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US-Börsen im Plus - gemischte Konjunkturdaten - Citigroup punktet - Sprint-Übernahme durch Softbank - Amazon, Microsoft

Karolin Oltersdorf

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Nach der schlechtesten Woche seit vier Monaten gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn am Montag ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,2 Prozent hinzu.

Von Konjunkturseite kam am Morgen der Empire State Manufacturing Index. Für Oktober lagen die Aussichten für das Verarbeitende Gewerbe im Bundesstaat New York demnach weiter im Minus mit 6,16 Punkten. Das ist schlechter als erwartet. Im Vormonat war der Index allerdings bei -10,4 Punkten. Besonders wichtig waren die Zahlen des Einzelhandelsumsatzes im September. Sie stiegen um 1,1 Prozent. Analysten hatten zuvor nur mit 0,7 Prozent gerechnet. Die Zahlen sind so wichtig, weil vor allem der private Konsum die US-Wirtschaft und somit das Bruttoinlandsprodukt nach oben treiben. Am guten Ergebnis könnte auch der Verkauf des iPhones Anteil haben. Die Lagerbestände wuchsen im August um 0,6 Prozent. Hier hatten Experten 0,5 Prozent erwartet.

Von Unternehmensseite kamen am Morgen vorbörslich die Zahlen der Citigroup (+1,0%). Im dritten Quartal verdiente die US-Großbank 1,06 Dollar pro Aktie. Das ist zehn Cents besser als von Analysten zuvor erwartet. Milliardenschwere Abschreibungen verhagelten trotzdem ein besseres Ergebnis. Auch der Umsatz lag mit 19,41 Milliarden Dollar gut eine Milliarde Dollar über den Erwartungen.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht dieses Jahr an die US-Forscher Alvin Roth und Lloyd Shapley. Sie haben erforscht, wie Märkte auch unter schwierigen Bedingungen funktionieren.

In dieser Woche kommt die Berichtssaison so richtig in Fahrt, weil viele weitere Börsenschwergewichte wie Bank of America, Citigroup, Morgan Stanley, Goldman Sachs, IBM, Google oder eBay ihre Bilanzen veröffentlichen. Der US-Börsenhandler Benedict Willis von der Albert Fried Company glaubt, dass die meisten Zahlen die Erwartungen übertreffen werden, jedoch seien die Erwartungen äußerst gering. Spannend werde es auch sein, die Prognosen der Unternehmen zu sehen. Da erwartet Willis keine guten Nachrichten. Mit Blick auf diese Woche analysiert der US-Experte: „Der Markt befindet sich in einer kurzzeitigen Stabilisierungsphase. Der S&P 500 könnte die 1.425-Punkte-Marke durchbrechen. Der Dow Jones könnte sich bei 13.000 Punkten einpendeln. Ich denke, das ist eine gesunde Entwicklung. Sie erlaubt uns weitere Zuwächse in den letzten Monaten des Jahres. S&P 500 und Dow Jones werden zum Jahresende noch mal kräftig zulegen", so Benedict Willis.

Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 13.424 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 0,7 Prozent hinzu bei 3.064 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 0,8 Prozent bei 1.440 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dow zählten: Bank of America (+3,5%), Merck (+2,1%) und Home Depot (+1,8%). Die größten Verlierer waren: AT&T (-1,2%), American Express (-0,5%) und Verizon (-0,3%).

Jetzt ist es offiziell: Der japanische Telekom- und Internetkonzern Softbank will den US-Mobilfunkbetreiber und Telekom-Konkurrenten Sprint Nextel (+1,6%) übernehmen. Den Zukauf von etwa 70 Prozent lassen sich die Japaner 20,1 Milliarden Dollar kosten. Die Übernahme soll bis Mitte 2013 abgeschlossen sein.

Die im Liborskandal beteiligten Banken sehen sich einem Bericht der "Financial Times" zufolge mit der ersten Sammelklage konfrontiert. US-Hausbesitzer haben demnach in New York Klage gegen zwölf der größten Banken eingereicht. Darunter seien auch Barclays, Bank of America und UBS.

Der amerikanische Online-Händler Amazon befinde sich laut Medienberichten in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Erwerb des Mobilfunkchip-Geschäfts des US-Technologiekonzerns Texas Instruments.

Der größte US-Discount-Broker, Charles Schwab, verbesserte seinen Gewinn im dritten Quartal von 220 Millionen auf 247 Millionen Dollar.

Der US-Zementhersteller Cemex, konnte im dritten Quartal die Verluste im Vergleich zum Vorjahr von 730 Millionen auf 203 Millionen verringern. Vor allem das US-Geschäft liefe stark.

Gannett konnte dem Umsatz deutlich steigern. Im dritten Quartal verdiente der größte Zeitungsverlag in den USA 133 Millionen Dollar, vor allem wegen hoher Umsätze beim Broadcasting-Segment.

Der US-Automobilkonzern General Motors trennt sich laut einem Pressebericht von der Opel-Brennstoffzellenentwicklung in Mainz-Kastel. Die 200 betroffenen Mitarbeiter werden auf andere Aufgaben verteilt.

Der US-Energieversorger Entergy geht für das dritte Quartal von einem Gewinnrückgang aus. Grund dafür seien höhere Steuerbelastungen und gestiegene Wartungskosten.

Microsoft (+0,6%) bringt einen neuen Musikdienst auf den Weg. Zunächst soll er ab Dienstag für die Spielekonsole Xbox 360 zur Verfügung stehen. In der Zukunft soll das Angebot die Nutzung digitaler Musik mit verschiedenen Geräte vereinfachen und fester Bestandteil des neuen Betriebssystems Windows 8 werden, so der Software-Konzern.

Am Dienstag schauen wir von Konjunkturseite auf die Verbraucherpreise, Industrieproduktion und den Hausmarktindex. Die Bilanzsaison startet voll durch: Es kommen Zahlen von Goldman Sachs, IBM, Intel und Coca-Cola. Außerdem treffen am Abend Präsident Obama und Herausforderer Romney im zweiten TV-Duell aufeinander.

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