Manuel Koch
Alles in Deckung. Der US-Markt zeigte am Mittwoch zu Handelsbeginn kaum Bewegung. Der Dow Jones startete erst im Minus, drehte später leicht ins Plus und tendierte gegen Mittag wieder bei etwa 0,3 Prozent im Minus.
Es belastete erneut die Hängepartie in Griechenland. Die Gespräche wurden tagsüber immer wieder verschoben. Allerdings zeichnete sich etwas Bewegung ab. Die Europäische Zentralbank soll nach Informationen des Wall Street Journals bereit sein, zum griechischen Schuldenschnitt beizutragen. Aus Berichten der griechischen Presse geht hervor, dass sich die Arbeitnehmer auf drastische Einschnitte einstellen müssen. Bis zu 150.000 Staatsbedienstete sollen bis 2015 entlassen und Mindestlohn und Renten gekürzt werden. Würde man sich nicht bis März einigen können, wäre Griechenland ohne Milliardenhilfen pleite.
Von Konjunkturseite gab es die Zahl der Hypothekenanträge. Sie ist um 7,5 Prozent gestiegen. Die US-Lagerbestände an Rohöl stiegen in der vergangenen Woche nur leicht um 0,3 Millionen Barrel. Im Vorfeld wurde eine Zunahme von 2,5 Millionen Barrel erwartet.
Die am Dienstag bereits nach Börsenschluss gekommenen Zahlen von Walt Disney standen im Fokus. Der Umsatz stieg nur um ein mageres Prozent, der Gewinn legte allerdings zwölf Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar zu. Im Reich von Micky Mouse liefen die Freizeitparks außer Euro-Disney bei Paris recht gut. Auch die wachsende Flotte an Kreuzfahrtschiffen trug zum positiven Ergebnis bei. Allerdings spürt der Konzern schon einen Buchungsrückgang wegen der Schiffskatastrophe der Costa Concordia. Schlechter lief es im Filmgeschäft. Auch wenn die Muppets ein Überraschungserfolg waren, fehlten die ganz großen Hits wie Toy Story. Die Aktie am Ende bei 0,7 Prozent im Plus.
Beim Medienkonzern Time Warner lag der Umsatz bei 773 Millionen Dollar, der Gewinn kletterte um 4,9 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar. Vor allen Dingen bei Film und Fernsehen lief es gut. Blockbuster wie "Harry Potter" oder Sender wie CNN und HBO spülten Geld in die Kassen. Die Aktie hauchdünn im Plus.
Die Muttergesellschaft der Ratingagentur Moody´s erwirtschaftete einen Umsatz von 567 Millionen Dollar. Der Netto-Gewinn sank von 137 auf 96 Millionen Dollar. Das lag an gestiegenen Kosten und höheren Steuerbelastungen. Die Mood´s-Aktie schloss bei Minus 1,7 Prozent.
Am Ende ging der Dow Jones mit einem wirklich hauchdünnen Plus von 0,04 Prozent und 12.884 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite gewann 0,4 Prozent bei 2.916 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 0,2 Prozent bei 1.350 Punkten.
Zu den Gewinnern zählten: Bank of America (+3,6%), United Technologies (+1,8%) und Hewlett Packard (+1,8%). Auf der Verliererseite standen die Namen: American Express (-0,9%), McDonalds (-0,9%) und Exxon Mobil (-0,6%).
Das Stühlerücken beim Internetkonzern Yahoo geht weiter. Drei Wochen nach dem Rückzug von Mitbegründer Jerry Yang, geht jetzt der Aufsichtsratsvorsitzende Roy Bostock. Er und drei weitere Aufsichtsratsmitglieder werden im Mai nach der Hauptversammlung ausscheiden. Der kürzlich berufene neue Yahoo-Chef Scott Thompson baut das Unternehmen weiter um. Die Yahoo-Aktie tendierte bei Minus 0,3 Prozent.
Der Schweizer Pharmakonzern Roche hält weiter an einer Übernahme der US-Gentechnikfirma Illumina fest. Man sei zwar enttäuscht über die Weigerung der Amerikaner, "substanzielle Gespräche" zu führen, erklärte Roche-Konzernchef Severin Schwan. Eine einvernehmliche Vereinbarung mit Illumina bleibe das Ziel. Die Illumina-Aktie lag 0,7 Prozent im Plus.
Am Donnerstag schauen wir schauen Quartalszahlen von PepsiCo und Warner Music. Von Konjunkturseite kommen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Bloomberg Consumer Comfort Index und das Fed Balance Sheet.