US-Börsen leicht im Minus - Dow Jones weiter über Marke von 13.000 Punkten - Warten auf die Notenbanken - Yahoo
Am Montag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,1 Prozent, drehte aber nach kurzer Zeit 0,2 Prozent ins Plus. Nachdem der US-Leitindex in der vergangenen Woche ordentliche Gewinne verbuchte und über die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten ging, waren die US-Anleger zu Wochenbeginn erst einmal vorsichtig.
Dass die USA besorgt sind wegen der Euro-Schuldenkrise, konnte an einer eilig organisierten Deutschlandreise des amerikanischen Finanzministers Timothy Geithner sehen. Er traf seinen deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble (CDU) und EZB-Präsidenten Mario Draghi. Geithner und Schäuble setzen beide auf eine Fortsetzung der vereinbarten Reformen und kündigten eine internationale Koordinierung an.
Die Wall Street steht diese Woche ganz im Zeichen der Notenbanken. Von der US-Notenbank Fed werden weitere Stimuli zur Ankurbelung der Konjunktur erwartet. Von der Europäischen Zentralbank fordern die Märkte möglichst einen Befreiungsschlag gegen die Schuldenkrise. Die Hoffnungen ruhen auf EZB-Präsident Mario Draghi, der in der vergangenen Woche die Märkte mit vermutlich neuen Staatsanleihekäufen beflügelt hatte. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass die Märkte enttäuscht werden könnten.
US-Händler Benedict Willis von der Albert Fried Company rechnet nicht mit einem schnellen Eingreifen der US-Notenbank: "Die Fed wird vermutlich nicht vor den US-Wahlen im November eingreifen. Nach der Prognose von 1,5 Prozent US-Wirtschaftswachstum für Q2 am vergangenen Freitag prognostiziert Willis, dass ein momentanes Eingreifen unwahrscheinlicher wird: "Es ist natürlich ein gutes Zeichen für eine gesunde Wirtschaft. Jedoch für die, die sich nach einem QE3 der Fed sehnen, war es keine erfreuliche Neuigkeit. Entweder es gibt eine Überraschung im September oder es wird gewartet bis die Wahlen im November stattfinden. Momentan sieht es eher nach der zweiten Option aus." In dieser Woche rechnet der NYSE-Händler damit, dass sich der Markt beruhigen wird: "Wir hatten aufgrund der Kommentare der EZB letzte Woche eine klasse Rallye und davon wird der Markt sich meiner Meinung nach diese Woche erholen."
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,02 Prozent bei 13.073 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,4 Prozent bei 2.946 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,1 Prozent bei 1.385 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Coca-Cola (+1,4%), Cisco (+1,2%) und United Technologies (+0,9%). Die größten Verlierer waren: JPMorgan (-2,1%), Hewlett & Packard (-1,7%) und Merck (-1,3%).
US-Großkonzerne klagen in der aktuellen Berichtssaison über den starken Dollar und den schwächen Euro. Die Gewinne der exportorientierten US-Wirtschaft werden so gedrückt.
Der US-Investor Lone Star bleibt vorerst auf der Mittelstandsbank IKB sitzen. Es momentan sei keine gute Zeit, die rote Zahlen schreibende Bank zu verkaufen.
Das Personal-Karussell dreht sich bei General Motors weiter. Der US-Automobilkonzern feuerte überraschend den Marketingchef Joel Ewanick. Angeblich habe Ewanick einen Sponsorenvertrag im europäischen Fußball nicht vernünftig durchgesehen. Diese Woche veröffentlicht der GM Quartalszahlen.
Der massive Stellenabbau wird Yahoo 170 bis 200 Millionen Dollar vor Steuern kosten. Das geht aus Unterlagen der Börsenaufsicht SEC hervor.
Apple soll sich angeblich vor einem Jahr um eine strategische Partnerschaft im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar mit Twitter bemüht haben. Das berichten Medien. Derzeit gebe es keine Gespräch.
Impulse könnten diese Woche auch weiter von der laufenden Berichtssaison kommen. Zahlen veröffentlichen General Motors, Kellogg, Kraft Foods, MasterCard und Procter & Gamble.
Am Dienstag trifft sich die US-Notenbank Fed und wird ihre Leitzinsentscheidung bekanntgeben. Außerdem schauen wir von Konjunkturseite auf eine Flut von Zahlen: Persönliche Einkommen und Auslagen, Case-Shiller-Huspreisindex, Chicago Einkaufsmanagerindex, Verbrauchervertrauen und die Agrarpreise.
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