Manuel Koch
Der Markt startete am Dienstag zu Handelsbeginn erst einmal im Minus mit etwa 0,3 Prozent. Die Verluste bauten sich später dann weiter aus, um dann allmählich Richtung Nullmarke zu wandern.
Die Schuldenkrise blieb das dominierende Thema. Die US-Anleger bezweifeln, dass es zu einer schnellen Lösung in Europa kommen wird. Gefragt seien klare Zeichen aus Italien und Griechenland. Eine Ansteckung für andere europäische Länder müsse unbedingt verhindert werden, hieß es immer wieder.
Konjunkturdaten gaben den US-Indizes Rückenwind. Der Einzelhandelsumsatz für Oktober stieg überraschend deutlich um 0,5 Prozent. Experten hatten mit einem schwächeren Anstieg gerechnet. Auch der New York Empire State Index für November verbesserte sich unerwartet deutlich. Für das verarbeitende Gewerbe kletterte der Index auf Plus 0,6 Punkte. Volkswirte waren von einem Minuswert ausgegangen. Alles über der Null-Marke signalisiert Bewegung. Die Erzeugerpreise bewegten sich auch - und zwar nach unten. So sanken zum Beispiel Lebensmittelpreise um 0,3 Prozent. Analysten sagten, dass damit der Inflationshöhepunkt in den USA erreicht sei.
Am Ende schloss der Dow Jones mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent und 12.096 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 1,1 Prozent bei 2.686 Punkten. Der S&P 500 ging mit einem Gewinn von 0,5 Prozent und 1.258 Zählern aus dem Handel. Zu den größten Verlierern zählen: Chevron (-2,7 Prozent), Wal-Mart (-2,5 Prozent) und Home Depot (-0,5 Prozent). Wal-Mart und Home Depot hatten am Dienstag Quartalszahlen vorgelegt.
Für den weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart lief es auf der Gewinnseite schlechter, weil das Unternehmen einen einmaligen Steuerertrag verbuchte. Der Gewinn sank von 3,44 auf 3,34 Milliarden Dollar. Der Nettoumsatz stieg allerdings um 8,2 Prozent auf 109,52 Milliarden Dollar. Die Prognose wurde geschlagen.
Die weltgrößte Baumarkt-Kette Home Depot konnte die Erwartungen übertreffen. Der Gewinn wurde um 12 Prozent auf 934 Millionen Dollar gesteigert, der Umsatz ging um 4,4 Prozent auf 17,33 Milliarden Dollar nach oben. Auch die Jahresprognose wurde erhöht.
Staples, der größte US-Büroartikel-Einzelhändler blieb hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der Gewinn kletterte von 288 auf 326 Millionen Dollar, der Umsatz stieg leicht von 6,54 auf 6,57 Milliarden Dollar. In Nordamerika läuft das Geschäft nicht schlecht, international muss aber noch zugelegt werden. Kostensenkungsmaßnahmen zeigten aber erste Früchte. Die Aktie verlor 3,6 Prozent.
Boeing steht vor einem erneuten Milliardenauftrag. Die US-Fluggesellschaft Spirit Airlines habe einen Vorvertrag über 75 Maschinen bereits unterzeichnet, hieß es in einer Pressemeldung. Laut Preisliste hätte die Ordner einen Wert von 6,7 Milliarden Dollar. Die Boeing-Aktie im Minus bei 0,3 Prozent.
In der Nacht von Montag zu Dienstag räumte die New Yorker Polizei den Zuccotti Park, wo seit dem 17. September etwa 200 Demonstranten gegen die Finanzoberschicht protestierten. Die Bewegung "Occupy Wall Street" fand seitdem Anhänger in der ganzen Welt. Die Polizei begründete die unangemeldete Räumung damit, dass der Park - um die Ecke von der Wall Street - gereinigt werden müsse. Alle Zelte und Habseligkeiten der Demonstranten wurden weggeschmissen.
Am Mittwoch uns Quartalszahlen von Abercrombie & Fitch und dem Kaufhaus Target. Außerdem gibt es die Zahl der Hypothekenanträge, die Verbraucherpreise und die Industrieproduktion für Oktober.