US-Börsen schließen uneinheitlich - Erleichterung nach Griechenland-Wahl verpufft - Warten auf Fed - Facebook, Microsoft
Am Montag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,4 Prozent.
Die Freude über den Wahlausgang in Athen war schnell verpufft. Am Sonntag hatten die Griechen ein neues Parlament gewählt und damit über Sein oder Nichtsein in der Euro-Zone abgestimmt. Die konservative Partei "Neue Demokratie" hatte am Ende knapp die Nase vorn und wird vermutlich mit Antonis Samaras den neuen Regierungschef stellen. Er bekennt sich grundsätzlich zum Sparprogramm, will aber einiges nachverhandeln. Die schlimmsten Befürchtungen - dass Griechenland bei einem Wahlsieg der Linken aus dem Euro austreten könnte - sind damit also erst einmal nicht eingetreten. Letzten Endes haben wir jetzt den Status Quo von Ende April. In Griechenland müssen die Parteien sich also schnell bewegen und neue Reformen in Angriff nehmen.
Die Problemkinder Spanien und Italien sind weiterhin im Fokus. Ihre Renditen bei 10-jährigen Anleihen klettert wieder nach oben. Spanische Anleihen erreichten die kritische 7-Prozent-Marke.
In Mexiko beginnt außerdem das Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G-20). Der britische Premier Cameron sagte: "Es darf kein Weggucken vor notwendigen Entscheidungen bei Haushaltsdisziplin, Strukturreformen und geldpolitischen Aktivismus geben.
Trotz aller Ängste im Markt beendeten die US-Börsen die vergangene Woche im Plus. Viele Anleger hatten ihre Positionen zuvor aggressiv abgesichert. Der Optimismus war getragen von der Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed und andere Zentralbanken Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft ergreifen. So hält sich hartnäckig die Erwartung, dass die Fed am Mittwoch ankündigen wird, weiteres Geld durch eine dritte Runde monetärer Lockerungen in den Markt zu pumpen.
Von Konjunkturseite kam am Morgen der Wells Fargo Hausmarktindex. Er blieb im Juni unverändert bei 29,0 Punkten. Analysten hatten zuvor einen leichten Rückgang erwartet.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 12.742 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 0,8 Prozent bei 2.895 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,1 Prozent bei 1.345 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Kraft Foods (+0,9%), Home Depot (+0,9%) und United Technologies (+0,7%). Die größten Verlierer waren: Hewlett-Packard (-2,7%), Bank of America (-1,7%) und Alcoa (-1,5%).
Auf dem Parkett der NYSE war am Morgen auch der Vorstandsvorsitzende der Citigroup. Vikram Pandit erklärte, dass seine Bank das Risiko mit europäischen Investitionen deutlich gesenkt habe und mögliche Probleme lösbar seien. Mit Blick auf die Emerging Markets sagte er, dass die europäische Krise auch dort spürbar sei.
Microsoft hatte am Montag zu einem geheimnisvollen Event in Los Angeles geladen. Im Vorfeld wurde spekuliert, ob der Software-Gigant vielleicht ein eigenes Tablet vorstellen könnte. Die Konferenz beginnt wegen der Zeitverschiebung erst nach Mitternacht deutscher Zeit. Die Aktie war im Vorfeld mit 0,6 Prozent im Minus.
Facebook verliert kurz nach dem verpatzten Börsengang seinen Technik-Chef Bret Taylor. Er war zuvor durch den Börsengang zum Millionär geworden und wolle nun ein eigenes Unternehmen gründen. Die Facebook-Aktie legte 4,7 Prozent zu und schloss wieder über der 31-Dollar-Marke.
Die Rohstoff-Riesen Rosneft und Exxon Mobil wollen in Zukunft zusammenarbeiten und Öl aus schwer zugänglichen Quellen fördern. Der russische und amerikanische Konzern hätten eine entsprechende Vereinbarung getroffen.
Google beklagt sich über eine zunehmende Zensur durch Regierungen und Behörden in aller Welt. Im zweiten Halbjahr 2011 erhielt das Unternehmen 467 Aufforderungen von Gerichten, Beiträge zu sperren oder zu löschen. Mehr als zuvor, so Google.
Der Duisburger Stahlkonzern Klöckner & Co errichtet für 15 Millionen Euro in den USA ein Service-Center. Damit wolle man auch in den USA in das Zuliefergeschäft für Premiumhersteller einsteigen.
Am Dienstag schauen wir auf die Wohnbaubeginne und Wohnbaugenehmigungen für Mai. Analysten erwarten, dass diese höher liegen als im Vormonat.
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