Manuel Koch
Am Mittwoch ging der Dow Jones mit hauchdünnen Gewinnen in den Handel, drehte dann aber recht schnell 0,2 Prozent ins Minus.
Eigentlich schien zuvor ein blauer Himmel über der Wall Street. Die Signale aus Athen sorgten für Beruhigung der Märkte am Morgen. Die Führer der griechischen Parteien wollten nun doch die von der Eurogruppe geforderten Maßnahmen annehmen. Auch auf die von den Gebern und der Troika verlangten Ausgabekürzungen über 325 Millionen Euro soll sich das griechische Kabinett geeinigt haben. Dies ist die Voraussetzung für die Freigabe weiterer Finanzhilfen über 130 Milliarden Euro. Ein Treffen der europäischen Finanzminister wurde allerdings abgesagt. Der ehemalige amerikanische Finanzminister Henry Paulson sagte in einem Fernsehinterview, dass Europa noch einen langen Weg vor sich hätte.
Kursgewinne an den asiatischen Börsen und die Hoffnung auf chinesische Unterstützung im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise gaben Hoffnung. Die chinesische Zentralbank hatte ihre Bereitschaft für ein stärkeres Engagement in Europa bekräftigt.
Negativ wirkten sich dann gemischte Konjunkturdaten aus. Der Empire State Index hellte sich überraschend deutlich auf. Der Indikator stieg im Februar von 13,5 auf 19,5 Punkte. Das ist der höchste Stand seit über einem Jahr. Die Erwartungen der Volkswirte wurden deutlich übertroffen. Der Index misst die Geschäftstätigkeit des produzierenden Gewerbes im Staat New York.
Die Industrieproduktion zeigte sich hingegen im Januar im Vormonatsvergleich unverändert. Das enttäuschte die Börsianer stark und schickte den Dow Jones weiter ins Minus.
Am Ende ging der Dow Jones mit einem Minus von 0,8 Prozent und 12.781 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite verlor 0,6 Prozent bei 2.916 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,5 Prozent bei 1.343 Punkten.
Zu den Gewinnern zählte die Titel: Travelers Companies (+0,2%), Hewlett Packard (+0,1%) und Procter & Gamble (+0,1). Auf der Verliererseite standen die Namen: Bank of America (-2,5% ), United Technologies (-1,9%) und Caterpillar (-1,7%).
Der US-Nahrungsmittelhersteller Kellogg hat seine Marktposition durch einen milliardenschweren Zukauf verstärkt. Es wurde ein Abkommen zur Übernahme der Konzernsparte Pringles vom Konsumgüterhersteller Procter & Gamble geschlossen. Damit baut Kellogg sein Angebot im Snack-Segment weiter aus. Die Transaktion soll nach Prüfung der Wettbewerbsbehörden im Sommer abgeschlossen sein. Der Kellogg-Aktie schmeckte das, sie tendierte 5,1 Prozent im Plus.
Der größte amerikanische Lebensversicherer MetLife konnte im vierten Quartal 2011 Umsatz und Gewinn verbessern und die Erwartungen damit übertreffen. Der Nettogewinn belief sich auf 1,1 Milliarden Dollar, nach 51 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Aktie schloss im Plus bei 1,5 Prozent.
Die Modekette Abercrombie & Fitch verbuchte im vierten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch von 92,6 auf 19,6 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg hingegen von 1,15 von 1,33 Milliarden Dollar. Die Aktie war trotzdem 8,3 Prozent im Plus.
Der US-Online-Spielehersteller Zynga muss im vierten Quartal 2011 einen Verlust ausweisen, auf bereinigter Basis konnte aber ein Gewinn erzielt werden. Der Umsatz sprang um 59 Prozent auf 311,2 Millionen Dollar. Die Zynga-Aktie deutlich im Minus bei 17,8 Prozent.
Knapp jedes dritte verkaufte Handy 2011 war ein Smartphone. Der Verkauf der Computer-Handys stieg um 58 Prozent auf 472 Millionen Geräte an. Apple sei mit dem iPhone der weltgrößte Hersteller mit einem Marktanteil von 19 Prozent. Die Apple-Aktie tendierte bei Minus 2,3 Prozent unter 500 Dollar.
Der Chemiekonzern BASF investiert 33 Millionen Dollar in die Erweiterung seiner Einrichtungen im US-Bundesstaat North Carolina. Gestärkt werden die Forschungsaktivitäten in der Pflanzenbiotechnologie und bei der Insektenbekämpfung.
Der Weltbank-Chef Robert Zoellick wird am Ende seiner fünfjährigen Amtszeit am 30. Juni sein Amt aufgeben, teilte die internationale Organisation mit. Traditionell bekleidet ein Amerikaner diesen Posten, wohingegen ein Europäer IWF-Chef ist.
Am Donnerstag schauen wir auf der Konjunkturseite auf die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Wohnbaubeginne Januar und den Phily Fed Index Februar. Von Unternehmensseite kommen die Zahlen von General Motors. Der US-Autobauer hatte sich zuletzt deutlich erholt.