Der letzte Handelstag in dieser Woche wurde von einer Legende eingeläutet: Warren Buffett. Der 81-jährige Großinvestor und drittreichste Mensch der Welt stand um 9.30 Uhr unter tobendem Applaus auf dem Balkon der Wall Street.
Nach der Opening Bell ließ sich Buffett sehr viel Zeit, spazierte übers Parkett, viele machten Fotos mit ihm und er gab den großen Fernsehsendern Interviews. Auch ich hatte die Gelegenheit kurz mit ihm zu reden. Die NYSE sei für ihn seit Jahrzehnten ein ganz magischer Ort, sagte er mir.
So magisch fanden die Anleger den Handelstag nicht. Viele nahmen Gewinne mit und verkauften Aktien nach einer rein nach Zahlen positiven Woche. Die Krise in Europa und die schwache US-Wirtschaft sind aber ständig präsent. Deswegen wollten die Händler am letzten Tag des Quartals selbiges gerne abhaken. Der Dow hat in den vergangenen drei Monaten über zehn Prozent verloren. So schlecht lief es seit der Finanzkrise nicht mehr.
Positiv wirkten sich einige Konjunkturdaten aus. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan fiel im September besser aus als erwartet. Es stieg von 55,7 auf 59,4 Punkte. Auch der Chicago Einkaufsmanagerindex ist in diesem Monat von 56,5 auf 60,4 Zähler gestiegen. Das Einkommen der Amerikaner sank zwar um 0,1 Prozent, aber Experten hatten mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet. Außerdem sparen die Amerikaner weniger. Die Sparrate lag bei 4,5 Prozent. Das ist der schlechteste Wert seit 2009. Ein Anzeichen dafür, dass sie das Geld für andere Dinge dringender brauchen.
Der Dow Jones ging mit einem Minus von 2,2 Prozent und 10.912 Punkten aus dem Handel. Er liegt wieder unter der wichtigen Marke von 11.000 Punkten. Der Nasdaq Composite schloss bei Minus 2,6 Prozent und 2.415 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 2,5 Prozent bei 1.131 Punkten.
Bei den Chip-Herstellern läuft es momentan nicht rund. Nachdem AMD am Vortag die Prognosen fürs dritte Quartal gekappt hatte, gab am Freitag Micron Technology einen Verlust von 135 Millionen Dollar bekannt. Ein Grund seien sinkende Margen. Die Aktie war am Freitag der größte Verlierer im S&P 500 und büßte 14 Prozent ein.
Wegen des großen Lochs in der Kasse will die Bank of America ihre Kunden in Zukunft zur Kasse bitten. Eine Gebühr von fünf Dollar pro Monat soll für Debit-Karten (vergleichbar mit der deutschen EC-Karte) erhoben werden. Damit soll Geld in die Kassen gespült werden. Das ganze ist nichts Neues. Auch Wells Fargo und JP Morgan Chase haben schon Testläufe begonnen. Die BofA-Aktie lag bei 3,4 Prozent im Minus.
Ex-HP-Chef Leo Apotheker fällt weich. Er bekommt eine Abfindung von 7,2 Millionen Dollar und noch seine Jahresprämie von 2,4 Millionen Dollar. Seine Nachfolgerin Meg Whitman verdient das symbolische Gehalt von einem Dollar. Hinzukommen aber noch jede Menge Aktionoptionen. Die HP-Aktie verbuchte einen Verlust von 5,6 Prozent.
Die kommende Woche steht im Zeichen von Arbeitsmarktdaten. Am Mittwoch wird der ADP-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht und am Freitag gibt es die offiziellen Daten der US-Regierung.