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US-Börsen im Plus - Erleichterung bei J.P. Morgan - Procter & Gamble, Wells Fargo, Yahoo - Ausblick

Manuel Koch

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Am Freitag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,9 Prozent hinzu.

Robuste Wirtschaftsdaten aus China lösten Erleichterung bei den Anlegern aus. Das Bruttoinlandsprodukt lag bei 7,6 Prozent für das zweite Quartal. Das ist zwar das sechste Quartal in Folge mit einer Abkühlung, lag aber in den Erwartungen der Analysten. Die Ratingagentur Moody's senkte unterdessen die Bonität für Italien um zwei Stufen auf Baa2. Damit steht das Land kurz vor Ramschniveau. In Griechenland hat die Troika festgestellt, dass von 300 Sparauflagen das Land 210 nicht erfüllt hat. Athen würde gerne die Maßnahmen um zwei Jahre Strecken, Bundeskanzlerin Merkel will ihnen nur einige Wochen geben.

Noch vorbörslich gingen alle Blicke auf die US-Bank J.P. Morgan Chase. Wegen des Spekulationsdesasters und des angeschlagenen Aktienkurses warteten Analysten gespannt auf die Zahlen, die dann auch prompt überraschten. Umsatz- und Gewinn lagen dür das zweite Quartal über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz lag bei 22,9 Milliarden Dollar. 1,21 Dollar pro Aktie oder 4,96 Milliarden Dollar gewann die Bank, erwartet waren 0,70 Dollar pro Aktie. Der Verlust durch die Verspekulierung verdoppelte sich. Statt zwei Milliarden wie bisher angenommen liegt der Verlust jetzt bei 4,4/ 5,1 Milliarden Dollar. Im schlimmsten Fall könnten nochmals 800 Millionen bis 1,7 Milliarden Dollar hinzukommen. Die vier Mitarbeiter in London haben unterdessen die Bank verlassen. Vorstandsvorsitzender Jamie Dimon: "Die meisten Probleme in diesem Zusammenhang liegen hinter uns." In Zukunft will JPMorgan konservativer arbeiten. Die Aktie machte Freudensprünge und schloss mit einem Plus von 4,9 Prozent.

Von Konjunkturseite trübte sich das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan im Juli ein. Der Index tendierte bei 72,0 Punkten, im Vormonat waren es 73,2 Punkte. Außerdem kamen die Erzeugerpreise für Juni. Sie stiegen leicht um 0,1 Prozent, erwartet war ein Rückgang von 0,6 Prozent.

 

Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 12.777 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 1,5 Prozent bei 2.908 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 1,7 Prozent bei 1.357 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dow zählten: JPMorgen (+6,0%), Bank of America (+4,6%) und Caterpillar (+3,1%). Auf der Verliererseite gab es nur Hewlett-Packard (-1,9%).

Auch Wells Fargo legte die Zahlen auf den Tisch. Die Bank verdiente 0,82 Dollar pro Aktie, das ist ein Cent besser als erwartet. Der Umsatz lag knapp unter den Erwartungen. Die viertgrößte US-Bank hatte bereits am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie eine Vergleichszahlung an das US-Justizministerium in Höhe von 175 Millionen Dollar überweist. Damit wird ein Streit über die Kreditvergabepraktik der Bank gegenüber schwarzen Amerikanern und der lateinamerikanischen Minderheit beigelegt.

Beim weltgrößten Konsumartikel-Hersteller Procter & Gamble steht womöglich ein Wechsel auf dem Chefsessel an. Medien berichten, dass der Verwaltungsrat mit der Arbeit von Vorstandschef Robert McDonald unzufrieden seien.

Yahoo bestätigte den Hacker-Angriff auf seine Plattform Yahoo Contributor. Die Zugangsdaten von 450.000 Nutzern seien am Mittwoch gestohlen worden. Es handle sich dabei aber um eine "ältere Datei".

 

In der kommenden Woche schauen wir auf weitere Quartalszahlen zum einen aus dem Bankensektor wie Bank of America, Citigroup und Goldman Sachs, zum anderen aus der Tech-Branche wie Intel, Microsoft oder Yahoo. Die Termine im Einzelnen:

 

Montag

Einzelhandelsumsätze Juni

Empire State Manufacturing Index Juli

Lagerbestände Mai

Quartalszahlen: Citigroup

Dienstag

Verbraucherpreise Juni

Industrieproduktion Juni

Quartalszahlen: Goldman Sachs, Intel, Yahoo

Mittwoch

MBA Zahl der Hypothekenanträge

Wohnbaubeginne Juni

Wohnbaugenehmigungen Juni

US-Öllagerbestände

Quartalszahlen: American Express, Bank of America, eBay

Donnerstag 

Erstanträge Arbeitslosenhilfe

Verkäufe bestehender Häuser Juni

Philadelphia Fed Juli

Frühindikatoren Juni

Quartalszahlen: Microsoft, Morgan Stanley, Verizon

Freitag

Quartalszahlen: General Electric

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