Manuel Koch
Der Dow Jones ist am Dienstagmorgen mit einem Plus in den Handel gestartet. Bis zum Mittag tendierte er gut 1,0 Prozent im Plus, verlor dann zum Nachmittag aber einige Gewinne.
Die Märkte zeigten sich von der Herabstufung des Euro-Rettungsfonds EFSF durch die Rating Standard & Poor´s nicht beeindruckt. Der Rettungsschirm sei weiter voll handlungsfähig, so die Experten.
Anleger investierten auch in den EFSF. Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit sechsmonatiger Laufzeit flossen dem Fonds wie angestrebt 1,5 Milliarden Euro zu.
Eine gut verlaufene Auktion spanischer Staatsanleihen beruhigte die Märkte ebenfalls. Die Zinsen waren deutlich niedriger als zuletzt.
Das Wirtschaftswachstum in China ging nicht so stark zurück wie von Analysten erwartet. Das nahmen die Märkte wohlwollend zur Kenntnis.
Von Konjunkturseite hellte sich die Stimmung beim Verarbeitenden Gewerbe deutlich auf. Der Empire State Manufacturing Index für Januar stieg unerwartet deutlich von 8,2 auf 13,4 Punkte. Das ist der höchste Stand seit April 2011.
Bei den Quartalszahlen standen die Bankenwerte im Fokus. Die Citigroup enttäuschte und verbuchte einen Gewinnrückgang um elf Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar im 4. Quartal, der Umsatz sank um sieben Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Vor allem das Investmentbanking schrieb Verluste. Für das Gesamtjahr konnte die Bank aber immerhin noch einen Gewinn von sechs Prozent und 11,3 Milliarden Dollar verbuchen. Citi-Chef Vikram Pandit sagte: "Zusammengefasst haben wir solide Fortschritte gemacht 2011." Er hatte nach dem Beinahe-Kollaps 2008 die Bank neu ausgerichtet und geht wieder mehr Richtung Privatkundengeschäft. Die Aktie abgetraft bei Minus 8,2 Prozent.
Sehr viel besser lief es für Wells Fargo. Die Schuldenkrise lässt die Bank anscheinend kalt. Gewinn und Umsatz waren im vergangenen Quartal besser als erwartet. Auf das Jahr gesehen wurde sogar ein Rekordgewinn von 15,9 Milliarden Dollar (+28 Prozent) erwirtschaftet. Eine große Stütze war das Privatkundengeschäft. Außerdem wirkte sich positiv aus, dass viele Amerikaner durch eine besser laufende Wirtschaft wieder ihre Hauskredite zurückzahlen konnten. Die Aktie am Ende hauchdünn bei 0,1 Prozent im Minus.
Der Dow Jones ging am Ende mit einem Plus von 0,5 Prozent und 12.482 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite gewann 0,6 Prozent bei 2.728 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 0,4 Prozent bei 1.294 Punkten.
Zu den Gewinnern zählten: Merck (+1,3), Cisco Systems (+1,3) und United Technologies (+1,3). Zu den größten Verlierern gehörten: JP Morgan Chase (-2,8), Bank of America (-2,0) und General Electric (-0,5).
Schlechte Nachrichten aus Brüssel. Die Chancen für eine Fusion der Deutschen Börse AG und der NYSE Euronext schwinden. Die nationalen Wettbewerbshüter in der Europäischen Union seien mit dem erwarteten Nein der Kommission einverstanden.
Die Einlagen der Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) überschritten erstmals die Marke von 500 Milliarden Euro. Die eintägigen Einlagen haben eine Verzinsung von 0,25 Prozent.
Am Mittwoch kommen die Quartalszahlen von Goldman Sachs und eBay. Auf der Konjunkturseite werden die Zahl der Hypothekenanträge, der Erzeugerpreisindex Dezember, die Industrieproduktion Dezember und der Hausmarktindex für Januar veröffentlicht.