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US-Börsen im Minus - Konjunkturdaten enttäuschen - Blick nach Europa belastet - im Fokus: Barnes & Nobles, Microsoft, NYSE - Ausblick

Manuel Koch

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Zu Wochenstart gingen die US-Märkte weiter ins Plus. Der Dow Jones legte 0,2 Prozent zu. Die Eurokrise war zumindest politisch weiterhin im Blickpunkt. Immer mehr EU-Verantwortliche sprechen sich für ein Wachstumspaket aus. Die Ratingagentur S&P stufte nach Spanien jetzt auch die Banken des Landes in ihrer Bonität herab.

Am Morgen kamen einige Konjunkturdaten: Dabei enttäuschte vor allem der Chicago Einkaufsmanagerindex für April. Er ging unerwartet stark von 62,2 auf 56,2 Punkte zurück. Analysten hatten nur mit einem Rückgang auf 60 Punkte gerechnet.

Ebenfalls enttäuschend waren die privaten Ausgaben für März. Sie stiegen nur um 0,3 Prozen, erwartet waren hier mindestens 0,5 Prozent. Die privaten Konsumausgaben sind besonders wichtig, weil sie gut Zweidrittel des US-Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Die privaten Einkommen sind mit 0,4 Prozent im März leicht stärker gestiegen als erwartet.

Ein Mitglied der US-Notenbank Fed zeigte sich am Montag besorgt: "Ich bin besorgt über das Risiko einer neuerlichen Verschärfung in der Schuldensituation der europäischen Staaten und im europäischen Finanzsystem. Das Schlimmste ist noch nicht vorbei", so der Notenbankchef John Williams aus San Francisco.

Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 13.214 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,7 Prozent bei 3.046 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,4 Prozent bei 1.398 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dow zählten: Merck & Co (+2,0%), Kraft Food (+1,2%) und Cisco (+0,9%). Die größten Verlierer waren: Bank of America (-1,9%), Caterpillar (-1,7%) und Procter & Gamble (-1,3%).

Der Börsenbetreiber NYSE Euronext musste im ersten Quartal einen leichten Gewinnrückgang verbuchen. Der Umsatz sank von 679 auf 601 Millionen Dollar. Der Nettogewinn verringerte sich von 155 auf 87 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Negative Einmaleffekte im Zusammenhang mit der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Börse AG hatten das Ergebnis beeinträchtigt. Außerdem litt man unter dem Rückgang des Handelsvolumen und Wechselkurseffekten. Die Aktie verlor daraufhin 4,8 Prozent.

Eine der größten Tankstellen-Ketten der USA bekommt einen neuen Besitzer. Sunoco wird für rund 5,3 Milliarden Dollar von Energy Transfer Partners übernommen. Beide Verwaltungsräte stimmten dem Geschäft bereits zu.

Microsoft investiert in E-Books: Apple und Amazon bekommen bei den elektronischen Büchern jetzt mächtig Konkurrenz. Der Software-Konzern Microsoft steigt in den boomenden Markt elektronischer Bücher ein. Der Windows-Konzern steckt dafür 300 Millionen Dollar in die größte US-Buchhandelskette Barnes & Nobles. Die Aktie von Barnes & Nobles schoss um 51,8 Prozent nach oben.

Der US-Flugzeugbauer Boeing kann sich offenbar über einen Großauftrag freuen: Die Leasinggesellschaft Air Lease werde 60 Maschinen des Typs 737 Max bestellen. Der Listenpreis entspricht 5,5 Milliarden Dollar.

Der US-Krankenversicherer Humana steigerte im ersten Quartal den Umsatz um 11,2 auf 10,22 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn ging hingegen auf 248 Millionen Dollar zurück. Die Aktie deutlich im Minus bei 8,2 Prozent.

Der US-Pharmakonzern Watson Pharmaceuticals konnte im ersten Quartal Gewinn und Umsatz steigern. Der Umsatz lag sogar mit 1,52 Milliarden deutlich über dem Vorjahreswert von 876,5 Millionen Dollar.

Diese Woche wollen die Bullen endgültig an den Bären vorbei und die Märkte weiter nach oben treiben. Doch fielen die Konjunkturdaten zuletzt schwächer aus. Die US-Wirtschaft hat klar weiter mit vielen Problemen zu kämpfen. Entscheidend werden die Arbeitsmarktdaten für April am Freitag sein. Werden wir positive Signale vom kriselnden Arbeitsmarkt sehen, wird es einen schwungvollen Start in den Mai geben. Auch wenn die Arbeitslosenquote im März auf ein Dreijahrestief von 8,2 Prozent fiel, schwächte sich das Jobwachstum aber zuletzt auf das langsamste Tempo seit Oktober ab.

Auch die Bilanzen werden weiter im Fokus stehen: Bislang haben mehr als 50 Prozent der Unternehmen ihre Ergebnisse vorgelegt. Davon übertrafen mehr als Zweidrittel die Erwartungen der Analysten.

Am Dienstag schauen wir auf den ISM-Einkaufsmanagerindex für April, die Bauausgaben für März und die Auto-Verkäufe für April. Der Pharmakonzern Pfizer wird Quartalszahlen veröffentlichten.

Am Mittwoch stehen von Konjunkturseite die Hypothekenanträge, der ADP-Arbeitsmarktbericht und die Fabrikbestellungen auf dem Programm. Visa und Yelp veröffentlichen ihre Bilanzen.

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