US-Börsen im Minus - schlechte Einzelhandelsumsätze - Citigroup mit Zahlen - Facebook vor Quartalsverlust - MasterCard, Visa
Am Montag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,2 Prozent. Nach der Rallye wegen stabiler Wirtschaftsdaten aus China am Freitag, waren die Anleger zu Wochenstart zurückhaltend. Zeit lässt sich auch das Bundesverfassungsgericht, um die Klagen gegen den Rettungsschirm ESM und den Fiskalpakt ausführlich zu prüfen. Am 12. September soll eine Entscheidung bekannt gegeben werden.
Noch vor Börsenstart veröffentlichte die US-Großbank Citigroup ihre Zahlen für das zweite Quartal. Die Bank setzte 18,4 Milliarden Dollar um, erwartet waren 18,76 Milliarden Dollar. Der Gewinn lag bei 1,0 Dollar pro Aktie, Analysten hatten mit nur 0,89 Dollar gerechnet. Die Aktie ging mit 0,1 Prozent ins Plus.
Von Konjunkturseite gingen die Blicke am Morgen auf die wichtigen Einzelhandelsumsätze für Juni. Sie gingen unerwartet deutlich um 0,5 Prozent zurück, Analysten hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Die Einzelhandelsumsätze sind besonders wichtig, weil der private Konsum in den USA Zweidrittel des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. In dem Zusammenhang sehen wir außerdem, dass Unternehmen die Lagerbestände um 0,3 Prozent im Mai gefüllt haben. Der Empire State Manufacturing Index lag im Juli bei 7,4 Punkten, ein Anstieg von gut 5,0 Punkten im Vergleich zum Vormonat. Die Erwartungen im verarbeitenden Gewerbe im Raum New York sind damit aber immer noch schwach.
Die Wall Street steht vor einer bewegten Woche: Quartalszahlen, Konjunkturdaten und US-Notenbankchef Ben Bernanke, der vor dem Kongress in Washington Auskunft geben wird. Allerdings sind die Erwartungen der Firmenergebnisse deutlich nach unten geschraubt worden. Gingen Analysten im April noch von einem Gewinnwachstum von neun Prozent aus, sind es aktuell nur noch fünf Prozent. Vom Bankensektor kommen Zahlen von Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Große Namen wie Intel, Coca-Cola, Yahoo, eBay, American Express, Google und Microsoft veröffentlichen ebenfalls ihre Bilanzen.
Benedict Willis von der Albert Fried Company sieht bei dem momentanen Auf und Ab am US-Markt gute Chancen, Kasse zu machen: "Ich bin der Auffassung, dass Investoren ihr Geld auf den Tisch legen, wenn alle anderen verkaufen wollen. Wir haben vergangene Woche die 1.330-Punkte-Marke beim S&P gebrochen, was keine gute Sache ist. Theoretisch könnten wir diese Woche unter der 1.300-Punkte-Marke landen. Wenn das der Fall sein wird, bietet es sich an zu kaufen!" Der Händler an der NYSE wirft diese Woche vor allem auch ein Auge auf den Häusermarkt: "Ich denke, dass es eine sehr wichtige Woche für Immobilien ist. Der Immobilienmarkt ist ein sehr stark investierter Markt in den USA. Also ich würde anhand der veröffentlichten Zahlen diese Woche, ein Auge auf die entsprechenden Aktien werfen." Willis spürt zurzeit auch ganz klar das Sommerloch: "Der ganze Eigenkapitalmarkt ist auf Reisen, niemand sitzt in der Bahn, wenn ich morgens hier zur Arbeit fahre. US-Eigenkapital ist faktisch in der Hand US-Investoren, doch die meisten Käufe werden im Moment vor 11:30 Uhr morgens gemacht. Das heißt die Europäer kaufen fortlaufend am US-Markt ein."
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 12.727 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,4 Prozent bei 2.897 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,2 Prozent bei 1.354 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Pfizer (+1,4%), American Express (+1,2%) und Chevron (+0,7%). Die größten Verlierer waren: JPMorgan (-2,7%), Home Depot (-1,2%) und Caterpillar (-0,9%).
Nachdem verpatzten Börsengang scheint Facebook im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht zu sein. Medien berichten, dass das Social Media Unternehmen möglicherweise einen Verlust von 350,6 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 1,15 Milliarden Dollar ausweisen muss. Im ersten Quartal hatte Facebook noch 137 Millionen Dollar verdient, der Umsatz lag bei 1,06 Milliarden Dollar. Der Verlust sei durch Auszahlungen an Mitarbeiter und Investoren - darunter Mark Zuckerberg - im Zusammenhang mit dem Börsengang zustande gekommen. Die Facebook-Aktie verlor 8,1 Prozent.
Der größte US-Kabelnetzbetreiber Comcast hat laut Medienberichten rund 300 Millionen Dollar für eine 50 Prozent-Beteiligung am Joint Venture MSNBC.com von Microsoft erworben.
Der US-Chemikalienvertrieb TER Corporation wurde vom Chemikalienhändler Brenntag erworben. TER beliefert seit 25 Jahren Kunden mit Öl- und Gasindustrie im Süden von Texas.
Der Medizintechnik-Konzern Thermo Fisher Scientific stärkt sei e Marktposition und kauft für 925 Millionen Dollar One Lambda.
Der US-Friseursalonbetreiber Regis verkauft seine Tochter Hair Club for Men and Women an die japanische Aderans Co. Regis erhält dafür 163,5 Millionen Dollar in bar.
Bei den Einzelhändlern in den USA dürften die Korken knallen: In einem jahrelangen Rechtsstreit haben sie sich jetzt 7,25 Milliarden Dollar an ihrer Meinung nach zuviel gezahlten Gebühren für den Einsatz von Kreditkarten zurückgeholt. Der Check kommt von Visa, MasterCard und beteiligten Banken.
Am Dienstag schauen wir von Konjunkturseite auf die Verbraucherpreise, die Industrieproduktion und den Hausmarktindex. Von Unternehmensseite kommen Zahlen von Goldman Sachs, Intel und Yahoo.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.























