US-Börsen mit deutlichen Gewinnen - EZB und gute Arbeitsmarktdaten geben Aufwind - Amazon, Ford, Google, UPS
Am Donnerstag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 1,0 Prozent hinzu.
Schon vor dem Börsenstart schaute die Wall Street nach Europa und hing an den Lippen von EZB-Präsident Mario Draghi. Die Europäische Zentralbank beließ den Leitzins wie erwartet unverändert bei 0,75 Prozent. Die EZB will künftig im Kampf gegen die Schuldenkrise unter bestimmten Bedingungen an den Finanzmärkten unbegrenzt Staatsanleihen von Mitgliedsstaaten kaufen. Ein solches Land müsste zuvor aber unter den Rettungsschirm geschlüpft sein. Die US-Märkte reagierten positiv auf diese Ankündigungen.
Für Aufwind sorgten auch gute Konjunkturdaten: Der Blick ging auf den ADP-Arbeitsmarktbericht. Im August wurden demnach 201.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, Analysten hatten zuvor nur 140.000 erwartet. Im Vormonat waren es revidiert 173.000. Außerdem sanken die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf 365.000. In der Vorwoche waren es revidiert 377.000. Der ISM-Dienstleistungindex lag im August bei 53,7 Punkten, Experten hatten 52,5 Punkte erwartet. Im Juli tendierte der Index bei 52,6 Punkten.
Politisch geht der Blick in den USA weiter auf den Parteitag der Demokraten. Präsident Obama wurde am Mittwochabend offiziell von seiner Partei als Kandidat für die Wahl Anfang November nominiert. Der frühere Präsident Bill Clinton hielt eine umjubelte Rede. Obama selbst in der Nacht zu Freitag seine Rede in Charlotte in North Carolina halten.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 13.292 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 2,2 Prozent bei 3.136 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 2,0 Prozent bei 1.432 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Bank of America (+5,0%), Cisco (+4,4%) und JPMorgan (+4,3%).Verlierer blieben heute bei der größten Rallye seit vier Jahren aus.
Die Troika will vermutlich ihren Bericht über die Reformfortschritte in Griechenland bis spätestens 8. Oktober vorlegen. Unterdessen stieg die Arbeitslosigkeit in Griechenland im Juni mit 24,4 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Spanien ist laut Medienberichten bereit, ein Rettungspaket für das ganze Land zu beantragen. Allerdings nur, wenn damit keine weiteren Auflagen verbunden seien. Die spanische Regierung, dass das Schuldenproblem des Landes nur durch die Europäische Zentralbank gelöst werden kann.
Der US-Automobilhersteller Ford Motor konnte den Absatz im August in China deutlich steigern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden über 48.600 Fahrzeuge verkauft, das ist ein Plus von 39 Prozent. Der deutsche Hersteller BMW konnte die Verkäufe um 37,5 Prozent in China steigern.
Der Logistikkonzern UPS gab bekannt, dass die Übernahme der niederländischen TNT Express voraussichtlich erst Anfang 2013 abgeschlossen ist. UPS bietet 9,50 Euro in bar für jede TNT-Aktie.
Einer der größten amerikanischen Lkw-Hersteller, Navistar International, verbuchte im dritten Geschäftsquartal einen Gewinneinbruch von 1,4 Milliarden auf 84 Millionen Dollar. Grund war ein hoher Einmalbetrag im Vorjahr.
Das US-Patentamt habe Google ein Patent auf das Entsperren von Mobilgeräten per Gesichtserkennung erteilt, berichten Online-Medien.
Der Online-Spielehersteller Zynga will an frühere Erfolge anknüpfen und veröffentlichte eine Fortsetzung seiner beliebten Bauernhof-Simulation "Farmville".
Amazon präsentierte eine neue Generation seiner Tablet-Computer Kindle und will damit gegen Apples iPad konkurrieren.
Am Freitag schauen wir von Konjunkturseite auf die offiziellen Arbeitsmarktdaten der US-Regierung. Analysten erwarten, dass im August 130.000 neue Jobs geschaffen wurden und die Arbeitslosenquote bei 8,3 Prozent konstant bleibt.
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