US-Börsen verlieren - Dow Jones unter 14.000 Punkten - Auftragseingänge weniger stark als erwartet - Apple, Google, Oracle
Am Montag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,7 Prozent und tendierte damit wieder deutlich unter der Marke von 14.000 Punkten. Auch die Sorgen um Spanien und Italien belasteten die US-Märkte.
Von Konjunkturseite ging der Blick am Morgen auf die Industrie-Auftragseingänge. Sie stiegen im Dezember um 1,8 Prozent, Analysten hatten mit 2,4 Prozent gerechnet.
US-Ökonom Brian Barnier von ValueBridge Advisors rät beim aktuellen Markt zur Vorsicht: "Sie müssen ihre Aktien genau aussuchen und in Unternehmen mit wirklichen Innovationen investieren." Die US-Börsen wollen zudem starke Umsätze der Unternehmen sehen. Zurzeit müsse das Gesamtbild betrachtet werden: "Die Börsen und Fundamentaldaten sind nicht auf einem Level. Die Daten waren gemischt, die Kurse gingen weiter hoch. Da ist Vorsicht angesagt", so Barnier. Der Experte verweist darauf, dass andere Börsen, wie zum Beispiel Deutschland, viel realistischere Marktwerte zeigen. Die Gefahr einer erneuten Finanzblase sei in den USA daher höher: "Im Moment befinden wir uns in den USA bei circa 95 Prozent des Wertes, den wir beim Höchststand der Blase im Jahr 2007 gesehen haben. In Q3 waren es in den USA 90 Prozent, in Deutschland hingegen 65 Prozent." Gerade in diesem Marktumfeld müsse darauf geachtet werden, die Investitionen klar zu selektieren. Wichtig sei außerdem, nicht in Märkte, sondern in einzelne Aktien zu investieren. Barnier sieht bei den Konjunkturdaten aber auch Lichtblicke, zum Beispiel im Arbeitsmarktbericht: "Der PCE-Kerndeflator hatte zum Beispiel bei den langlebigen Wirtschaftsgütern und auch in einigen anderen Kategorien einen guten Wert. Das war positiv, obwohl das breiter gefasste BIP negativ ausfiel." Die 14.000-Punkte-Marke wurde am Freitag erstmals seit dem 17. Oktober 2007 durchbrochen. Die Euphorie des Marktes teilt Barnier hier nicht: "Momentan defensiv bleiben, in ausgewählten Bereichen aber offensiv handeln. Man darf sich nicht in Details verlieren, sondern muss das große Ganze im Auge behalten", so der Ökonom über die passende Strategie.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 13.881 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 1,5 Prozent bei 3.131 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 1,2 Prozent bei 1.496 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Boeing (+0,5%), Verizon (+0,1%). Die größten Verlierer waren: Travelers Companies (-2,4%), Merck (-2,3%) und Bank of America (-2,0%).
Der Software-Riese Oracle (-3,0%) schluckt den Netzwerk-Spezialisten Acme Packet für 1,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen bietet vor allem Software und Hardware für IP-Netzwerke an.
Apple (-2,5%) verkaufte zum ersten Mal mehr Smartphones im vierten Quartal 2012 als Konkurrent Samsung. 17,7 Millionen iPhones verkauften sich, Samsung setzte 16,8 Millionen Geräte ab. Nach der immer wieder aufkeimenden Kritik am Apple-Zulieferer Foxconn, bereitet dieser nun die ersten Wahlen für einen Betriebsrat vor, das berichten Medien. Apple hatte sich in der Vergangenheit für bessere Arbeitsbedingungen der chinesischen Arbeiter eingesetzt.
Google (-2,1%) will den Fonds "Innovationsprojekte für das digitale Publizieren" mit 60 Millionen Euro unterstützen. Damit wäre ein Streit mit französischen Verlegern beigelegt.
Die Autoverkäufe in den USA ziehen weiter an. Nach dem 27-Jahres-Tief 2009 zeigte sich der Markt robust. Analysten rechnen für Januar mit einem Plus von 15 Prozent auf 15,3 Millionen Fahrzeuge. Der deutsche Autobauer Daimler steigerte die US-Verkäufe um elf Prozent, Porsche sogar um 32 Prozent.
Am Dienstag kommt von Konjunkturseite der ISM-Dienstleistungsindex für Januar und von Quartalsseite erwarten wir Bilanzen von Kellogg, NYSE Euronext und Walt Disney.
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