US-Börsen schließen im Plus – Spanien im Fokus – Handelsbilanzdefizit sinkt - Apple, Facebook, NYSE - Wochenausblick
Am Freitag gingen die US-Börsen nach drei positiven Tagen ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,4 Prozent zu Handelsbeginn und blickte nervös nach Spanien.
Angeblich könnte das angeschlagene Land bereits diesen Samstag Hilfen aus dem Rettungsfonds EFSF beantragen. Zuvor findet eine Telefonkonferenz der Euro-Gruppe statt. Madrid würde gerne erreichen, dass der EFSF die Geldspritzen direkt an die Banken gibt. Das sehen die Regeln aber nicht vor. Die spanischen Banken benötigen vermutlich einen Betrag von unter 50 Milliarden Euro. Unterdessen hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Spaniens um eine Stufe von "A" auf "BBB" gesenkt.
Von Konjunkturseite kam am Morgen das amerikanische Handelsbilanzdefizit für April. Auch das belastete den Dow zusätzlich. Das Defizit sank von revidierten 52,6 auf 50,1 Milliarden Dollar. Die Zahl belastet, weil sie zeigt, dass mehr Waren eingeführt als ausgeführt und verkauft werden.
Ein wenig besser lief es beim Großhandel im April. Der Index stieg um 0,6 Prozent. Das ist etwas besser als von Analysten erwartet. Die Lager der Händler sind also wieder etwas voller.
Mit Spannung wurde vor der Mittagszeit auf die Rede von US-Präsident Barack Obama geschaut. Er drängte die Europäer abermals zum schnellen Handeln. Er betonte aber gleichzeitig, dass die USA auf Schockwellen aus Europa vorbereitet seien. Außerdem versuche Obama die Probleme wie hohe Arbeitslosigkeit und langsames Wirtschaftswachstum kurzfristig anzugehen. Diese Äußerungen gaben dem Markt dann Aufschwung und der Dow drehte ins Plus.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 12.554 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 1,0 Prozent bei 2.858 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 0,8 Prozent bei 1.326 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Wal-Mart (+3,6%), JPMorgen Chase (+2,6%) und Home Depot (+2,2%). Die größten Verlierer waren: Mc Donald's (-0,7%), Alcoa (-0,4%) und Procter & Gamble (-0,02%).
NYSE-Vorstandsvorsitzender Duncan Niederauer äußerte sich bei CNBC über den verpatzen Börsengang von Facebook an der Technologiebörse Nasdaq und dessen Folgen. Seit Wochen wird über einen möglichen Wechsel von der Nasdaq zum der traditionellen New York Stock Exchange spekuliert. Duncan Niederauer stellte allerdings klar, dass die New York Stock Exchange mit Mark Zuckerberg aktiv keine Gespräche über einem Börsen-Wechsel aufnehmen werde. Die Aktie der Börse schloss 0,7 Prozent im Minus.
Der US-Energiekonzern Chesapeake Energy verkauft für vier Milliarden Dollar ein riesiges Areal mit Vorkommen an Öl und Gas und macht damit einen guten Fortschritt bei der dringend benötigten Kapitalbeschaffung. Die Aktie daraufhin 2,9 Prozent im Plus.
Die vergleichbaren Umsätze von McDonald's stiegen im Mai in den USA um 4,4 Prozent und in Europa um 2,9 Prozent. Die Zahlen enttäuschten aber die höheren Erwartungen der Analysten. Die Aktie schloss bei Minus 0,7 Prozent.
Der amerikanische Chip-Hersteller Altera sieht für das zweite Quartal 2012 ein sequenzielles Umsatzwachstum von 14 bis 18 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Jahres voraus. Die Aktie gewann 1,5 Prozent.
Nachdem etliche Kunden-Passwörter des Karriere-Netzwerks LinkedIn im Internet aufgetaucht sind, rät das Unternehmen allen Mitgliedern jetzt, das Passwort vorsichtshalber zu ändern. Die Aktie zog trotzdem an und lag im Plus bei 2,6 Prozent.
Vor der jährlichen Apple-Entwicklerkonferenz WWDC am Montag brodelt die Gerüchteküche. Einige hoffen darauf, dass Konzernchef Tim Cook in San Francisco einen Apple-Fernseher präsentieren wird, über den schon länger spekuliert wird. Auf jeden Fall wird es eine Vielzahl von Software-Neuerungen und Apps geben. Die Aktie von Apple 1,5 Prozent im Plus.
Am Montag kommen keine nennenswerten Konjunkturdaten. In der weiteren Woche schauen wir auf diese Daten:
Dienstag
Exportpreise Mai
Importpreise Mai
Treasury Budget Mai
Mittwoch
Anzahl der Hypothekenanträge
Handelsumsätze Mai
Erzeugerpreis-Index Mai
Lagerbestände April
Öllagerbestände
Donnerstag
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
Konsumentenpreis-Index Mai
Freitag
Empire Manufacturing Index Juni
Industrieproduktion Mai
Kapazitätenauslastung Mai
Verbrauchervertrauen Uni Michigan Juni (Schätzung)
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