Norbert Sesselmann
Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstagnachmittag im vorweihnachtlich dünnen Handel fest präsentiert. Zum Handelsschluss stand der DAX 1,0 Prozent höher bei 5.852 Punkten.
Eher enttäuschende Nachrichten kamen aus Übersee. Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal langsamer gewachsen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt legte endgültigen Berechnungen zufolge mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,8 Prozent zu, teilte das Handelsministerium in Washington mit. Zuvor hatte es noch ein Plus von 2,0 Prozent vermeldet.
Autobauer: Toyota will mehr Fahrzeuge produzieren
Die drei Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen dürften verstärkt im Blick stehen. Der japanische Kontrahent Toyota will seine Produktion im kommenden Jahr wieder deutlich steigern. So planen die Japaner mit einem Produktionsplus von 20 Prozent auf knapp 8,5 Millionen Fahrzeuge. Im Jahr darauf soll die Produktion auf knapp neun Millionen Fahrzeuge gesteigert werden.
Deutsche Bank: Milliardenproblem
Der Deutschen Bank droht neuer juristischer Ärger. Eine Tochter Bank soll Medienberichten zufolge eine Vereinbarung zum Kauf ihrer Entschädigungsansprüche im Volumen von einer Milliarde Dollar nicht einhalten. Hintergrund des Streits sind umstrittene Entscheidungen von US-Gerichten. Diese Urteile würden es Madoff-Insolvenzverwalter Irving Picard erschweren, weitere Gelder von ehemaligen Nutznießern des Schneeballsystems einzusammeln. Der Wert der Klage sei innerhalb weniger Monate auf 60 Cent je Dollar gefallen.
Deutsche Lufthansa
Lufthansa hat die defizitäre britische Tochter bmi an die International Airlines Group verkauft. Der Bruttokaufpreis beträgt rund 207 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der vereinbarten Anpassungen wird der Nettokaufpreis jedoch voraussichtlich deutlich negativ sein. Dennoch ist Lufthansa erfreut über die Transaktion, da man sich von einer nachhaltig verlustbringenden Konzerngesellschaft getrennt habe. Unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung ist der Abschluss der Transaktion für das erste Quartal 2012 geplant.
EADS: Airbus hängt Boeing ab
Die EADS-Tochter Airbus hält ihren Erzrivalen Boeing weiterhin auf Abstand. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Airbus in diesem Jahr bisher 1529 feste Bestellungen in ihren Büchern stehen. Boeing komme dagegen nur auf 894 Bestellungen.
Hornbach steigert Ergebnis
Der Baumarktkonzern Hornbach hat seinen Umsatz im dritten Quartal um knapp sieben Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis (EBIT) legte um rund 13 Prozent auf 191 Mio. Euro zu. Wachstumsmotor waren einmal mehr die Bau- und Gartenmärkte in Deutschland, die mit einem flächenbereinigten Umsatzplus von kumuliert sechs Prozent die Branche weiterhin deutlich auf Abstand halten, hieß es.
RWE: Trotz gescheiterter Gazprom-Verhandlungen ein Kauf?
Die Verhandlungen zwischen RWE und dem russischen Gaskonzern Gazprom sind gescheitert. Die Energieriesen konnten sich nicht über eine Zusammenarbeit beim Kraftwerksbau einigen. Die Kapitalerhöhung ist derweil abgeschlossen. Was sollten Anleger tun?
AUS für Solar Millennium - oder gibt es noch Hoffnung?
Solar Millennium hat am Mittwoch Insolvenz beantragen müssen. Für Marktteilnehmer kam dieser Schritt nicht überraschend, in den vergangenen Monaten veröffentlichte das Solarunternehmen Horrormeldungen in Serie. Ist die Pleite endgültig oder gibt es für Anleger wenigstens noch ein Fünkchen Hoffnung?