Manuel Koch
Am Freitag ebbte die ganz große Gipfel-Euphorie etwas ab. Nach der Rallye am Donnerstag und den kräftigen Gewinnen nutzen Anleger die Chance, Kasse zu machen. Gleich zu Handelsbeginn tendierte der Dow knapp 0,3 Prozent im Minus. Am Mittag ging er sogar hauchdünn über die Linie ins Plus, bewegte sich aber nicht groß und drehte wieder ins Minus. Händler erwarten auch für die kommende Woche möglicherweise leichte Verluste, um danach aber mit einer nachhaltigen Rallye fortzufahren.
Zu Wochenschluss schloss der Dow Jones mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent und 12.231 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,1 Prozent bei 2.737 Punkten. Der S&P 500 ging mit einem hauchdünnen Plus von 0,04 Prozent und 1.285 Zählern aus dem Handel.
Konjunkturdaten kamen schon am Morgen. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan stieg unerwartet deutlich von 59,4 auf 60,9 Punkte. Das ist zwar erfreulich, doch immer noch ein recht niedriges Niveau vergleicht man den Wert mit den vergangenen Jahren. Daraus lässt sich klar ablesen, dass die 500 befragten Verbraucher skeptisch über ihre Zukunft denken. Ein großer Anstieg ist beim Konsum also nicht zu erwarten und damit auch nicht beim Bruttoinlandsprodukt.
Die Einnahmen der privaten Haushalte stiegen nur leicht. Sie legten um 0,1 Prozent zu, Experten hatten mit 0,3 Prozent gerechnet.
Die US-Arbeitskosten sind im September um 0,3 Prozent gestiegen. Sie hatten bereits im Vormonat um 0,7 Prozent zugelegt. Analysten hatten einen stärkeren Anstieg erwartet.
Quartalszahlen gab es vom weltgrößten Haushaltsgeräte-Hersteller Whirlpool. Der Gewinn hat sich zwar von 79 auf 177 Millionen Dollar mehr als verdoppelt, aber die Erwartungen wurden deutlich verfehlt. Vor allem sagt das Unternehmen eine schlechte Prognose voraus und will 5.000 Mitarbeiter entlassen. Das kam an der Börse gar nicht gut an. Die Aktie bei über 14 Prozent im Minus.
Das größte amerikanische Online-Reisebüro Expedia hat hingegen die Erwartungen übertroffen. Der Gewinn stieg um 19 Prozent auf 209 Millionen Dollar, der Umsatz um 15,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Die Aktie allerdings trotzdem im Minus bei 6,2 Prozent.
Nach den Gerüchten in der Vorwoche berichtete die New York Times, dass Apple möglicherweise wirklich einen Fernseher auf den Markt bringen könnte. Nach aktuellem Entwicklungsstand könnte das Gerät Ende 2012 vorgestellt und 2013 auf den Markt kommen. Statt einer Fernbedienung würde man den Fernseher per Sprachsteuerung bedienen. Die Apple-Aktie 0,1 Prozent im Plus.
Was man schon die vergangenen Wochen zwischen den Zeilen bei der neuen HP-Chefin Meg Whitman lesen konnte, ist jetzt Gewissheit: Hewlett-Packard wird sich nicht von der PC-Sparte trennen, wie es der ehemalige Chef Leo Apotheker noch verkündet hatte. Das Vorhaben wäre schlicht zu teuer geworden, hieß es. Den Anlegern gefiel das. Die Aktie legte 3,5 Prozent zu.
Der Zeitplan für die geplante Fusion von NYSE Euronext und der Deutschen Börse AG gerät ins Stocken. Bis Ende Dezember wird die EU-Kommission über eine Fusion entscheiden. Man wolle den Zusammenschluss bis Jahresende abschließen, hieß es.
In der kommenden Woche haben wir vor allem wichtige Konjunkturdaten. Am Montag kommt der Chicago Einkaufsmanager Index, am Mittwoch ist die Sitzung der US-Notenbank Fed, Donnerstag folgen die Industrieaufträge und am Freitag kommen die wichtigen Arbeitsmarktdaten für Oktober.