US-Börsen im Minus - Empire State Index enttäuscht - Jahrestag Occupy Wall Street - Apple auf Rekordhoch - General Motors, NYSE Euronext, Reebok, Zynga
Am Montag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,2 Prozent. Nach den ereignisreichen Wochen von der EZB-Entscheidung, ESM-Entscheidung durch das Bundesverfassungsgericht über die Fed-Maßnahmen, wollen Anleger Kasse machen und die Märkte bekommen einen leichten Kater.
Rund um die Wall Street war am Montag zum einjährigen Bestehen der Bewegung Occupy Wall Street alles weiträumig abgesperrt. Tausende Demonstranten wurden von der Polizei von der New York Stock Exchange ferngehalten. Einige wurden verhaftet.
Von Konjunkturseite kam am Morgen der Empire State Index für das produzierende Gewerbe rund um New York. Der Index tendierte weiterhin im roten Bereich bei Minus 10,4 Punkten, Analysten hatten mit Minus 3,0 Punkten gerechnet. Im Vormonat waren es sogar noch Minus 5,9 Punkte.
In der vergangenen Woche löste die Fed-Entscheidung für eine dritte Runde von Maßnahmen ein Kursfeuerwerk an den Börsen aus. Der Dow Jones kletterte auf ein Fünf-Jahreshoch. Doch der NYSE-Händler Warren Meyers sieht Bedenken: "Mit jedem weiteren Versuch, die Konjunktur durch Quantitative Easing anzutreiben, werden wir immer schlechtere Ergebnisse erzielen." Der Händler von DME Securities hält die aktuellen Eingriffe für zu kurzfristig gedacht: "Meine größte Sorge ist, dass unsere Enkelkinder mit einer schwerfälligen Inflation zu kämpfen haben werden und wir uns nur auf kurzfristige Sichtweisen beschränken. Zudem macht es immer den Anschein, dass wenn wir einen positiven Trend in den Kapitalmärkten verzeichnen, dies jedem Bürger dieses Landes helfen würde. Das war vielleicht vor fünf oder zehn Jahren der Fall, als jeder ein potentieller Investor am Markt war. Heute trifft das aber nur noch auf die oberen fünf bis zehn Prozent dieser Gesellschaft zu. Meiner Meinung nach kommen die Hilfen damit nicht da an, wo sie gebraucht werden." Viele Experten zeigten sich auch über den Zeitpunkt der Maßnahmen durch die Fed überrascht, steht doch die US-Wahl Anfang November an. Für Warren Meyers hat Notenbank-Chef Ben Bernanke richtig gehandelt: "Der Zeitpunkt war in der Tat der richtige, da er auch ein bisschen vom Markt dazu gedrängt worden ist. Zudem hat er auf der Pressekonferenz klar gestellt, dass der Zeitpunkt nicht aus politischen Gründen oder ähnlichem gewählt worden sei, sondern schlichtweg aufgrund schlechter Zahlen vom Arbeitsmarkt." In dieser Woche schaut Meyers besonders auf den Freitag: "Wir haben ein paar Daten vom Immobiliensektor, die sehr entscheidend sind. Vor allem da die Fed verkündet hat dort zu agieren, wird man schauen, ob sich die Zahlen dementsprechend positiv entwickelt haben. Zum anderen ist am Freitag ein sehr wichtiger Tag, was den Options-Markt angeht, da wir ein Ablaufdatum haben. Die darauffolgende Reaktion auf den Markt, wird einen deutlichen Einfluss auf den Trend der anschließenden Woche haben."
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 13.553 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,2 Prozent bei 3.179 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,3 Prozent bei 1.461 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Pfizer (+0,9%), AT&T (+0,9%) und Merck (+0,9%). Die größten Verlierer waren: Alcoa (-2,6%), Bank of America (-2,6%) und Boeing (-1,9%).
Mehrere US-Großbanken sind nach Informationen der "New York Times" ins Visier von Ermittlern geraten, weil sie gegen laxer Kontrollen Geldwäsche begünstigt haben könnten. Untersucht werden Größen wie JP Morgan Chase und die Bank of America.
Die zweitgrößte Baumarktkette in den USA, Lowe's Companies, zog sein Übernahmeangebot für den kanadischen Konzern RONA zurück.
Der auf Energiehandel spezialisierte US-Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE) stärkt sein Geschäft mit einem Zukauf in Europa. Das Unternehmen vereinbarte eine Mehrheitsübernahme des Derivate- und Gasgeschäfts der niederländischen Energiebörse APX-Endex. Damit greift man auch die Deutsche Börse in Frankfurt an.
Die US-Regierung weigert sich, ihre Anteile an General Motors zu verkaufen, das berichten Medien. Ein Verkauf wäre zum jetzigen Zeitpunkt sei mit hohen Verlusten verbunden.
Der Sportartikelhersteller adidas baut die Führungsspitze der US-Tochter Reebok um habe den bisherigen Reebok-Chef Uli Becker bereits entmachtet. Becker sei ab sofort nicht mehr für die Gesamtmarke Reebok verantwortlich.
Die Fast-Food-Kette McDonald's bestätigte ihre Prognose für dieses Jahr.
Der Börsenbetreiber NYSE Euronext muss eine Strafzahlung in Höhe von fünf Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC zahlen. Grund dafür sind Verstöße gegen die Fairness-Regeln der US-Aufseher. So soll die Börse einigen Kunden gegen Bezahlung Finanzmarktdaten schneller geliefert haben als anderen Kunden.
Samsung erlitt erneut einen Rückschlag beim Patentstreit gegen Apple. Die Handelsbehörde ITC wies eine Samsung-Klage ab.
Unterdessen feiert Apple einen neuen Rekord: Am Freitag wurden innerhalb von 24 Stunden zwei Millionen Geräte vom iPhone 5 vorbestellt. Die Aktie schloss auf einem Allzeithoch bei 699,78 Dollar (+1,2%).
Der kriselnde Online-Spieleanbieter Zynga rüstet sich für den Vorstoß ins Glücksspielgeschäft. Deshalb wird die ehemalige Managerin von 888 Holdings, Maytal Olsha, zu Zynga dazu stoßen.
Yahoo-Chefin Marissa Mayer verbannt ihr BlackBerry-Smartphone. In einer E-Mail an die Mitarbeiter kündigte sie an, dass alle ein neues Handy bekämen - und zwar eines, das auch die Yahoo-Nutzer benutzen würden. Dazu zählen nicht BlackBerry- und Apple-Geräte.
Am Dienstag schauen wir von Konjunkturseite auf die Leistungsbilanz für das zweite Quartal und den Hausmarktindex für September.
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