US-Börsen im Plus - Dow kratzt an 14.000-Punkte-Marke - Dell vor Börsen-Aus - Boeing, Facebook, MasterCard, NYSE Euronext
Am Dienstag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,7 Prozent hinzu und kam der Marke von 14.000 Punkten wieder näher.
Die führende Ratingagentur Standard & Poor's wird sich wegen fehlerhafter Ratings wohl bald vor Gericht verantworten müssen. Das US-Justizministerium will wegen der zu positiven Bewertungen bestimmter Papiere, auf mindestens eine Milliarde Dollar klagen. Die sogenannte Subprime Mortgages wurden 2007 zunächst mit Bestnoten bewertet und dann plötzlich abgestuft, was - nach Meinung von Experten - maßgeblich zur Finanzkrise beitrug. Die Aktie des S&P-Mutterkonzerns McGraw Hill fiel am Montag um 13,8 Prozent, am Dienstag um weitere 10,7 Prozent.
Von Konjunkturseite ging der Blick am Morgen auf den ISM-Dienstleistungsindex. Der lag im Januar bei 55,2 Punkten, Analysten hatten zuvor mit 55,6 Punkten gerechnet. Der Vormonat wurde nach unten auf 55,7 Punkte revidiert.
Von Quartalsseite präsentierten NYSE und Kellogg am Morgen ihre Zahlen.
Der Börsenbetreiber der NYSE Euronext (+1,0%) kämpft weiter mit einem schrumpfenden Geschäft. Der Gewinn sank von 110 Millionen auf 28 Millionen Dollar im vierten Quartal. Der Nettoumsatz ging um elf Prozent auf 562 Millionen Dollar zurück. Mit einem Sparprogramm versucht die Börse gegen das schwache Umfeld anzugehen. Im Dezember hatte die Rohstoffbörse ICE ein 8,2 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot gemacht. Bis 2014 sollen die Aufwendungen um 250 Millionen Dollar sinken.
Der Frühstückscerealien-Hersteller Kellogg (+0,7%) veröffentlichte noch vor Börsenbeginn seine Zahlen. Experten waren von einem Gewinn pro Aktie von 0,66 Dollar bei einem Umsatz von 3,44 Milliarden Dollar ausgegangen. Sondereffekte wie Neubewertungen herausgerechnet, lag der Gewinn pro Aktie bei 0,67 Dollar. Der Umsatz des Unternehmens konnte unter anderem durch den Kauf der Chips-Marke Pringles um 18 Prozent auf 3,56 Milliarden Dollar gesteigert werden. Ließ man die Sondereffekte unberücksichtigt, musste das Unternehmen einen Verlust von 32 Millionen Dollar vermelden, der Verlust pro Aktie lag damit bei 0,09 Dollar. Im Vergleich zur Vorjahresperiode eine Verbesserung: damals verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 195 Millionen Dollar.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 13.979 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 1,3 Prozent bei 3.172 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 1,0 Prozent bei 1.511 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: United Health (+3,6%), Bank of America (+3,5%) und Hewlett-Packard (+2,7%). Die größten Verlierer waren: IBM (-0,5%), United Technologies (-0,4%)
Präsident Obama unterzeichnete nun das Gesetz zur Aussetzung der Schuldenobergrenze. Mit der Unterschrift wird das Schuldenlimit von derzeit 16,4 Billionen Dollar bis zum 19. Mai ausgesetzt.
Der Computerhersteller Dell (+1,1%) wird sich von der Börse zurückziehen. Ein Konsortium um Firmengründer und Großaktionär Michael Dell handelte eine insgesamt 24,4 Milliarden Dollar schwere Übernahme aus. 13,65 Dollar je Aktie erhalten die Aktionäre. Auch Microsoft wird sich mit zwei Milliarden Dollar beteiligen. Dell verpasste den Trend bei Smartphones und Tablets.
Der Kreditkartenanbieter MasterCard (+1,3%) wird die Quartalsdividende auf 60 Cent je Aktie verdoppeln. Außerdem will das Unternehmen eigene Aktien im Wert von zwei Milliarden Dollar zurückkaufen.
Der US-Flugzeugbauer Boeing (+0,9%) will nach dem Debakel um den Vorzeigejet Dreamliner neue Testflüge durchführen. Einen Antrag dafür stellte der Konzern bei der US-Luftfahrtaufsicht FAA.
Facebook (+1,9%) will laut Medienberichten Mitte März einen neuen Dienst auf den Markt bringen, wonach eine Anwendung den aktuellen Ort der Mitglieder verfolgen soll. Dadurch würden Nutzer über Freunde in ihrer Nähe informiert.
Am Mittwoch kommt von Konjunkturseite die Zahl der Hypothekenanträge und der Medienkonzern Time Warner veröffentlicht die Quartalszahlen.
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