Manuel Koch
Am Donnerstag startete der Markt mit grünen Vorzeichen. Drei Dinge gaben dem Dow Jones Rückenwind:
1. Die Entscheidung der US-Notenbank Fed vom Vortag kam weiterhin gut an. Chef Ben Bernanke hatte angekündigt, den Leitzins bis 2014 niedrig zu halten. Das mögen die Börsianer, weil sich die Banken damit günstig Geld beschaffen können.
2. Der Blick geht weiterhin nach Europa. Es wird mit einer baldigen Entscheidung in Griechenland zum Schuldenschnitt gerechnet.
3. Die Quartalszahlen vom weltgrößten Baumaschinen-Hersteller Caterpillar fielen gut aus. Der Gewinn stieg von 968 Millionen auf 1,55 Milliarden Dollar, der Umsatz stieg auf ein Rekordergebnis von 17,24 Milliarden Dollar. Das Unternehmen war mit Plus 2,1 Prozent Top-Gewinner im Dow.
Ebenfalls gut lief es für 3M. Der Mischkonzern verbuchte einen Rekordumsatz von Plus 5,7 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn kletterte leicht von 928 Millionen auf 954 Millionen Dollar. Die Aktie ging 1,3 Prozent nach oben.
Schlecht lief es hingegen für den Mobilfunkanbieter AT&T. Das Unternehmen zahlte im vierten Quartal die Zeche für die gescheiterte Fusion mit T-Mobile USA und verbuchte ein Minus von 6,7 Milliarden Dollar. Eine Milliarden-Sonderzahlnung belastete das Ergebnis. Deshalb ist die AT&T-Aktie der größte Dow-Verlierer mit Minus 2,5 Prozent.
Die Konjunkturseite fiel gemischt aus. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der vergangenen Woche von 352.000 auf 377.000 an. Analysten hatten lediglich mit 365.000 gerechnet.
Der Auftragseingang für langlebige Güter stieg im Dezember 2011 um 3,0 Prozent. Prognostiziert hatten Experten nur 2,0 Prozent, nachdem die Aufträge im November um 3,7 Prozent gestiegen waren.
Im Dezember 2011 wurden 307.000 neue Häuser verkauft. Das sind 2,2 Prozent weniger als im Vormonat.
Der Index der Frühindikatoren ist im Dezember schwächer als erwartet ausgefallen. Im Vergleich zum Vormonat sei der Index um 0,4 Prozent nach oben gegangen. Experten hatten mit 0,7 Prozent gerechnet.
Der Dow Jones ging mit einem Minus von 0,2 Prozent und 12.735 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite verlor 0,5 Prozent bei 2.805 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,6 Prozent bei 1.318 Punkten.
Zu den Gewinnern zählten: Caterpillar (+2,1), 3M (+1,3) und Johnson & Johnson (+0,7). Auf der Verliererseite standen: AT&T (-2,5), Hewlett Packard (-1,2) und Alcoa (-1,2).
Der Vorstandschef der NYSE Euronext erklärte kaum noch Hoffnung auf einen Zusammenschluss mit der Deutschen Börse AG zu haben: "Man muss realistisch sein. Die Chancen sind ziemlich klein.", so Duncan Niederauer.
US-Finanzminister Timothy Geithner gab Spekulationen über seinen Ausstieg aus der Regierung nach der Wahl im November neue Nahrung. Im US-Fernsehen sagte er, dass er nicht erwarte, von Präsident Obama um eine zweite Amtszeit gebeten zu werden. Geithner wolle nicht mehr zwischen seinem Wohnort in New York und dem Ministerium in Washington pendeln. Geithner ist der letzte Spitzenmann aus dem ursprünglichen Finanzteam, das Obama nach seinem Einzug ins Weiße Haus 2009 aufgebaut hatte.
Der zweitgrößte US-Kabelnetzbetreiber Time Warner Cable erwirtschaftete im vierten Quartal einen klaren Gewinnzuwachs. Zudem wurde ein Aktienrückkauf angekündigt.
Am Freitag wird eine Schätzung zum amerikanischen Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal 2011 veröffentlicht. Außerdem schauen wir auf die Zahlen von Chevron und Procter & Gamble.