Manuel Koch
Zu Handelsbeginn startete der US-Markt am Morgen deutlich im Plus. Die Börsianer an der New Yorker Börse nahmen den EU-Gipfel, Fiskalpakt und ESM-Rettungsschirm positiv auf. Die Entscheidungen konnten die US-Politiker jedoch noch nicht überzeugen: "Es gibt positive Entwicklungen, aber es muss noch mehr Arbeit getan werden.", sagte der Sprecher des Weißen Hauses Jay Carney.
Am Vormittag trübte sich die Stimmung dann wegen schlechter Konjunkturdaten ein. Das Verbrauchervertrauen ging überraschend von 64,8 auf 61,1 Punkte zurück. Volkswirte hatten zuvor mit einem Anstieg gerechnet. Ebenso war es bei den Einkaufsmanager in Chicago. Auch dieser Index sank von 62,2 auf 60,2 Punkte. Da aber beide Indizes über der Marke von 60 Punkten tendieren, spricht das weiterhin für eine wirtschaftliche Belebung. Die momentane Situation scheint sich aber trotzdem einzutrüben.
Zum Handelsende holte der US-Leitindex die Verluste fast noch auf. Der Dow Jones ging letztendlich mit einem Minus von 0,2 Prozent und 12.633 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite gewann 0,1 Prozent bei 2.814 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen hauchdünnen Verlust von 0,1 Prozent bei 1.312 Punkten. Für den S&P war es der beste Januar seit 15 Jahren.
Zu den Gewinnern zählten: American Express (+2,1%), United Technologies (+1,0%) und Bank of America (+0,9%). Auf der Verliererseite standen: Exxon Mobil (-2,1%), Merck (-1,6%) und Alcoa (-1,6%).
Von Unternehmensseite gab es Quartalszahlen vom Öl-Konzern Exxon Mobil. Das Unternehmen verzeichnete jahrelang Wahnsinns-Gewinne, im vergangenen Quartal stieg der Netto-Gewinn nur leicht um zwei Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar. Die Erwartungen wurden nur hauchdünn übertroffen. Die Aktie deswegen bei 2,1 Prozent im Minus.
Beim Pharmakonzern Pfizer halbierte sich der Gewinn wegen Sonderbelastungen bei einem Medikament von 2,89 Milliarden auf 1,44 Milliarden Dollar. Auch die Prognose wurde vom weltgrößten Pharmahersteller gesenkt. Die Aktie bei -0,8 Prozent.
Beim großen Logistik-Konzern UPS schrumpfte der Gewinn um fast 30 Prozent auf 725 Millionen Dollar. Das lag zwar in etwa in den Erwartungen, aber auch hier die Aktie gut 0,7 Prozent im Minus.
Nachbörslich schauen wir am Dienstag auf die Zahlen von Schwergewicht Amazon. Am Mittwoch veröffentlicht AOL Ergebnisse. Von Konjunkturseite gibt es einen Schwerpunkt beim Arbeitsmarkt: Der ADP-Arbeitsmarktbericht und der Challenger Job-Cut Report werden Auskunft für die momentane Lage geben. Außerdem erscheint der ISM-Einkaufsmanagerindex.