US-Börsen mit positiver Woche - BIP enttäuscht - Verbrauchervertrauen besser - im Fokus: Amazon, Merck, Procter & Gamble, Zynga - Ausblick
Die US-Märkte sind am Freitag kurz vor Wochenschluss mit einem leichten Plus in den Handel gestartet. Der Dow Jones legte 0,2 Prozent zu.
Von US-Seite gingen alle Blicke auf die erste Schätzung des Bruttoinlandsproduktes für das erste Quartal 2012. Die ist mit 2,2 Prozent schlechter ausgefallen als von Analysten zuvor mit 2,6 Prozent erwartet. Im vierten Quartal 2011 waren es noch 3,0 Prozent Wachstum. Besser sah es hingehen beim Verbrauchervertrauen der Uni Michigan aus. Der Index stieg überraschenderweise von 75,7 auf 76,4 Punkte.
Der Blick nach Europa wurde mal wieder durch die Ratingagentur S&P bestimmt. Sie stufte in der Nacht die Kreditwürdigkeit von Spanien um zwei Stufen von "A" auf "BBB+" ab. Damit ist die Bonität nur noch befriedigend. Auch der Ausblick bleibt negativ nach schlechten Wirtschaftsdaten, hoher Arbeitslosigkeit und wenig Wachstum. Jetzt wird es für den drittgrößten Haushaltssünder im Euro-Raum noch schwerer werden, Geld am Kapitalmarkt zu günstigen Zinsen zu beschaffen.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 13.228 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 0,6 Prozent bei 3.069 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 0,2 Prozent bei 1.403 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Cisco (+2,0%), Mc Donald's (+1,6%) und Coca-Cola (+1,2%). Die größten Verlierer waren: Procter & Gamble (-3,6%), Alcoa (-1,3%) und Travelers (-1,2%).
Von Unternehmensseite kamen einige wichtige Zahlen: Der weltgrößte Konsumgüterkonzern Procter & Gamble verbuchte einen Gewinnrückgang im dritten Geschäftsquartal. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und hohen Rohstoffpreisen sank der Nettogewinn im Zeitraum Januar bis März um 16 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. Auch Restrukturierungskosten lasteten auf dem Gewinn. Der Konzern konnte aber trotzdem die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Hersteller von Pampas-Windeln, Braun-Rasierern oder Wella-Shampoo steigerte den Umsatz um 2 Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar. Die Aktie deutlich im Minus bei 3,6 Prozent.
Der US-Pharmakonzern Merck fuhr seine Ausgaben für Forschung- und Entwicklung kräftig zurück und konnte dadurch den Gewinn deutlich steigern. Er legte um 67 Prozent auf 1,7 Prozent zu. Der Umsatz verbesserte sich nur leicht auf 11,7 Milliarden Dollar. Die Aktie bei Minus 0,1 Prozent.
Der Gewinn des US-Autobauers Ford halbierte sich beinahe von 2,55 Milliarden auf 1,4 Milliarden Dollar im ersten Quartal, was neben Sonderbelastungen auch auf eine höhere Steuerlast und ein schwaches Europa-Geschäft zurückzuführen ist. Der Gesamtumsatz sank von 33,1 Milliarden auf 32,3 Milliarden Dollar. Die Aktie im Minus bei 2,3 Prozent.
MetLife, der größte Lebensversicherer in den USA, erwirtschaftete im ersten Quartal einen Verlust. Das hing besonders mit Sonderbelastungen zusammen. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch übertroffen, was auf ein Wachstum in allen Regionen zurückzuführen ist. Die Aktie im Minus bei 0,6 Prozent.
Bereits nachbörslich am Donnerstag hatte Amazon Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Umsatz und Gewinn fielen Oberhalb der Erwartungen aus. Der Nettogewinn stieg auf 130 Millionen Dollar. Der Umsatz kletterte von 9,86 auf 13,19 Milliarden Dollar. Die Aktie sprang ins Plus bei 15,75 Prozent.
Der Online-Spielehersteller Zynga ist im vergangenen Quartal wegen höherer Kosten in die roten Zahlen gerutscht. Unter anderem sammelte sich ein Verlust von 85,35 Millionen Dollar wegen der Vergütung mit Aktien und stark gestiegenen Entwicklungsausgaben an. Vor einem Jahr hatte es noch ein dünnes Plus von 1,34 Millionen Dollar gegeben. Der Umsatz sprang unterdessen um fast ein Drittel auf knapp 321 Millionen Dollar hoch. Die Aktie verlor 9,6 Prozent.
Ebenfalls nachbörslich am Donnerstag veröffentliche Starbucks die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal. Dank vieler neuer Kaffeehäuser stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Alleine von Januar bis März kamen 176 neue Filialen dazu. Der Gewinn stieg unter dem Strich um 19 Prozent auf 310 Millionen Dollar. Dieses Jahr sollen 1000 weitere Läden hinzukommen. Probleme hat die Kette allerdings in Europa, Russland, Afrika und im Nahen Osten. Die Aktie deutlich im Minus bei 5,3 Prozent.
Die Lage für den insolventen US-Fotokonzern Kodak bleibt ernst. Im ersten Quartal steig der Verlust angesichts eines eingebrochenen Geschäfts auf 366 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen bereits 246 Millionen verloren. Kodak musste im Januar Insolvenz anmelden und versucht einen Neustart.
Die Deutsche Bank hat der US-Notenbank ein milliardenschweres Paket strukturierter Wertpapiere abgekauft. Es gehörte dem Versicherer American International Group, der in der Finanzkrise fast zugrunde gegangen wäre.
Auch in der kommenden Woche kommen wieder einige Konjunktur- und Unternehmensdaten. Ein Fokus wird auf den Arbeitsmarktdaten am Freitag liegen.
Montag
Private Einkommen März
Private Ausgaben März
Chicago Einkaufsmanagerindex April
NYSE Euronext
Dienstag
ISM-Einkaufsmanagerindex April
Ausgaben Neubau März
Auto-Verkäufe April
Avon
Pfizer
Mittwoch
MBA Zahl der Hypothekenanträge
ADP Schaffung neuer Arbeitsplätze April
US-Öllagerbestände
Visa
Yelp
Donnerstag
Erstanträge Arbeitslosenhilfe
ISM-Dienstleistungsindex April
Kraft Food
LinkedIn AMC
Freitag
Arbeitsmarktdaten April
Arbeitslosenquote April
Stundenlöhne 1. Quartal
Durchschnittliche Wochenstunden April
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.























