Manuel Koch
Der Markt ist nach dem schlechten Wochenstart am Vortag am Dienstag mit leichten Gewinnen in den Handel gegangen. Gut 0,8 Prozent war der Dow Jones im Plus.
Wichtiges Thema waren die Einzelhandelsumsätze für November. Sie sind nur um 0,2 Prozent gestiegen. Erwartet wurden 0,6 Prozent. Im Vormonat waren es noch 0,6 Prozent. Der Weihnachts-Sog war im November anscheinend noch nicht so stark. Der geringe Anstieg ist enttäuschend. Denn Ende November war auch der "Black Friday" - das ist der Einkaufstag überhaupt mit den meisten Schnäppchen.
Dieser Tag lief erfolgreich. Also warum ist dann der Einzelhandelsumsatz nicht stärker gestiegen? Anscheinend waren die Gewinnmargen sehr gering. Mit den Schnäppchen zum "Black Friday" verdienten die Geschäfte nicht viel, es waren eher Lockangebote.
Das sieht man auch am Quartalsergebnis von Best Buy. Die Elektronikkette (vergleichbar mit dem MediaMarkt) erzielte im dritten Quartal nur noch einen Gewinn von 154 statt 217 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg leicht um 1,7 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Die Analysten waren enttäuscht, vor allem wegen der schlechten Gewinnmarge. Die Aktie deswegen auch über 15 Prozent im Minus.
Anleger waren weiter nervös. Der Blick ging am Nachmittag dann auf die US-Notenbank. Fed-Chef Ben Bernanke verschoss erst einmal kein weiteres Pulver. Der Leitzins bleibt sowieso bis 2013 auf dem niedrigen Niveau. Der pessimistische Ausblick zog dann zum späten Handel die US-Indizes nach unten: Ein langsames Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit und zu wenige Hausverkäufe sind weiterhin ein großes Problem der US-Wirtschaft.
Der Dow Jones schloss mit einem deutlichen Minus von 0,6 Prozent und 11.955 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 1,3 Prozent bei 2.579 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 ging mit einem Verlust von 0,9 Prozent und 1.226 Zählern aus dem Handel. Zu den größten Verlierern zählten vor allem die Bankentitel: Alcoa (-3,3), Caterpillar (-2,4), Bank of America (-2,4) und JP Morgan Stanley (-2,3). Die größten Gewinner waren Pfizer (+1,8), Microsoft (+1,0) und Procter & Gamble (+0,7).
Das US-Haushaltsdefizit betrug im November 137,3 Milliarden Dollar. Das Defizit lag damit unter dem Niveau des Vorjahres (150,4 Milliarden Dollar).
Der größte Baustoff-Riese der Welt könnte entstehen. In einer feindlichen Übernahme will die Nummer zwei in den USA Martin Marietta Materials (+0,7) den größten US-Rivalen Vulcan Materials (+2,1) übernehmen. Dafür würde man 4,8 Milliarden Dollar auf den Tisch legen.
Boeing hat einen weiteren Großauftrag bekommen. Über 200 Maschinen bestellte die US-Fluglinie Southwest Airlines. Das Gesamtvolumen beträgt nach Listenpreis 19 Milliarden Dollar. Die Boeing-Aktie war trotzdem knapp im Minus bei 0,2 Prozent.
Die Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T wird sich wohl weiter verschieben. Die für Donnerstag geplante Anhörung und der vorgemerkte Termin im Februar werden verschoben. Das geschieht auf Antrag der beiden Unternehmen, die Richterin hatte dem zugestimmt. Die AT&T-Aktie bei 0,1 Prozent im Minus.
Die Deutsche Börse AG und NYSE Euronext machen der EU wohl weitere Zugeständnisse. Dabei werde es um die Kompromisssuche beim britischen Derivategeschäft der NYSE gehen. Alles hängt an Brüssel. Bis 9. Februar soll es eine Entscheidung geben, um das ganze im ersten Quartal 2012 noch abwickeln zu können.
Am Mittwoch schauen wir auf die Zahl der Hypothekenanträge, die Im- und Exportpreise November und die Öllagerbestände.