US-Börsen im Plus - Bernanke beflügelt - gute Daten vom Häusermarkt - Bank of America, Intel, Yahoo im Fokus
Am Mittwoch gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,3 Prozent. Analysten sprechen davon, dass die gestrige Rede des US-Notenbankchef Bernanke enttäuscht hätte, es in der anschließenden Fragerunde aber genug Anhaltspunkte auf ein QE3 gegeben hätte.
Am Morgen trat US-Finanzminister Geithner im amerikanischen Fernsehen auf. Er sagte, dass das schleppende Wachstum vor allem auch an der Krise in Europa liege.
Noch vor US-Börsenstart kamen sie Quartalszahlen der Bank of America (-4,9%) und die schlugen die Erwartungen. Die Bank verbuchte im zweiten Quartal einen Gewinn von 0,19 Dollar pro Aktie oder 2,1 Milliarden Dollar, erwartet waren 0,14 Dollar. Das ist gut sechsmal so viel wie im ersten Quartal. Der Umsatz lag bei 22,97 Milliarden Dollar. Die Bank of America hinkt der Konkurrenz seit langem hinterher. Sie gehört zu den Banken, die während der Finanzkrise vom Staat gerettet werden mussten. Bis Ende des Jahres sollen Kosten durch ein hartes Sparprogramm gedrückt werden, 30.000 Stellen sollen insgesamt gestrichen werden.
Von Konjunkturseite lag ein Schwerpunkt auf dem Häusermarkt. Die Wohnbaubeginne stiegen im Juni auf 760.000 (+6,9%), im Vormonat waren es noch 711.000. Das ist besser als von Analysten erwartet. Die Wohnbaugenehmigungen sanken hingegen auf 755.000 (-3,7%) im Juni von 784.000 im Mai. Die Hypothekenanträge stiegen um 16,9 Prozent in der vergangenen Woche.
Auch am Mittwoch sprach US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem US-Senat. Eine Rezension sieht er erst einmal nicht. Das beflügelte die Kurse. Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 12.909 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 1,1 Prozent bei 2.943 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 0,7 Prozent bei 1.373 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Intel (+3,3%), Cisco (+2,9%) und Microsoft (+2,7%). Die größten Verlierer waren: Bank of America (-4,9%), American Express (-0,7%) und Merck (-0,6%).
Die gerade erst berufene neue Yahoo-Chefin Mariasa Mayer wird es nicht einfach haben. Der Internetkonzern verdiente im zweiten Quartal 226,6 Millionen Dollar - das sind 4,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Umsatz ging um 0,9 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar zurück. 129 Millionen hatte das Unternehmen für die Restrukturierung ausgegeben. Yahoo verlor jahrelang an Boden im Werbegeschäft gegenüber Google und Facebook. Erst der zurückgetretene Chef Thompson konnte diesen Trend stoppen. Die Aktie schloss bei einem Plus von 0,6 Prozent.
Vier von fünf PCs werden mit einem Intel-Prozessor betrieben. Aber ein Schwachpunkt ist der boomende Tablet- und Smartphone-Markt. Im zweiten Quartal verdiente der Konzern 2,83 Milliarden Dollar und damit weniger als 2011. Der Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar. Intel kappte zudem die Jahresprognose. Am Ende schloss die Aktie mit einem Plus von 3,3 Prozent.
Die U.S. Bancorp konnte ihrem Gewinn im zweiten Quartal steigern. Die Erwartungen wurden nur knapp übertroffen.
Der US-Industriekonzern Honeywell International konnte Gewinn und Umsatz im zweiten Quartal steigern.
Die Bankgesellschaft PNC Financial musste im zweiten Quartal deutlich sinkende Gewinne verbuchen. Auch der US-Vermögensverwalter BlackRock musste einen Gewinnrückgang ausweisen. Gleiches gilt für den Werkzeughersteller Black & Decker.
Am Donnerstag schauen wir von Konjunkturseite auf die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Verkäufe bestehender Häuser im Juni, Philadelphia Fed Index Juli und die Frühindikatoren Juni. Von Unternehmensseite kommen Zahlen von Microsoft, Google, Morgan Stanley und Verizon.
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