Manuel Koch
Die Opening Bell wurde am Montag vom New York-Marathon-Gewinner Geoffrey Mutai aus Kenia geläutet. Und als Langstreckenlauf sehen die Händler noch immer die Probleme in Europa. Eine kurzfristige Lösung scheint nicht greifbar.
Der Händler Benedict Willis von Sunrise Securities verglich die Ereignisse in Europa mit einer Seifenoper: "Entweder es ist Papandreou oder Berlusconi. Es gibt immer Nachrichten. Ich hoffe auf ein schnelles Ende dieser Seifenoper."
Nachdem am Montagmorgen die Meldungen kamen, das der italienische Regierungschef Berlusconi eventuell zurücktreten werde, gingen die Kurse nach oben. Der Markt würde ein Ende der Ära Berlusconi als einen Neubeginn mit Reformen ansehen und somit positiv bewerten. Doch ein Dementi aus Italien ließ die Kurse dann wieder fallen. Der Blick geht auch nach Griechenland, wo eine neue Regierung kurz vor ihrer Bildung steht.
"Sicher ist, dass nichts sicher ist", sagte ein anderer Händler. Diese Woche ist der Markt wieder sehr auf die Nachrichten aus Europa fixiert. Ein Auf und Ab ist also wahrscheinlich. Aus den USA gab es am Montag wenig Impulse. Lediglich die US-Verbraucherkredite für September wurden veröffentlicht. Sie stiegen um 7,30 Milliarden Dollar, im Vormonat waren sie um 9,5 Milliarden Dollar zurückgegangen.
Der Dow Jones schloss mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent und 12.068 Punkten. Er liegt damit wieder knapp über der psychologisch wichtigen 12.000-Punkte-Marke. Der Nasdaq Composite gewann 0,3 Prozent bei 2.695 Punkten. Der S&P 500 ging mit einem Gewinn von 0,6 Prozent und 1.261 Zählern aus dem Handel.
Die Elektronikkette Best Buy kaufte ihren bisherigen Partner Carphone für 1,3 Milliarden Dollar aus dem US-Mobilfunk-Gemeinschaftsunternehmen heraus. Best Buy gab außerdem bekannt, keine Kaufhauskette in Europa mehr aufbauen zu wollen. Die Aktie verlor 3,1 Prozent.
Das Biotechnologieunternehmen Amgen kündigte an, Aktien im Wert von fünf Milliarden Dollar zurückzukaufen. Das sind rund zehn Prozent der ausgegebenen Anteilsscheine. Die Aktie gewann 5,9 Prozent.
433 von 500 im S&P-Index gelisteten Unternehmen veröffentlichten bereits ihre Quartalszahlen: 70 Prozent sind besser als erwartet ausgefallen. Am kommenden Mittwoch wird die Kaufhauskete Macy´s ihre Zahlen herausbringen. Die Experten werden genau auf den Ausblick schauen. Denn das wichtige vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür. Das Weihnachts-Shopping ist für den Einzelhandel besonders wichtig. Denn der private Konsum macht 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in den USA aus.
Ansonsten kommen am Mittwoch die Zahl der Hypothekenanträge, am Donnerstag die Zahlen von Walt Disney und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und am Freitag das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.