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US-Indizes uneinheitlich - Dow unter 12.700 Punkte - BIP drückt auf Stimmung - Facebook-IPO - Ausblick

Manuel Koch

Zu Wochenschluss am Freitag ging der Dow Jones ins Minus. Das hatte vor allem zwei Gründe: Das amerikanische BIP und einige Unternehmensergebnisse fielen schlechter als erwartet aus:

In einer ersten Schätzung ging das US-Handelsministerium davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um 2,8 Prozent im vierten Quartal gewachsen sei. Volkswirte hatten mit 3,0 Prozent gerechnet. Trotzdem: Schaut man auf den Trend 2011 ist der doch positiv: 1. Quartal: 0,4 Prozent, 2. Quartal: 1,3 Prozent, 3. Quartal 1,8 Prozent. Die US-Wirtschaft gewinnt an Tempo. Für Volkswirte nur zu langsman. Sie sagen, dass man eigentlich 5 Prozent Wachstum bräuchte, um zu einer wirklichen Erholung zu kommen.

Ebenfalls belasteten Quartalszahlen: Das Geschäft von Procter & Gamble brach ein. Der Konsumgüterkonzern litt unter teuren Rohstoffpreisen und verbuchte eine Abschreibung aufs Friseurgeschäft. Dadurch halbierte sich der Gewinn auf 1,7 Milliarden. Die Aktie: -0,8 Prozent. 

Auch der Ölkonzern Chevron verfehlte die Erwartungen. Der Gewinn sank von 5,3 auf 5,12 Milliarden Dollar. Der Umsatz war hingegen von 51,85 auf 58,03 Milliarden Dollar gestiegen. Die Aktie: -2,5 Prozent. 

Bei Ford lief es auch nicht rund. Hohe Materialkosten und Verluste in Europa und Asien brockten dem US-Autobauer einen Gewinnrückgang ein. Die Aktie: -4,2 Prozent. 

Die Kaffehaus-Kette Starbucks steigerte den Gewinn um 10 Prozent auf 382,1 Millionen Dollar und den Umsatz um 16 Prozent auf 3,44 Milliarden Dollar. Vor allem in Asien und den USA war der schnelle Kaffee gefragt. In Europa lief es allerdings noch nicht wunschgemäß. Rund 800 neue Filialen sind weltweit geplant. Die Aktie: -1,0 Prozent.

Das von der Uni Michigan ermittelte US-Verbrauchervertrauen kletterte im Januar auf 75 Punkte und damit stärker als von Analysten mit 74 Punkten erwartet. 

Der Dow Jones ging mit einem Minus von 0,5 Prozent und 12.660 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite gewann hingegen 0,4 Prozent bei 2.817 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,2 Prozent bei 1.316 Punkten. 

Zu den Gewinnern zählten nur zwei Unternehmen: Alcoa (+0,7) und United Technologies (+0,3). Auf der Verliererseite standen: Chevron (-2,5), Cisco (-1,4) und Travelers (-1,1).  

Am Nachmittag rieß eine Nachricht die Händler auf dem Parkett der New York Stock Exchange praktisch von ihren Hockern: Facebook könnte schon am kommenden Mittwoch einen Antrag für einen Börsengang stellen. Das berichtete das Wall Street Journal. Analysten schätzen den Wert des IT-Riesen auf 75 bis 100 Milliarden Dollar ein. Vermutlich würde die Aktie an der NYSE Euronext und nicht an der Nasdaq gehandelt. Als Helfer für den Börsengang favorisiere das Unternehmen die US-Bank Morgan Stanley, hieß es. Weder Facebook noch Morgan Stanley kommentierten die Berichte. Unklar ist auch noch, wie viel Zeit zwischen dem Antrag und dem eigentlichen Börsengang vergehen würde. Dennoch wird schon so mancher Anleger nervös. Jeder hätte gern ein Stück vom Kuche ab. Immerhin würde Facebook vermutlich gut zehn Milliarden Dollar einnehmen. Das wäre einer der größten Börsengänge überhaupt. Google nahm z.B. nur 1,9 Milliarden Dollar ein.  

US-Finanzminister Geithner deutete einen Kurswechsel zu einer Aufstockung der finanziellen Ressourcen des Internationalen Währungsfonds (IWF) angedeutet. Dazu müssten die Europäer aber zuerst mehr Geld bereitstellen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte er außerdem: "Wer glaubt, mit Sparmaßnahmen alleine erfolgreich sein zu können, liegt in der Regel falsch."

Der Chef-Ökonom der US-Bank Morgan Stanley, Joachim Fels, rechnet fest mit einer massiven Ausweitung der Anleiheverkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB). 

Microsoft startete am Freitag die deutsche Version seiner Suchmaschine Bing. Nach einer zweieinhalbjährigen Testphase nahm die deutsche Fassung des Google-Herausforderer jetzt offiziell den Regelbetrieb auf. 

In der kommenden Woche stehen wieder eine Vielzahl von Konjunkturdaten und Quartalszahlen an:

Montag

Persönliche Auslagen und Einkommen Dezember 

Dienstag

Chicago Einkaufsmanagerindex Januar

Verbrauchervertrauen Conference Board Januar

Agrarpreise Januar

Quartalszahlen: Aflac, Amazon, Illumina, Mattel, Pfizer

Mittwoch

MBA Zahl der Hypothekenanträge

ADP-Arbeitsmarktbericht Januar 

ISM-Einkaufsmanagerindex Januar

Bauausgaben Dezember 

Quartalszahlen: AOL

Donnerstag

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

Quartalszaheln: CME Group, MasterCard

Freitag

Arbeitsmarktdaten Januar 

ISM Dienstleistungsindex Januar

Industrieaufträge Dezember

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