US-Börsen legen Verschnaufspause ein - Hoffen auf Zentralbanken - Arbeitskosten steigen - Hewlett-Packard, Macy's, McDonald's, Walt Disney
Am Mittwoch gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,2 Prozent und legte nach drei Gewinntagen eine Verschnaufspause ein. Investoren fürchten, dass die Gewinne der vergangenen Handelstage am Ende die Vorbereitung auf einen größeren Crash gewesen sein könnten. Die Bank of England senkte den Ausblick fürs britische Bruttoinlandsprodukt. Die Notenbank sieht "dunkle Wolken der Unsicherheit". Das sehen auch amerikanische Unternehmensbosse so. In einer Umfrage kam heraus, dass die Unsicherheit das momentan größte Problem ist, weshalb Firmen sich auch zurückhalten, neue Mitarbeiter einzustellen.
Nach Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke beeinträchtigt die europäische Schuldenkrise die US-Wirtschaft: Die Auslandsnachfrage nach US-Gütern sinke und Investoren seien verschreckt. Die Auswirkungen seien ziemlich signifikant, sagte Bernanke in Washington.
Vorbörslich kamen die Quartalszahlen der Kaufhauskette Macy's (+2,7%). Im zweiten Quartal wurde der Gewinn von 241 auf 279 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Das ist besser als von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 6,11 Milliarden Dollar. Auch die Jahresprognose wurde erhöht.
Von Konjunkturseite sind die Hypothekenanträge in der vergangenen Woche um 1,8 Prozent zurückgegangen, in der Vorwoche waren sie noch leicht gestiegen. Die Arbeitsproduktivität stieg im zweiten Quartal um 1,6 Prozent, Analysten hatten mit 1,5 Prozent gerechnet. Auch die Arbeitskosten stiegen um 1,7 Prozent, hier hatten Analysten einen Anstieg von nur 0,4 Prozent erwartet.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 13.176 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,2 Prozent bei 3.011 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte ein Plus von 0,1 Prozent bei 1.402 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Hewlett-Packard (+2,3%), Alcoa (+2,1%) und Walt Disney (+1,4%). Die größten Verlierer waren: McDonald´s (-1,7%), United Technologies (-0,8%) und Verizon (-0,7%).
Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard (+2,3%) muss acht Milliarden Dollar auf die Dienstleistungssparte abschreiben, erhöhte aber die Jahresprognose.
McDonald's (-1,7%) stagnierte im Juli bei den vergleichbaren Filialumsätzen weltweit. In den USA gingen die Umsätze um 0,1 Prozent, in Europa um 0,6 Prozent zurück. In Asien waren die Umsätze der Schnellrestaurant-Kette sogar um 1,5 Prozent niedriger.
Der Unterhaltungsriese Walt Disney (+1,4%) verdiente im abgeschlossenen Quartal 24 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Gewinn betrug 1,83 Milliarden Dollar. Das übertraf die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz kletterte um vier Prozent auf 11,09 Milliarden Dollar und verfehlte die Erwartungen. Wichtigste Geldbringer blieben das Fernsehgeschäft, Kinofilme, Fan-Produkte und die Disney-Park.
Google bietet seinen Werbekunden Marktdaten aus 48 Ländern an. Damit könnte den Kunden der Einstieg ins internationale Geschäft erleichtert werden.
Der Modekonzern Ralph Lauren konnte die Umsatz- und Gewinnerwartungen der Analysten im abgelaufenen Quartal schlagen.
Im US-Patentprozess von Apple und Samsung ist eine interne Analyse der Südkoreaner aufgetaucht, die deren Position in den Augen der geschworenen untergraben könnte. In dem Papier aus dem Jahr 2010 wird ausführlich die Bedienung des iPhones mit dem Samsung-Smartphone Galaxy S verglichen.
Das Milliarden-Hilfspaket für amerikanische Banken kommt der Großbank Wells Fargo (-1,1%) teurer zu stehen als bisher bekannt. Der Wert der betroffenen Immobilienkredite sinkt um bis zu 1,7 Milliarden Dollar. Das ist rund eine Milliarde Dollar mehr als Wells Fargo bislang kalkuliert hatte.
Das aggressive Vorgehen der New Yorker Finanzaufsicht gegen die britische Großbank Standard Chartered ist bei der US-Notenbank Fed und dem Justizministerium auf Kritik gestoßen. Man sei erstaunt über den Alleingang.
Am Donnerstag schauen wir von Konjunkturseite auf die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Handelsbilanz für Juni und die Großhandelszahlen von Juni.
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