US-Börsen im Plus - BIP und Verbrauchervertrauen besser als erwartet - Facebook abgestraft - Amazon, Merck, Starbucks - Ausblick
Am Freitag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,5 Prozent hinzu.
So richtig fand die positive Stimmung vom Vortag keine Fortsetzung. Denn mehr kritische Stimmen zu einem möglichen Kauf von Staatsanleihen durch die EZB wurden lauter. Auch die Deutsche Bundesbank widersprach dem EZB-Präsidenten Mario Draghi. Dieser hatte am Vortag gesagt, alles für die Euro-Rettung tun zu wollen. Medien berichteten, dass die Europäische Zentralbank und der Euro-Rettungsfonds EFSF planen, spanische und italienische Staatsanleihen zu kaufen. Ein Antrag Spaniens liege aber nicht vor. Die Arbeitslosigkeit erreichte dort unterdessen ein Rekordhoch von 24,6 Prozent.
Der Blick ging am Morgen auf die Facebook-Aktie. Sie ging mit einem Minus von 11,7 Prozent bei 23,70 Dollar aus dem Handelstag. Seit dem Börsenstart im Mai mit 38,00 Dollar verlor die Aktie rund 37 Prozent. Facebook ist bei weitem nicht mehr so wertvoll wie vor Monaten: Die Rekordbewertung von 104 Milliarden Dollar ist mittlerweile auf 57,4 Milliarden eingebrochen. Selbst dafür kritisieren Analysten sei das Wachstum aber nicht gut genug. Am Vortag konnten die Quartalszahlen nachbörslich nicht überzeugen. Das Unternehmen musste einen Verlust von 157 Millionen Dollar für Q2 ausweisen. Facebook muss sich überlegen, wie man die 955 Millionen Nutzer zu Geld machen kann. Vor allem weil viele Facebook-Nutzer das Netzwerk durch Mobiltelefone verwalten, ist es schwer Werbeeinnahmen zu generieren.
Schon vor dem US-Handelsstart kamen vorbörslich die Quartalszahlen von Merck. Der US-Pharmakonzern Merck (+4,1%) konnte pro Aktie einen Gewinn von 1,05 Dollar verbuchen, Analysten hatten mit 1,01 Dollar gerechnet. Trotzdem ist der Überschuss wegen Forschungskosten und Steuern um elf Prozent niedriger als im Vorjahr. Geld machte der Konzern mit einem Diabetes-Medikament.
Von Konjunkturseite ging der Blick vor Börsenstart auf die Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt Q2. Die US-Wirtschaft hat weiter zu kämpfen. Das Wachstum werde im zweiten Quartal bei etwa 1,5 Prozent liegen. Die Schätzung ist damit besser als die von Analysten zuvor erwarteten 1,2 Prozent. Im Vorquartal waren es allerdings noch 2,2 Prozent. Die Schätzung für das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für Juli lag bei 72,3 Punkten. Analysten hatten mit 72,0 Punkten gerechnet, dem gleichen Wert wie im Vormonat.
Am Nachmittag legten die US-Märkte noch eine Rallye aufs Parkett und der Dow Jones schloss wieder über der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 Punkten.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 13.076 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 2,2 Prozent bei 2.958 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 1,9% Prozent bei 1,386 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Merck (+4,1%), Caterpillar (+3,4%) und Alcoa (+3,2%). Verlierer gab es heute aufgrund der starken Rallye am Nachmittag nicht.
Der Internethändler Amazon (+7,9%) verzeichnete enttäuschende Umsatz- und Gewinnzahlen. Der Gewinn im zweiten Quartal sank von 191 auf 7 Millionen Dollar. Der Umsatz wurde von 9,91 auf 12,83 Milliarden Dollar gesteigert. Die E-Book-Reader wie das Kindle Fire verkauften sich gut.
Die Kaffeekauskette Starbucks (-9,4%) enttäuschte bei den Quartalszahlen für das zweite Quartal. Gewinn und Umsatz konnten zwar gesteigert werden, verfehlten aber die Analysten-Erwartungen. Auch der Ausblick enttäuschte.
Der US-Konsumgüterkonzern Newell Rubbermaid musste im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang von fast 24 Prozent auf 146,7 Millionen Dollar verbuchen. Die Erwartungen der Analysten wurden trotzdem übertroffen.
In der kommenden Woche schauen wir auf folgende Konjunkturdaten und Quartalszahlen:
Montag
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Dienstag
Persönliche Einkommen Juni
Persönliche Auslagen Juni
Konsumausgaben Juni
Verbrauchervertrauen Juli
Quartalszahlen: Pfizer
Mittwoch
Hypothekenanträge Juli
Arbeitsmarktbericht Juli
Einkaufsmanagerindex Juli
Bausausgaben Juli
Fed-Sitzungsprotokoll (Zinsentscheidungen)
Quartalszahlen: Burger King, MasterCard, TimeWarner, Yelp
Donnerstag
Erstanträge auf Arbeitlosenhilfe Juli
Industrieaufträge Juni
Quartalszahlen: KraftFoods, OpenTable
Freitag
Stundenlöhne Juli
Arbeitsmarktdaten Juli
Quartalszahlen: NYSE Euronext
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