Manuel Koch
Die Stimmung war am Montagmorgen besonders gut in der New York Stock Exchange. Das lag am Sieg der New York Giants gegen die Patriots beim Super Bowl. Das Spektakel ist auch ein wirtschaftliches Großereignis: Bis zu 3,5 Millionen Dollar kostete ein 30-sekündiger Werbespot, in der Halbzeit trat Superstar Madonna auf. Viele Firmen entwickelten extra für diesen Abend besondere Spots. Das lohnte sich anscheinend, denn dieses Jahr schauten über 110 Millionen Zuschauer zu. Rekord!
Am Markt war die Euphorie vom Freitag wegen der hervorragenden Arbeitsmarktdaten verflogen. Der Dow Jones ging mit 0,3 Prozent ins Minus, gleiches Bild beim Nasdaq Composite.
Die Euro-Schuldenkrise geriet wieder klar in den Fokus der US-Anleger. Hauptgrund war der Ritt auf der Rasierklinge in Griechenland. Dass es noch immer nicht zu Ergebnissen beim Schuldenschnitt gekommen ist, belastete die Märkte.
Diese Woche wird der Fokus aber wechseln wie beim Ping-Pong: einmal steht Europa, einmal die USA im Blickpunkt. Diese Woche werden noch einige wichtige Unternehmen veröffentlichen: Cisco, Coca-Cola, PepsiCo, Walt Disney, Visa, NYSE Euronext. Bisher legten 283 Unternehmen des S&P 500 haben ihre Quartalszahlen vor. Rund 60 Prozent konnten mit ihren Erträgen die Erwartungen der Analysten übertreffen. In den Vorquartalen waren es deutlich mehr.
Von Unternehmensseite waren zwei Titel besonders im Fokus. Der Dreamliner von Boeing bereitete schon wieder Probleme. Angeblich hielten bei drei Maschinen die Kohlefaserteile am hinteren Rumpf nicht richtig zusammen. Das Problem sei erkannt und die Reparatur mache Fortschritte, so das Unternehmen. Boeing hatte ja schon so manches Probleme mit den hochmodernen Materialien beim Dreamliner. Dadurch kam es nicht nur zu einer Verspätung von gut drei Jahren bei der Auslieferung, sondern auch zu milliardenschwere Mehrkosten. Das Prestigeprojekt muss für Boeing laufen. Die Aktie war unter Druck bei Minus 1,2 Prozent.
Der US-Autobauer General Motors verbuchte vermutlich ein Rekordergebnis für das vergangene Jahr. Laut dem Wall Street Journal wird der Mutterkonzern von Opel rund acht Milliarden Dollar Gewinn ausweisen. Das würden Personen berichten, die die Zahlen gesehen hätten. Offiziell wird das Ergebnis am 16. Februar veröffentlicht. Die Aktie im Plus bei 2,0 Prozent.
Der Markt bewegte sich den ganzen Tag über kaum. Am Ende ging der Dow Jones mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent und 12.845 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite verlor 0,1 Prozent bei 2.902 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,04 Prozent bei 1.344 Punkten.
Zu den Gewinnern zählten: Bank of America (+1,7%), Procter & Gamble (+1,2%) und Walt Disney (+1,2%). Auf der Verliererseite standen die Namen: Travelers Companies (-1,3%), Pfizer (-1,2%) und Boeing (-1,2%).
Die Deutsche Börse AG lastet Brüssel das Scheitern ihrer Fusion mit der New York Stock Exchange an. Sie behalte sich auch eine Klage gegen die Entscheidung vor. Vorstandschef Reto Francioni sagte dazu: "Das Projekt war richtig. Im Gegenzug muss man eher nach einer übergeordneten Verantwortung der Wettbewerbsbehörde fragen." Die Deutsche Börse AG wolle nun aus eigener Kraft wachsen, vor alle, im Derivate-Clearing, Risiko- und Sicherheitsmanagement.
Der US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney festigte seine Rolle als Favorit im Vorwahlkampf der Republikaner. Am Samstag gewann er die Abstimmung im Bundesstaat Nevada deutlich vor seinem größten Rivalen Newt Gingrich.
Am Dienstag kommen die Quartalsergebnisse von Coca-Cola, DuPont, GlaxoSmithKline und Walt Disney. Von Konjunkturseite schauen wir auf die Verbraucherkredite für Dezember.